Immobilienwirtschaft 4/2025

NEUE REALITÄT Keine Baugenehmigung wegen Wassermangels NEUE MAKLERBINDUNG Immobilienscout gestaltet seine Plattform radikal um NEUE ENTWICKLUNG Geschäftsmodelle von Developern ändern sich IMMOBILIEN WIRTSCHAFT NEUE PERSPEKTIVEN BAUEN · 04 / 2025 MEHR DRUCK AUF DEN BAUTURBO WEGE ZUR BESEITIGUNG FÖDERALER BREMSKLÖTZE Mat.-Nr. 06228-5273 PLUS EXPO REAL 2025 AUF 34 SEITEN REGIONREPORT FRANKFURT a.M

NICHT NUR DIN-NORMEN MACHEN VEREINFACHUNGEN KOMPLIZIERT IN DIESEM ABGESICHERTEN LAND. Liebe Leserinnen, liebe Leser, wie lange dauert das Gefühl, dass Stillstand und Krise unsere ständigen Begleiter sind, jetzt schon? Zieht Sie das runter oder profitieren Sie ein bisschen, weil Ihr Unternehmen anders ist? Zeit des Diskutierens, Zeit des Forderns. Föderalismus, DIN-Normen & Co.: Notwendige Veränderungen sind kompliziert in diesem hoch abgesicherten Land. Eine Krise ist immer eine gute Gelegenheit, um zu handeln. Sein Unternehmen wettbewerbsfähig zu machen und so gegenüber den anderen zu punkten. Auch Bundesbauministerin Verena Hubertz wirkt anpackend. Sie hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten einiges getan. Vergabebeschleunigungsgesetz und Bauturbo haben die Dynamik schon im Wort. Die Regierung hat viel Förderung auf den Weg gebracht. Jetzt ist von Aktionismus die Rede. Von Mitnahmeeffekten und Geldgeschenken am Bedarf vorbei. Auf LinkedIn wird sie hart angegangen. Voll in die Magengrube. Tat es wirklich not, zu tun? Wer tut, macht sich angreifbar. Oder wäre noch mehr Nachdenken vor dem Tun besser gewesen? Das kostet aber Zeit, und die scheinen wir nicht zu haben. Vielleicht hätte eine Anfrage an die KI weitergeholfen. Ich mache das mal ganz unverbindlich. Wechselwirkung von Nachdenken und Tun, Wege für mehr bezahlbaren Wohnraum. Mein Prompt war wohl zu schlecht, die KI meint, man solle einfach mehr bauen. Aber einfach ist schwer in Deutschland, siehe oben. Unser Autor hat zu dem Thema noch eine andere Idee (Seite 20). Die Alternative wäre Auswandern nach Dänemark (Seite 70). Einfach einen guten Herbst! Ihr Dirk Labusch Hier geht’s zur Immobilienwirtschaft digital 3 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Editorial

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40 ESG ALS WIRTSCHAFTSFAKTOR Investoren, Bestandshalter und Entwickler setzen auf messbare ESG-Kriterien und Transparenz 46 Regionreport Frankfurt a.M. 46 ALLE WOLLEN NACH FRANKFURT Bürotürme prägen Frankfurt wie keine andere Stadt in Deutschland – die Nachfrage ist trotz Leerständen hoch 52 UNTERNEHMERRUNDE Es tut sich was auf der Zeil und im Bahnhofsviertel – beim Mitarbeiterwohnen und geförderten Wohnen auch 22 PREVIEW EXPO REAL 2025 In einer Phase wachsenden Drucks: Neue Trends vom großen Branchentreff in München 28 CHANCEN FÜR DEVELOPER Mit dem richtigen Finanzierungsmix Bauprojekte unter erschwerten Bedingungen erfolgreich realisieren 32 KI UND NACHVERDICHTUNG „Hey ChatGPT, finish this building“ – Wie KI die Baustelle von Planung bis Übergabe revolutioniert 36 KI UND ROBOTIK Im Dienst von Facility und Property Management werden Künstliche Intelligenz und Robotik wichtiger S C H W E R P U N K T EXPO REAL 2025 22 46 03 EDITORIAL 04 INHALT 08 KALEIDOSKOP 12 Schwerpunkt Expo Real 2025 TITELTHEMA FÖDERALE BLOCKADEN Wege zur Beschleunigung von Planungsprozessen trotz komplexer föderaler Strukturen 6 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Inhalt Ausgabe 04/2025

58 Menschen & Märkte 58 REPORTAGE Auf dem Trockenen: Brandenburgs Wasserknappheit, Verteilungskämpfe – und erste Lösungen 64 L'IMMO AKTUELL KI in der Hausverwaltung, Mietpreisbremse aus Brüsseler Perspek- tive, Energieeffizienz und mehr … 66 CAMPUS & YOUNG LEADERS Gen Z will wieder ins Büro, Netzwerk für Start-ups, KI als Nachwuchsblocker und mehr ... 70 KOLUMNE EIKE BECKER Dänemark – Florierende Wirtschaft und prosperierende Unternehmen 72 INFOGRAFIK Die billigsten und teuersten Straßen Deutschlands 88 WEG-, MIET- & MAKLERRECHT Verwalterrechte, Kosten, Eigentümerversammlung, Sondereigentum 96 VORSCHAU 97 IMPRESSUM 98 CULTURE CLUB Untergäriger Zwickel: Robert Oettl lebt seinen Biertraum 74 Verwaltung & Vermarktung 74 IMMOSCOUT GEHT NEUE WEGE Neue Plattform bindet Makler – Effizienz und Service als Versprechen. Aber zu welchem Preis? 80 COPILOT FÜR VERWALTER Ein neuer digitaler KI-Assistent erleichtert die Immobilienverwaltung 82 WEG-VERWALTUNG IM FOKUS Intensive Betreuung, steigende Aufgaben und Werterhalt als zentrale Aufgaben der Verwaltung 86 STEUERTIPPS Mitarbeitende motivieren und Steuern sparen – Tipps für Arbeitgeber 58 86 74 8 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Inhalt Ausgabe 04/2025

