Immobilienwirtschaft 4/2025

59 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 E Menschen & Märkte Reportage Disposition. Privatpersonen sollen ihren Verbrauch senken, Behörden deckeln die abzugebende Wassermenge. Gleichzeitig pumpen Bergbaufirmen weiterhin Unmengen von Grundwasser ab. Und dann ist da noch die Teslafabrik in Grünheide, deren Chef Elon Musk ohnehin nicht an Wassermangel glaubt. „Es wird sich ganz viel verändern in Brandenburg, so viel ist klar“, prognostiziert die Hydrogeologin Irina Engelhardt, die an der TU Berlin zu Wassermangel forscht. Doch solche Anpassungen tun weh. Die Betroffenen schwanken zwischen Angst, Wut und Gleichgültigkeit. Und geben die Hoffnung trotzdem nicht auf. BAUANTRÄGE UND FRUSTRIERTE BÜRGERMEISTER Die Gemeinde Hoppegarten, 18.000 Einwohner, östlich von Berlin, macht selten Schlagzeilen. Wer sich für Pferdesport interessiert, kennt die Galopprennbahn. Aber sonst? Ist Hoppegarten vor allem für diejenigen interessant, die aus der Hauptstadt ins Grüne flüchten. Das änderte sich TEXT Steve Przybilla AUF DEM TROCKENEN Brandenburg ist eine der REGENÄRMSTEN REGIONEN Deutschlands. Schon heute wird das Trinkwasser knapp, Verteilungskämpfe und negative Baubescheide sind die Folge. Doch es gibt auch Lösungen. Ein Sonnenblumenfeld im Brandenburger Hochsommer. Die Sonne brennt, die Erde ist staubig. Traurig hängen die Pflanzenköpfe herunter, weit und breit keine Wolke in Sicht. Kurz schaut eine Hornisse vorbei, doch selbst die dreht schnell wieder ab. Nur eine Momentaufnahme? Leider nicht. Zwar hat es dieses Jahr mitunter kräftig geregnet. Im langjährigen Vergleich bleibt Brandenburg dennoch eine der trockensten Regionen Deutschlands. Allein zwischen 2018 und 2023 herrschte in vier von fünf Jahren Dürre. Und nicht nur dort. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung, die der Umweltverband BUND in Auftrag gegeben hat, sind bundesweit 201 von 401 Landkreisen von Grundwasserstress betroffen. „Die Studie zeigt, dass in vielen Gegenden das Grundwasser langfristig übernutzt wird“, heißt es in dem Papier. Vielerorts werde mehr entnommen, als durch Regen nachsickern kann. In Brandenburg tritt die Krise seit einigen Jahren offen zutage. Weil Wasser fehlt, stehen lange geplante Bauvorhaben zur

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