Kaleidoskop Meldungen 10 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 NEUE TRENDS RUND UM DIE WELT Nur 2,6 Prozent aller Wohnungsmietverträge sind Indexverträge Bundesweit spielen Indexmietverträge weiterhin nur eine kleine Rolle, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Wer allerdings in einen Neubau in einer Großstadt zieht, muss bei knapp jedem fünften Vertrag mit einer Indexmiete rechnen. Weil Modernisierungskosten bei Indexmietverträgen nicht auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden können, sind diese Mietverträge vor allem bei neueren Gebäuden für Vermieter attraktiv – hier muss seltener modernisiert werden. Das eigentliche Problem am Mietwohnungsmarkt ist die wachsende Kluft zwischen Bestands- und Neuvertragsmieten. Sie führt zum so genannten Lock-in-Effekt: Menschen verbleiben ungewollt in Wohnungen, die eigentlich nicht zu ihrer Lebenssituation passen. Der Branchenaward zeichnet in neun Kategorien besondere Leistungen und Verdienste um die Immobilienwirtschaft in Deutschland aus. Darunter: • Makler des Jahres • Verwalter des Jahres • Green Project (Bauträger, Projektentwickler, Architekten und Hausbauer, die mit energieeffizienten Projekten überzeugen) • Newcomer des Jahres: In dieser Kategorie wird ein aufstrebendes Unternehmen oder eine Einzelperson der Immobilienwirtschaft gekürt. Ausschlaggebend sind die Arbeit und das Engagement, mit denen innerhalb kürzester Zeit ein bleibender Eindruck in der Branche hinterlassen wurde • Best Brand (ausgezeichnet wird markante, reichweitenstarke Positionierung) • Branchen-Pionier (ausgezeichnet werden Vorreiter der Branche, vom PropTech über IT-Unternehmen bis hin zum Online-Makler) Gesucht: Die besten Immobilienprofis Der Deutsche Immobilienpreis geht 2026 in die nächste Runde: Bis Ende Oktober 2025 können sich Firmen und Personen bewerben. • Local Hero (kleines Team von maximal zehn Personen in einem Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu zwei Millionen Euro, das in seiner Region einen hervorragenden Job macht) • Haus der Herzen (honoriert wird das Einfamilienhaus bzw. das gebaute Musterhaus, das durch Gestaltung, Bauqualität und eine starke Hintergrundgeschichte überzeugt) • Die Preisverleihung findet am 25. März 2026 im Palladium in Köln statt. Mehr Infor- mationen finden Sie hier!

11 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Damit lässt sich die Leistung einer Anlage übrigens verdoppeln, im besten Fall sogar vervierfachen. Darauf weist die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) hin. Laut Prognosen wird sich der Stromverbrauch von Unternehmen und Privatpersonen in den kommenden Jahren teils deutlich erhöhen. Das Repowering trägt dem Rechnung. Dabei werden Module und weitere Elemente der Anlage ausgetauscht, um die Leistung und Effizienz zu steigern. Oft werden im Zuge der Modernisierung auch fortschrittliche Steuerungs- und Überwachungssysteme in die Anlage integriert. Neue Photovoltaikanlagen sind effizienter und leistungsstärker. Das liegt unter anderem am gestiegenen Wirkungsgrad der Solarzellen. Repowering lohnt sich vor allem für Photovoltaikanlagen, die älter als zwanzig Jahre und damit aus der EEG-Förderung gefallen sind. Eine Million Balkonkraftwerke Es gibt rund eine Million Balkonkraftwerke in Deutschland. Ihre Zahl hat sich damit binnen eines Jahres etwa verdoppelt, wie aus Zahlen des Marktstammdatenregisters und Schätzungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) hervorgeht. Ein Ende des Wachstums sei nicht in Sicht, heißt es vom BSW. Ein relevanter Teil der Bevölkerung könne sich vorstellen, eine solche Anlage einzurichten. Dazu tragen auch Regelungen der alten Bundesregierung bei. Diese habe in den vergangenen Jahren die Nutzung von Balkonkraftwerken deutlich vereinfacht, unter anderem mittels einer Erlaubnispflicht durch Vermieter und Wohnungseigentümer. Die ursprüngliche Initialzündung für den Boom der Anlagen waren die hohen Strompreise nach Beginn des Ukraine-Krieges. „Der Solarboom auf Balkonen wird zunehmend auch das Bild der Innenstädte prägen“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Körnig. Die bundesweit meisten Balkonkraftwerke sind mit 194.077 in Nordrhein-Westfalen im Betrieb. Dahinter folgt Bayern mit 148.284 Eintragungen im Marktstammdatenregister. Quelle: dpa Mehr Power für die Photovoltaik Man nennt es Repowering: die Modernisierung einer alten Photovoltaikanlage, um ihre Leistung zu steigern. 65 Eine aktuelle Analyse von Spreng- netter und ImmoScout24 belegt: Die Maklerquote hat sich im zweiten Quartal 2025 erfolgreich auf hohem Niveau von 65 Prozent stabilisiert – nahezu auf dem langjährigen Durchschnittsniveau.

12 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Mit dem BAU-TURBO will der Bund die Planungsprozesse beschleunigen. Doch wesentliche Entscheidungen beim Planen und Bauen treffen BUNDESLÄNDER UND KOMMUNEN – mit der Folge, dass die sich immer wieder gegenseitig blockieren. Darüber, wie ein kompliziertes Dreiecksverhältnis fruchtbar werden könnte. ZU VIELE EBENEN

13 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 S C H W E R P U N K T EXPO REAL 2025

14 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt Expo Real 2025 – Föderalismus So viel Lob bekommt die Politik selten. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung, der im Baugesetzbuch den Paragrafen 246e einführen und damit die Möglichkeit eröffnen soll, dass größere Wohnungsbauvorhaben auch ohne aufwendiges Bebauungsplanverfahren genehmigt werden können, trifft auf breite Zustimmung der Branche – mit einer Einschränkung: Der politische Wille auf Bundesebene sei nicht ausreichend, monieren die Interessenverbände der Immobilienwirtschaft einhellig. „Für die Umsetzung der Baubeschleunigung sind am Ende die kommunalen Bauämter zuständig“, gibt Axel Gedaschko, der Präsident des GdW Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, zu bedenken. „Denn der eigentliche Zündschlüssel für den Bau-Turbo liegt in den Händen der Kommunen.“ Tatsächlich führt das föderale System der Bundesrepublik zu einer komplizierten Gemengelage (siehe Beitrag von Christian Huttenloher auf Seite 19). Zwar legt der Bund im Baugesetzbuch die Leitplanken fest. Doch dazu kommen die 16 unterschiedlichen Landesbauordnungen der Bundesländer. Die Planungshoheit für konkrete Projekte schließlich liegt bei den Kommunen. „Wenn eine Kommune nicht bauen will, ändert das kein Bau-Turbo“, stellt deshalb Dirk Salewski, Präsident des BFW Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, mit resigniertem Unterton fest. NICHT ALLE KOMMUNEN WOLLEN WOHNUNGSBAU Ein Lied singen von dieser Erkenntnis kann Petra Müller, Head of Development bei der bundesweit tätigen Periskop Development GmbH. Sie kennt die politischen Zusammenhänge bestens, da sie von 2009 bis 2013 für die FDP im Bundestag saß. „Bei unseren Projekten machen wir sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der Haltung der jeweiligen Kommunen“, berichtet Müller. Schwierig ist es für Periskop beispielsweise in Neuenhagen, einer Kommune im östlichen Berliner Umland. „Neuenhagen verfolgt das Ziel, eine Gartenstadt zu werden, und möchte daher keine neuen Baugebiete mehr ausweisen“, sagt Müller. Deutlich besser läuft es hingegen in einer weiteren Vorortgemeinde Berlins, nämlich in Königs Wusterhausen, wo Periskop das Projekt Königspark plant und sich in einer Einwohnerbefragung die dafür nötige Legitimation holte. „Alle Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – sollten ihren Aufgaben nachkommen“, fordert Müller. Die Kommunen ermuntert sie, mutige Entscheidungen zu treffen und Prozesse zu beschleunigen; allerdings, räumt sie ein, hätten die Gemeinden nicht genug Mitarbeitende. Herausforderungen auf kommunaler Ebene erlebt auch Stefan Dahlmanns, der Geschäftsführer der Instone-Tochter Nyoo Real Estate GmbH. Ein besonderes Problem ist für ihn die Dauer von Bebauungsplanverfahren. „Ich will niemandem unterstellen, dass Projektentwicklern böswillig Steine in den Weg gelegt werden“, sagt er. Eine Schwierigkeit sei jedoch die „Vielschichtigkeit der Ebenen und Strukturen“. So sei zum Beispiel zwischen der Kommunalpolitik und der kommunalen Verwaltung zu unterscheiden. Und manchmal spielten auch vermeintlich banale Punkte eine Rolle; so beeinflusse der Sitzungskalender der politischen Gremien die Dauer von B-Plan-Verfahren nicht unerheblich. WARUM GIBT ES 16 LANDESBAUORDNUNGEN? Zu kämpfen hat Dahlmanns zudem mit dem Umstand, dass jedes der 16 Bundesländer seine eigene Landesbauordnung hat. Eine Herausforderung für Nyoo ist das deshalb, weil das Unternehmen bundesweit tätig ist und beim Wohnungsbau auf skalierbare Lösungen setzt. Für den Standardisierungs- und Skalierungsprozess sei die Vielfalt der Landesbauordnungen ein Hindernis, kritisiert Dahlmanns und nennt dafür als Beispiel, dass die Mindestgeschosshöhe von Wohnungen je nach Bundesland S TEXT Christian Hunziker

„INVESTOREN UND ENTWICKLER, DIE IN MEHREREN BUNDESLÄNDERN TÄTIG SIND, STEHEN – WEGEN UNTERSCHIEDLICHER FÖRDERPROGRAMME – VOR GROSSEN HERAUSFORDERUNGEN.“ Stefan Dahlmanns, Geschäftsführer der Instone-Tochter Nyoo Real Estate GmbH zwischen 2,30 und 2,60 Meter beträgt. „Solche Unterschiede“, sagt der Nyoo-Chef, „machen den Bau von standardisierten Produkten komplex und aufwendig.“ KAUM EINE CHANCE AUF VEREINHEITLICHUNG Allerdings gibt es durchaus Bestrebungen, die Landesbauordnungen zumindest anzugleichen. Die zweimal jährlich tagende Bauministerkonferenz hat zuletzt 2023 eine Änderung der Musterbauordnung beschlossen. Schon zuvor hatte sie die Typengenehmigung in die Musterbauordnung aufgenommen. Die Typengenehmigung soll es ermöglichen, dass seriell geplante Gebäude nur noch einmal genehmigt werden müssen und dann auch in anderen Bundesländern errichtet werden dürfen. Fachleute weisen allerdings darauf hin, dass auch für Typengenehmigungen bauaufsichtsrechtliche Verfahren zu durchlaufen sind; nur die in der Typengenehmigung entschiedenen Fragen muss die Bauaufsichtsbehörde nicht mehr prüfen. Gleichzeitig hat unter den Bundesländern ein Wettbewerb eingesetzt, wer seine Landesbauordnung am effizientesten entschlackt und am entschlossensten auf kostengünstige Bauweisen ausrichtet. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) hat auf dem diesjährigen Tag der Immobilienwirtschaft vorbildliche Landesbauordnungen in sechs Kategorien ausgezeichnet. Unter anderem prämierte die Jury Bayern in der Kategorie „Mut und Innovationsbereitschaft“ und – für viele sicher überraschend – Berlin in der Kategorie „Bürokratieabbau“. EXPOREAL 6.–8.Oktober B2.230 Corporate BankingLösungen so individuell wie die Wohnungswirtschaft _0WC1H_AAB_Anzeige_DW_250826_Druck_mit-Beschnittmarken.pdf; s1; (210.00 x 99.00 mm); 26.Aug 2025 13:53:45;PDF_CMYK_Profilanwendung_ab150dpi; L. N. Schaffrath DruckMedien

16 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt Expo Real 2025 – Föderalismus Wünschenswert wäre eine Vereinheitlichung schon, realistisch sei sie aber nicht, sagt Jens Nagel, Geschäftsführer der im Pflegeheim- und Schulbau tätigen Hemsö GmbH. Auch er unterstreicht die zentrale Rolle der Kommunen. Dort sieht er das Problem, dass die Sachbearbeiter sehr viele Vorschriften beachten müssen. „Aus Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, treffen sie deshalb oft lieber gar keine Entscheidung“, stellt Nagel fest. Deshalb regt er eine Regelung an, wonach Sachbearbeiter für ihre Entscheidungen nicht haftbar gemacht werden können. Wie komplex die föderale Struktur ist, verdeutlicht Nagel am Beispiel von Pflegeheimen: Projektentwickler müssen sich mit 16 unterschiedlichen Neubaurichtlinien auseinandersetzen, die in den jeweiligen Landesheimbauverordnungen festgelegt sind und sich zudem auch noch ständig ändern. „Noch hinderlicher als die unterschiedlichen baulichen Vorgaben ist, dass die Refinanzierung auf Betreiberseite von Bundesland zu Bundesland verschieden geregelt ist“, führt Nagel weiter aus. Denn die Bundesländer hätten unterschiedliche Abschreibungssätze und unterschiedliche Vorgaben, welche Baukosten anrechenbar seien. Das führt laut Nagel zum absurden Ergebnis, dass die refinanzierbare Miete in einem Außenbereich von Pritzwalk unter Umständen höher ist als im Stadtzentrum von München. Um das Ganze noch komplizierter zu machen: Auch die Kommunen reden kraft ihrer Planungshoheit mit. In NordrheinWestfalen etwa ist eine kommunale Bedarfsanalyse Voraussetzung für den Bau eines Pflegeheims, führt Nagel aus. „Weil die Kommunen aber für diejenigen Bewohner, die dazu nicht selbst in der Lage sind, die Kosten der Unterbringung übernehmen müssen, haben sie kein Interesse an neuen stationären Pflegeeinrichtungen.“ Wäre also ein Durchgriffsrecht des Bundes bis hinunter auf die Kommunen sinnvoll? Dr. Paul Kowitz, Geschäftsführer der KPC Berlin GmbH und Politikberater für die Immobilienwirtschaft, winkt ab. „Die kommunale Selbstverwaltung ist zu Recht im Grundgesetz festgeschrieben“, sagt er. „Nehmen wir einmal an, dass der Bund ein Gesetz beschließt, das die Kommunen verpflichtet, den Außenbereich für den Wohnungsbau zu öffnen“, nennt Kowitz ein Beispiel. „Dann hätten wir als Erstes große Partizipationsschwierigkeiten vor Ort. Und zweitens hätten wir das Problem, dass naturschutzrechtliche Bedenken dagegenstehen könnten, die der Bund gar nicht kennen kann.“ VIELE EMPFEHLUNGEN, WENIGE KONKRETE ERGEBNISSE Neu ist die Diskussion über das Verhältnis von Bund, Ländern und Kommunen übrigens nicht. Eine schwer zu überblickende Zahl an Kommissionen hat sich mit diesem Thema befasst und mehrere umfangreiche Abschlussberichte verfasst. So schlossen Bund und Länder 2023 einen Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung. 2024 legte das Bundesbauministerium zudem seinen Bericht zu den Ergebnissen des Bündnisses bezahlbarer Wohnraum vor, der ebenfalls die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Ebenen thematisiert. Und schon 2021 hatte das Baulandmobilisierungsgesetz Kommunen die Möglichkeit gegeben, Baulücken schneller zu schließen. Um noch weiter zurückzublicken: 2015 legte die Baukostensenkungskommission ihren im Rahmen des Bündnisses für bezahlbares Bauen und Wohnen erstellten Bericht vor. Er enthält detaillierte Empfehlungen für alle am Bau beteiligten Akteure, darunter auch Bund und Länder, und liest sich, als sei er gerade erst verfasst worden. Zwei Beispiele gefällig? Im sozialen Wohnungsbau sei eine bundeseinheitliche Festlegung von Standards unter Berücksichtigung von Kostenaspekten anzustreben, heißt es im Bericht. Und weiter: „Die Länder werden aufgefordert, die Landesbauordnungen stärker an der Musterbauordnung zu orientieren. Idealerweise wäre eine einheitliche Einführung der Musterbauordnung anzustreben.“ „BEI UNSEREN PROJEKTEN MACHEN WIR UNTERSCHIEDLICHE ERFAHRUNGEN. DIE KOMMUNE NEUENHAGEN ETWA VERFOLGT DAS ZIEL, EINE GARTENSTADT ZU WERDEN, UND MÖCHTE DAHER KEINE NEUEN BAUGEBIETE MEHR AUSWEISEN.“ Petra Müller, Head of Development Periskop Development GmbH Eine weitere Vereinheitlichung wäre sinnvoll, findet Sebastian Fischer, CEO des Berliner Projektentwicklers Primus Immobilien AG. „Dass die Landesbauordnungen unterschiedlich sind, führt dazu, dass sich ein Berliner Architekt bei einem Projekt in München erst einmal in die bayerischen Vorschriften einarbeiten muss“, gibt er zu bedenken. „Das kostet Zeit und damit Geld.“

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18 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt ExpoReal 2025 - Föderalismus BEISPIEL 1: GEBÄUDETYP E Gelegentlich hat man den Eindruck, der Gebäudetyp E (wie einfach oder experimentell) sei das Allheilmittel für die Wohnungsmisere. „Baustandards werden vereinfacht und der Gebäudetyp E abgesichert“, heißt es im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. Mittlerweile ist der neue Gebäudetyp auch in mehreren Landesbauordnungen verankert. Das Problem: Die Festlegungen in den Landesbauordnungen haben nur begrenzte Wirksamkeit. Bekanntlich definiert sich der Gebäudetyp E dadurch, dass er nicht alle der (bundesweit einheitlichen) anerkannten Regeln der Technik einhält. Das Hauptproblem bei der Umsetzung liegt jedoch nicht im technischen, sondern im juristischen Bereich, nämlich in der Frage, wie es sich zivilrechtlich sicherstellen lässt, dass Bauherren, die Objekte des Gebäudetyps E errichten, nicht nachträglich mit Schadenersatzansprüchen konfrontiert werden – und bei dieser Frage liegt der Ball wieder im Feld des Bundes. DIE KRUX DES FÖDERALISMUS – DREI BEISPIELE BEISPIEL 2: DIGITALE BAUAKTE Den Bauantrag digital einreichen? Das sollte eigentlich längst Standard sein. Denn laut dem 2017 in Kraft getretenen Onlinezugangsgesetz des Bundes sollten alle staatlichen Leistungen digital beantragt werden können. Mit der Umsetzung im Themenfeld „Bauen und Wohnen“ wurde Mecklenburg-Vorpommern beauftragt. Doch von bundesweiter Einheitlichkeit ist man noch immer weit entfernt. „In vielen Gemeinden ist der digitale Bauantrag noch graue Theorie“, seufzt Stefan Dahlmanns vom Projektentwickler Nyoo. „Selbst in manchen Großstädten müssen wir noch immer kistenweise Aktenordner in die Ämter tragen.“ Anders ist das in der Stadt Schwerin, die seit 2019 auf digitale Abläufe im Genehmigungsverfahren setzt, wie Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier erläutert (vgl. L’Immo-Podcast – siehe QR-Code). Bemerkenswert ist, dass die Landeshauptstadt das nicht etwa im Rahmen der Bundesinitiative erreichte, sondern in eigener Regie – denn der eigentlich mit der modellhaften Entwicklung der digitalen Bauakte beauftragte Landkreis Nordwestmecklenburg benötigte für die Einführung deutlich mehr Zeit. Einen Podcast zu den Problemen mit der digitalen Bauakte finden Sie hier! BEISPIEL 3: WOHNUNGSBAUFÖRDERUNG Seit der Föderalismusreform von 2006 ist die öffentliche Wohnungsbauförderung Ländersache. Allerdings erhalten die Länder zu diesem Zweck erhebliche Mittel des Bundes – von 2025 bis 2029 will dieser dafür insgesamt 23,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Wie sie diese Mittel einsetzen, bleibt den Ländern überlassen. Das stellt Projektentwickler und Investoren, die in mehr als einem Bundesland tätig sind, vor Herausforderungen, da sie unterschiedliche Förderprogramme im Blick haben müssen. „Dabei geht es zum einen darum, mit welchen Instrumenten gefördert wird, und zum anderen darum, welche baulichen Anforderungen an die förderwürdigen Objekte gestellt werden“, sagt Nyoo-Geschäftsführer Stefan Dahlmanns. So ist zum Beispiel die zulässige Wohnfläche in den Ländern unterschiedlich geregelt. „Diese Komplexität“, betont Dahlmanns, „ist Gift für Standardisierungs- und Skalierungsprozesse, wie sie sich gerade im öffentlich geförderten Wohnungsbau anbieten würden.“ 1 PROJEKT BERRY Die Vielfalt der Vorschriften ist eine Herausforderung für einen Projektentwickler wie Nyoo, der auf skalierbare Lösungen setzt wie hier beim Projekt Berry in Duisburg 1

19 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Um Wohnungsbau zu beschleunigen und zu vereinfachen sowie Baukosten zu reduzieren, arbeiten Bund, Länder und Kommunen daran, den rechtlichen Rahmen und die Praxis von Planungs- und Genehmigungsverfahren weiter zu verbessern. Seit gut zwei Jahren ist hier eine gewisse Dynamik zu erkennen, ausgelöst u. a. durch das Bündnis für Wohnen, den Beschleunigungspakt von Bund und Ländern vom November 2023 sowie durch mehrere Beschlüsse und Positionspapiere der Bauministerkonferenz. Das Bauordnungsrecht liegt in alleiniger Zuständigkeit der Bundesländer mit ihren Landesbauordnungen. Manche Länder orientieren sich an der Musterbauordnung, andere gehen in Teilbereichen eigene Wege, sodass trotz Bestrebungen zur Vereinheitlichung unterschiedliche Detailregelungen in den Landesbauordnungen zu finden sind. Mit den Beschlüssen der Bauministerkonferenz vom November 2023 wurde die Musterbauordnung in einigen relevanten Bereichen weiterentwickelt. Die Kompetenz für das Baugesetzbuch liegt beim Bund, wobei der Bundesrat bei Anpassungen mitentscheidet. Um Planungsprozesse zu beschleunigen und zu vereinfachen sowie innerhalb des Siedlungsbereichs dichter bauen zu können, hat die neue Bundesregierung den bereits von der Ampel entworfenen Bau-­ Turbo nun rasch in die parlamentarischen Beratungen eingebracht. Mit der Novelle werden die Möglichkeiten zur Abweichung von Festsetzungen in Bebauungsplänen sowie zu Befreiungen vom Einfügungsgebot im Siedlungsbereich ohne Bebauungsplan erweitert. Herzstück ist die zeitlich befristete Sonderregelung des Paragrafen 246e: Mit Zustimmung der Kommune ist eine Bebauung bislang unbeplanter Gebiete auch ohne aufwendigen B-Plan möglich. Die europarechtlichen Bestimmungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung sind jedoch weiterhin einzuhalten, sodass nur für Flächen unter zwei Hektar komplett auf eine Prüfung der Umweltauswirkungen verzichtet werden kann. Außerdem wird die Zustimmung der Gemeinde ohne fachplanerische und städtebauliche Begründung und Abwägung (und auch politische Beschlussfassung) kaum rechtssicher möglich sein, da weiter der Grundsatz einer geordneten städtebaulichen Entwicklung gilt. Entscheidend bleiben deshalb auch weiterhin effiziente, rechtssichere und politisch akzeptierte Planungs- und Genehmigungsprozesse auf kommunaler Ebene. Mit den Ausnahmen des Bau-Turbos und den Entschlackungen des Bauordnungsrechts haben die Kommunen nun mehr Möglichkeiten, diese Prozesse zu beschleunigen, und Bauherren müssen teils geringere Anforderungen erfüllen. In fast allen Bundesländern werden Baugenehmigungen – mit Ausnahme von Sonderbauten und Wohnhochhäusern – im vereinfachten Verfahren erteilt. Damit wird nur mehr die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit geprüft, nicht jedoch die Einhaltung bauordnungsrechtlicher Vorgaben. Ebenso besteht in fast allen Ländern die Genehmigungsfiktion. Damit gilt eine Genehmigung ein bis drei Monate nach Einreichen des Bauantrags als automatisch erteilt. Eine Analyse von CHRISTIAN HUTTENLOHER, Generalsekretär des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. WOHNUNGSBAU IM FÖDERALEN KOMPETENZGEFÜGE FAST ÜBERALL GILT EINE GENEHMIGUNG EIN BIS DREI MONATE NACH EINREICHEN DES BAUANTRAGS ALS AUTOMATISCH ERTEILT Mit einer hohen Expertise über alle Funktionen des Finanzierungsprozesses von gewerblichen Immobilien hinweg, einem grenzüberschreitenden Ansatz und einer engen Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern realisiert die pbb komplexe gewerbliche Finanzierungen. Partnerschaftlich unterstützen wir Ihre Immobilieninvestitionen und Immobilienentwicklungen. Immobilienfinanzierung so einzigartig wie Ihr Immobilienprojekt. Überragende Projekte. Überragende Finanzierungen. pfandbriefbank.com Besuchen Sie uns auf der EXPO REAL Stand B1.420

20 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt Expo Real 2025 – Föderalismus Herr Dr. Kowitz, Sie sagen, dass der Bund nur mit den Ländern gemeinsam erfolgreich sein kann. Wie lässt sich das erreichen? Festzuhalten ist, dass Bund und Länder manchmal jeweils eigene Interessen haben und manche Kommunen gelegentlich nicht über umfassende Kenntnisse des Bundesrechts verfügen oder es gar nicht anwenden wollen. Ein Vollzugs- und Durchgriffsrecht des Bundes hinunter auf die kommunale Ebene gibt es de facto nicht. Strukturell werden wir die Gegebenheiten des Grundgesetzes nicht ändern, solange wir nicht ein zentralistischer Staat wie Frankreich werden wollen. Deshalb wird es nur in einer Kooperation zwischen Bund und Ländern gehen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Instrument der Bauministerkonferenz, das aber nicht so genutzt wird, wie wir es bräuchten. Wie sollte es denn genutzt werden? Die Bauminister der Länder treffen sich zweimal im Jahr, um bestimmte Themen zu koordinieren. In anderen Ressorts, etwa bei den Innenministern, reicht das, weil der Bund über die Innenpolitik entscheidet. Im Baubereich ist das anders, weil er Ländersache ist. Es wird deshalb gar nicht anders gehen, als dass sich Bund und Länder im Baubereich häufiger und in einer ganz anderen Verbindlichkeit treffen. Ich stelle mir das so vor: Man überlässt den Ländern zwar weiterhin die Hoheit, ihre Landesbauordnungen zu beschließen – einfach weil es politisch gar nicht anders machbar ist. Aber man knüpft die Vergabe von Bundesmitteln (zum Beispiel für den sozialen Wohnungsbau) daran, dass die Länder gemeinsame Beschlüsse der Ministerkonferenz umsetzen. Wenn ein Land also die wechselseitige Typengenehmigung in seiner Landesbauordnung nicht umsetzt, obwohl die Bauministerkonferenz das so beschlossen hat, wird ihm das Geld nicht überwiesen. Eine Vereinheitlichung der Bauordnungen ist nach Ihren Worten politisch nicht möglich. Gibt es auch sachliche Gründe für 16 verschiedene Landesbauordnungen? Ich sehe dafür keinen Grund. Wenn ich mir die Welt wünschen dürfte, gäbe es eine Bauordnung des Bundes und fertig. Ein Beispiel: In Brandenburg ist es gefährlicher, vom Balkon zu fallen, als in Berlin. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Balkonbrüstung in Brandenburg höher sein muss als in Berlin. Auch beim Brandschutz und beim Schallschutz gibt es keinen Grund für unterschiedliche Vorschriften. Die energetischen Vorgaben an Gebäude sind ja auch bundesweit einheitlich, und das Gebäudeenergiegesetz ist ebenfalls von allen gleichermaßen anzuwenden. Wäre es rechtlich möglich, das zu ändern? Rechtlich geht alles, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist. Für realistisch halte ich fundamentale Änderungen nicht. Prinzipiell sind in Deutschland die Länder für alles zuständig, es sei denn, der Bund übernimmt gewisse Aufgaben, wie er es zum Beispiel beim Mietrecht tut. Theoretisch könnte der Bund das auch im Baubereich machen. Aber dafür bräuchte es grundlegende rechtliche und strukturelle Veränderungen, die politisch nicht durchsetzbar sind. Sie haben darauf hingewiesen, dass der Bund kein Durchgriffsrecht auf die kommunale Ebene hat. Wenn eine Kommune nicht will, gibt es also keine einfache Lösung? Nein, realpolitisch nicht. In unserem bundesdeutschen System werden wir um Kooperationen nicht herumkommen. Aber ich weise immer wieder auf den Abschlussbericht der Baukostensenkungskommission aus dem Jahr 2014/15 hin. Darin finden sich tabellarisch aufgeführt Maßnahmen, die dem Verantwortungsbereich von Bund, Ländern und Kommunen zugewiesen sind. Das bietet die Möglichkeit einer Bilanzierung – zum Beispiel: Wie weit seid ihr, liebe Kommunen, bei der Bodenvorratspolitik? Eine andere Möglichkeit hat die frühere baupolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Marie-Luise Dött, vorgeschlagen. Sie plädierte bei Einführung der Mietpreisbremse dafür, die Anwendung dieses Instruments nur unter der Bedingung zuzulassen, dass die Länder einmal im Jahr dem Bundestag Bericht erstatten, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, um die Wohnungsmärkte zu entspannen. DR. PAUL KOWITZ Geschäftsführer der KPC Berlin GmbH und der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH „OHNE KOOPERATIONEN WIRD ES NICHT GEHEN“ Bei den fundamentalen Strukturproblemen im Wohnungsbau könne der Bund NUR GEMEINSAM mit den Ländern erfolgreich sein, schreibt der Politik- berater Dr. Paul Kowitz auf LinkedIn. Wir haben bei ihm nachgefragt, wie sich das erreichen lässt. I N T E R V I E W DR. PAUL KOWITZ TEXT Christian Hunziker

Nutzung künstlicher Intelligenz Zugriff auf Kartenund Diagramme Langlebige und zuverlässige Sensortechnik Cloudbasiertes Kundenportal 24/7 Bedarfsgerechte Positionsplanung Datenin Echtzeit NIS – Nordic Industrial Services GmbH T +49 (0) 6204 980 29 75 info@nordic-industrial.com www.nordic-industrial.com Jetzt informieren – sicher ist sicher! Echt smart: Feuchtigkeit erkennen, bevor der Schaden entsteht. Hier kommt eine der smartesten Technologien für moderne Gebäudedächer, die für Sicherheit und Langlebigkeit der Dachkonstruktion sorgt: R.O.S.I. DIGITAL PRO 2.0 – das vollautomatische Überwachungssystem zur permanenten Kontrolle und Meldung der Feuchtewerte und Temperatur im Dachschichtenpaket. Sie wollen Sicherheit auf höchstem Level? Roof Monitoring mit

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23 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 DIE MESSEBRANCHE ÄNDERT SICH Zentrale Messetrends laut AUMA-Aussteller-Ausblick 2025/2026 – Messe-Dynamik spiegelt zunehmend schwierigere Rahmenbedingungen wider: 1 Infrastruktur gerät unter Druck – einstiges Markenzeichen Deutschlands mit Schwächen 2 Messen bleiben international – klare Absage an Abschottungstendenzen 3 Technologien wie KI, Virtual Reality und IoT sind fest etabliert – Tendenz steigend 4 Neue KPIs im Fokus: Besucherzufriedenheit und Wiederbesuchsabsicht gewinnen an Bedeutung 5 Nachhaltigkeit wird zum strategischen Handlungsfeld aller Messeakteure 6 Trotz Herausforderungen herrscht Grundoptimismus: Die Messewirtschaft gehört zu den wenigen Branchen, die weiter von positiver Geschäftsentwicklung ausgehen Quelle: AUMA Schwerpunkt Expo Real 2025 ‑ ein Appetitanreger Wer verstehen will, wohin die Immobilienwirtschaft steuert, sollte dorthin schauen, wo neue Ideen köcheln und alte Regeln auf kleiner Flamme reduziert werden. Dort, wo improvisiert, kombiniert und neu abgeschmeckt wird. Kurz: in die Küche. Denn was dort derzeit fermentiert, experimentiert und neu gedacht wird, ist längst mehr als nur Kulinarik. Es ist ein Spiegel des gesellschaftlichen Wandels und ein Denklabor für alle Branchen, die sich neu erfinden müssen. Ob Plant-based und Cultured Meat, regenerativer Anbau, immersive Esserlebnisse oder Zero-Waste-Initiativen: Die Food-Trends zeigen, dass Zukunft nicht nur auf dem Teller, sondern auch im Kopf beginnt. Was das mit der Immobilienbranche zu tun hat? Mehr, als man denkt. Auch hier funktionieren viele der alten Rezepte nicht mehr. Was fehlt, sind neue Zutaten, kluge Kombinationen – und vor allem der Mut, anders zu würzen. Genau dabei können Messen wie die Expo Real helfen. Lange war sie eine Poser-Messe – größer, höher, teurer war das Motto. Eine jährlich wechselnde Show der Superlative. Dann kamen die Krisen in geballter Form: 2008, die Pandemie, geopolitische Schocks, Zinswende, Baukostenexplosion. Für die Zukunft der Expo Real muss das nicht schlecht sein – Als größte Fachmesse für Immobilien und Investitionen in Europa verspricht die Expo Real 2025 vielfältige Einblicke in die Märkte. Auch bietet sie ideale Rahmenbedingungen für Austausch und Kooperation mit führenden wie neuen Akteuren der internationalen Immobilienwirtschaft. Claudia Boymanns, Exhibition Director der Messe München, rechnet mit rund 40.000 Teilnehmenden – darunter Vertreter von Städten, Ländern, Regionen, Finanzinstituten, Entwicklern, Start-ups, Tech-Unternehmen und mehr. Die Messe setzt ihre Schwerpunkte erneut bewusst breit: Wohnen, Logistik, Handel und Hotellerie stehen ebenso im Fokus wie die InnovationsBranchenmessen wie die Expo Real sind trotz aller Unwägbarkeiten nicht out – im Gegenteil. Der Druck auf Wirtschaft und Immobilienwirtschaft wächst. Aber dort wo der Druck steigt, wächst auch der Markt für Lösungen. Die Expo Real ist in ihrer Funktion als MARKTPLATZ wichtiger denn je. Und auf diesem Marktplatz gibt es viele neue Ecken. ganz im Gegenteil. Die Branche kann hier einiges bewegen – international, interdisziplinär und mit mehr Sinn fürs Wesentliche; aber nicht mehr als reine Prestigeplattform, sondern als Arbeitsplattform. BEKANNTE SCHWERPUNKTE, INNOVATIVE BÜHNE Doch verderben nicht zu viele Köche den Brei? Nicht hier. Auf der Expo Real bringen Entscheider aus allen Bereichen ihre „Zutaten“ mit. Genau das macht es spannend. Zwischen Standgesprächen und Zukunftsdebatten wird abgeschmeckt, angerichtet und neu gedacht. Und am Ende könnte etwas entstehen, das nach Zukunft duftet. 57 Aktuell halten 57 Prozent der Unternehmen ihre Messeaktivitäten in Deutschland auf konstantem Niveau. 2024/2025 waren es noch 71 Prozent. Quelle: AUMA-AusstellerAusblick 2025/2026 NEUGIERDE ALS ERFOLGSREZEPT TEXT Beatrix Boutonnet

24 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt Expo Real 2025 ‑ ein Appetitanreger 1 EXPO REAL Die Veranstaltung mutiert immer mehr von einer Prestigemesse zur Arbeitsplattform 2 BEGEGNUNGSORT Das persönliche Treffen ist doch noch oft die beste Grundlage für Geschäfte plattform Transform & Beyond, die in ihr zweites Jahr geht. Mehr als 60 Unternehmen haben bereits zugesagt. In Halle A3 drehen sich die Themen um Dekarbonisierung, Smart Building Technologies, digitale Quartierslösungen sowie KI und Robotik. Die Transform & Beyond Stage sowie die Decarb-Arena bieten Raum für praxisnahe Debatten und neue Perspektiven. „KI hat den Raum der Immobilienwirtschaft betreten und ist zum sich ständig verbessernden Begleiter geworden“, so Alexander Köth, CEO bei Empro. Künstliche Intelligenz kann schon heute viele Aufgaben automatisieren und Prozesse verschlanken. Gleichzeitig mahnen Experten: Nicht jedem Hype hinterherlaufen – oft reicht schon die konsequente Nutzung vorhandener Tools und Daten, um heute besser zu arbeiten. Für KI gilt: Noch nicht überall einsetzbar – aber jetzt ist die Zeit, um sich strategisch aufzustellen. DIE MÄRKTE UND DIE HERAUSFORDERUNGEN IM BLICK Wer verstehen will, warum die Branche wirklich neue Rezepte braucht, muss nur auf die aktuellen Rahmenbedingungen schauen. Denn die sind herausfordernder denn je. Der deutsche Immobilienmarkt steht unter Druck: hohe Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren, unstete Förderkulissen, hohe Baustandards und regulatorische Unsicherheiten. Zwar wurde das Vorjahresergebnis laut Analyse von BNP Paribas Real Estate im ersten Halbjahr 2025 mit einem Gesamtumsatz von knapp 15,9 Milliarden Euro leicht übertroffen – die erhoffte dauerhafte Erholung lässt aber noch auf sich warten. Die Entwicklung verläuft je nach Assetklasse sehr unterschiedlich: • Wohnimmobilien: Umsatzplus von 36 Prozent – ein Stabilitätsanker, aber mit Engpassfaktor im Angebot; • Gewerbeimmobilien: Rückgang um sieben Prozent auf 11,4 Milliarden Euro; • Retail: selektive Nachfrage, vor allem in High-Street-Lagen und Nahversorgung, so Analysen von Praemia REIM Germany; • Logistik: hohe Nachfrage, aber durch die strukturelle Flächenknappheit gebremst; • Büro: noch von Zurückhaltung geprägt, doch stabile Spitzenmieten, vereinzelte Großdeals und Chancen für antizyklisch orientierte Investoren; • Hotel: gewinnt an Schwung durch Großtransaktionen und stabile Ertragskennzahlen, was Investoren auf eine nachhaltige Erholung hoffen lässt; • Gesundheitsimmobilien: demografiegetrieben im Fokus internationaler Anleger. Die Märkte reagieren differenziert – doch klar ist: Ohne politische Impulse bleibt die Dynamik begrenzt. REFORMSTAU, BÜROKRATIE, POLITIK – UND DIE MESSE Gerade in diesem herausfordernden Umfeld wird die Expo Real zum zentralen Ort, um Perspektiven zu entwickeln, Partner zu finden und die Weichen für neue Projekte zu stellen. „In einem Marktumfeld, das weiterhin durch Zurückhaltung bei Neuinvestitionen und Projektentwicklungen geprägt ist, rückt das Asset und Property Management stärker in den Mittelpunkt“, erklärt Jürgen Hau, Geschäftsführer der Industria Immobilien GmbH. Doch so professionell das Management auf Objektebene inzwischen oft ist, der eigentliche Flaschenhals liegt an anderer Stelle: in der Politik. Zähe Genehmigungen, unübersichtliche Vorschriften, analoge Prozesse. In den Niederlanden wurde das Baugesetzbuch schon vor Jahren verschlankt. In Deutschland wartet man vielerorts noch immer auf die Digitalisierung der Bauämter. Für eine echte Belebung der Bauaktivitäten braucht es bessere Rahmenbedingungen. Die neue Bundesregierung muss nun liefern, und zwar mehr als Lippenbekenntnisse, ist die Immobilienbranche doch eine der Schlüsselbranchen Deutschlands. Auf der Expo Real wäre daher politische Präsenz hilfreich, nicht für symbolische Fototermine, sondern für echte Gespräche mit Fachleuten. Dafür ist eine Messe ideal, vor allem eine, die nicht nur beobachtet, sondern tatsächlich etwas in Bewegung bringt. UND JETZT: HERD AN, ÄRMEL HOCH Die Expo Real 2025 könnte zum Mise en Place für alles werden, was die Immobilienbranche in den kommenden Jahren strategisch, kreativ und realistisch gestalten muss. Was heute vorbereitet wird, entscheidet darüber, ob Ideen morgen zu tragfähigen Projekten reifen. Die Zutaten sind da, die Rezepte werden neu geschrieben, doch gekocht wird nicht im Alleingang. Zukunft entsteht nicht durch Zuschauen, sondern durch gemeinsames Handeln. Und der beste Ort dafür ist dort, wo die Branche zusammenkommt: auf der Expo Real in München. 1

Zutaten: • 1 gut vorbereiteter Gesprächsplan • Mindestens 2 Gesprächstermine mit offenem Ausgang • 3 bequeme, aber überzeugende Outfits • 4 Portionen Neugier auf andere und internationale Perspektiven • 5 Prisen Mut, auch kritische Fragen zu stellen • Ein Löffel Vision – großzügig dosieren! • Und nicht vergessen: Zeit für echte Gespräche, also keine typische Expo-Hektik Zubereitung: Vorab sortieren, dann alles gut durchmischen, eigenes Branchenwissen großzügig unterheben, ausreichend ziehen lassen, vor Ort mit Zeit und Haltung anrichten, zwischen den Gängen netzwerken, auf Überraschungen gefasst sein und spontane Begegnungen nicht aussieben, sondern immer offen bleiben für neue Impulse. Profi-Tipp: Auch mal über den Tellerrand schauen – zwischen Meetings, Panels und Hallenwegen entstehen oft die besten Ideen. Nicht vergessen: Nachwürzen mit Reflexion – was bleibt, was wirkt? Bon appetit und guten Hunger auf Zukunft! Was man für einen gelungenen Besuch braucht? Ein Blick auf unser klassisches Rezept für die Expo Real: 2 Ideale Standortfaktoren für resiliente und nachhaltige Logistik optimale Lage zu den ARA-Häfen und zum Ruhrgebiet Logistiklösungen aus einer Hand mit eigener Bahn und Bahninfrastruktur trimodale Verkehrsanbindung Umschlag von Schütt-, Stück- und Flüssiggütern sowie Containern 15 ha Flächenpotential für hafenaffine Gewerbe- und Industriebetriebe DeltaPort Niederrheinhäfen GmbHOrsoy - Voerde - Wesel - Emmerich info@deltaport-niederrheinhaefen.de | www.deltaport-niederrheinhaefen.de _0W5PE_P2407-1029-deltaport-niederrheinhaefen-immobilien-wirtschaft_210x99.pdf; s1; (219.00 x 99.00 mm); 22.Aug 2025 08:39:44;PDF_CMYK_Profilanwendung_ab150dpi; L. N. Schaffrath DruckMedien

26 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt Expo Real 2025 ‑ ein Appetitanreger WAS DIE STIMMEN AUS DER BRANCHE SAGEN, HÖREN SIE IM KÜCHENGEFLÜSTER FINANZIERUNG & KAPITALMARKT CHRISTOPH KRAIKER CEO, Hauck & Aufhäuser Fund Services „Institutionelle Anleger suchen verstärkt nach zukunftssicheren, individuell zugeschnittenen Fondslösungen. Die Expo Real ist für uns zentrale Austauschplattform.“ CYRUS KORAT Partner, DRC Savills Investment Management „Das aktuelle Umfeld ist für alternative Immobilienfinanzierer sehr attraktiv. Banken sind zurückhaltend, der Refinanzierungsbedarf ist hoch.“ BENJAMIN ROGMANS E&V Commercial „Finanzierungen sind möglich, aber selektiver. Alternative Kapitalquellen gewinnen an Bedeutung. Club-Deals und Joint Ventures werden wichtiger.“ MARKT & STIMMUNGSLAGE FRANCESCO FEDELE CEO, BF.direkt AG „Die Krise im Gewerbeimmobilienmarkt ist noch nicht uberwunden. Eine Erholung erwarten wir frühestens in drei bis fünf Jahren. Bei Wohnimmobilien sehen wir hingegen erste Preissteigerungen. Banken und alternative Finanzierer sind grundsätzlich bereit, neue Kredite auszureichen und bestehende Verträge zu verlängern. Die Immobilienwirtschaft muss sich aber darauf einstellen, dass die gestiegenen Anforderungen an Eigenkapital und Kapitaldienstfähigkeit auf absehbare Zeit unverändert hoch bleiben werden.“ GERHARD MEITINGER Head of Real Estate Finance Germany, pbb „Das herausfordernde Umfeld hat gezeigt, wie wichtig resiliente Geschäftsmodelle sind. Erste Erholungstendenzen sind erkennbar. Wir fokussieren uns in Europa und vor allem Deutschland verstärkt auf Finanzierungen mit einem adäquaten Rendite-Risiko-Profil, die zugleich weniger Kapital binden. Aufstrebende Nutzungsarten wie Hotel, Serviced und Senior Living sowie Rechenzentren sind hier von besonderem Interesse.“ DR. DANIEL FREY CEO, Covivio Deutschland „Wir spüren wieder Aufbruchstimmung. Die Messe bietet den richtigen Rahmen, um tragfähige Konzepte für die Stadt der Zukunft gemeinsam zu entwickeln. Nur so entstehen lebendige Immobilien mit Aufenthaltsqualität und echte Urbanität. Die Expo Real ist für uns der Ort, um unser Netzwerk zu stärken und gemeinsam mit der Branche an Lösungen für die Herausforderungen der Stadtentwicklung zu arbeiten.“ INNOVATION & DIGITALISIERUNG ALEXANDER KÖTH CEO, Empro „KI wird zur produktiven Stütze – ob bei der Vermietung, Exposé-Erstellung oder Vertriebssteuerung. Entscheidend ist nicht der Hype, sondern der konkrete Nutzen.“ DR.-ING. JOHANNES FÜTTERER CEO, aedifion „Digitale Betriebsoptimierung, Datenverfügbarkeit und Smart Metering werden zum Muss. Wer heute nicht digitalisiert, riskiert den Wertverlust seiner Assets.“ JOHANNES ADOMEIT Peter Gross Bau „Die Branche muss KI und Automatisierung viel stärker nutzen, um Effizienz und Bauleistung zu steigern. Sonst droht eine Ausführungsklemme.“ ASSETKLASSEN IM FOKUS ALEXANDER LACKNER CEO, neworld „Healthcare bleibt ein zentraler Zukunftsmarkt. Wir strukturieren aktuell einen dedizierten Fonds und nutzen die Messe für strategische Gespräche.“ JENS NAGEL Hemsö Deutschland „Bildungsimmobilien sind eine unterschätzte Nische. Wir bringen skandinavisches Know-how in laufende Projekte ein und wollen das Thema in der Branche sichtbarer machen.“ MARKUS EBERHARD GreenPlaces „Gewerbeparks gewinnen an Relevanz. Flexible Flächen für KMU, Start-ups und Handwerk werden stark nachgefragt – auch von Kommunen.“ KATHRIN MICHALZIK Savills Investment Management „Lebensmittelmärkte bleiben eine stabile, resiliente Assetklasse – auch in Krisenzeiten.“ ULRICH CREYDT Ypsilon Steuerberatungsgesellschaft „Fokus auf Logistik und Wohnen: zwei Sektoren mit stabiler Nachfrage, die wir auf der Expo gezielt weiterentwickeln wollen.“ MESSEWERT & NETZWERKEN PEPIJN MORSHUIS CEO, Trei Real Estate „Die Expo Real bietet das ideale Umfeld, um neue Projekte zu starten und internationale Investoren zu gewinnen.“ JAN PHILIPP DAUN CEO, GARBE Industrial „Ein zentraler Treffpunkt für Innovation, Partnerschaft und Zukunftsimpulse.“ THOMAS HEIDELBERGER REIC-Gruppe „Gerade in unsicheren Zeiten ist der persönliche Austausch essenziell, um tragfähige Strategien zu entwickeln.“ GERHARD LEHNER Savills Investment Management „Die Messe ist Stimmungsbarometer, Ideenmarktplatz und Investorenplattform zugleich.“

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