ordnen und für die Verwendung in Business-Softwareanwendungen aufzubereiten. Die Lösung wird nicht nur mit Notizzetteln und Tabellen aller Art fertig, sondern erkennt auch, worum es sich dabei jeweils handelt (Ablesenotiz, Vertragsdokument etc.). Längst haben sowohl PropTechs als auch die großen etablierten Anbieter von Immobiliensoftware KI in ihre Lösungen aufgenommen. Dazu zählen beispielsweise Aareon und Yardi. Yardi nutzt Datenanalyse durch KI unter anderem zur Automatisierung von Verwaltungsprozessen, zur dynamischen Anpassung der Mietpreise an Marktbedingungen, zur Vorhersage des Wartungsbedarfs, zur Mieter- und Kundenkommunikation und zur automatisierten Berichterstattung. Aareon hat soeben drei KI-unterstützte Lösungen vorgestellt: AAVA Kommunikation (automatische Erfassung und Beantwortung von Kundenanfragen), AAVA Wissensmanagement (beantwortet unternehmensinterne Anfragen) und AAVA ERP (automatisiert Routinetätigkeiten im ERP-System). Im Dienst der Effizienz, der Prozessbeschleunigung und der Kundenzufriedenheit dürfte es wohl bald bei allen Anbietern heißen: „Nichts geht mehr ohne KI.“ DIE ZUKUNFT: SELBSTLERNENDE AGENTEN Die Zahl der Anbieter und Anwender, die auf diesen Sektoren tätig sind, ist daher inzwischen kaum noch überschaubar. Ein Beispiel ist etwa PlanRadar, eine Plattform, die auch KI-gestützte Mängel- und Wartungsmanagementlösungen bereitstellt. Mithilfe von KI können hier Wartungsprozesse optimiert, Prioritäten gesetzt und Ressourcen effizienter eingesetzt werden. Im Bereich der Energieoptimierung nutzt beispielsweise die Energieagentur NRW KI-gestützte Systeme, um den Energieverbrauch in Gebäuden zu analysieren und zu steuern, was zu erheblichen Kosteneinsparungen führt. Und Kärcher etwa bietet heute autonome Reinigungsroboter für den professionellen Einsatz an, die selbstständig durch Gebäude navigieren, mit hoher Effizienz reinigen und den Personalaufwand reduzieren. Die erwähnte LünendonkStudie vermerkt, dass derzeit bereits 13 Dienstleister für Gebäudereinigung Flotten mit jeweils mehr als 100 Reinigungsrobotern betreiben. Auch der Fensterputzer in schwindelnder Höhe wird zunehmend aus Hard- und Software bestehen. Jonas Hahn erklärt: „Smartes Facility Management ist mehr als nur der Putzroboter. Es geht um ein optimiertes, effizientes Backoffice, das Aufträge schnell abarbeitet, die Erfüllung sicherstellt und Nachrichten und Daten dorthin weitergibt, wo sie benötigt werden.“ Auch Marc Mockwitz, CEO von Cloudbrixx, sieht gewaltiges Potenzial: „Erst durch die Selbstlernfähigkeiten moderner KI- und MachineLearning-Systeme bekommt der Roboter Flügel. Er wird zum selbst entscheidenden Unterstützungsinstrument für eine Vielzahl von Branchentätigkeiten.“ Einige Unternehmen verwenden etwa spezialisierte Roboter, um schwer zugängliche oder gefährliche Bereiche zu inspizieren und zu warten. Beispielsweise können Roboter in Lüftungs- oder Klimaanlagen, in Rohrleitungen oder auf Dächern erheblich erleichtert. Im Bereich Facility Management sind KI und KI-gestützte Roboter vor allem bei Wartungs- und Reinigungsaufgaben zu finden. Autonome Reinigungsroboter, die Böden in großen Gebäuden selbstständig säubern, sind mittlerweile keine Zukunftsmusik mehr. Sie lassen sich unabhängig von der Tageszeit betreiben und übernehmen standardisierte oder repetitive Tätigkeiten. Zudem kommen KI-gestützte Sensoren zum Einsatz, die den Zustand von technischen Anlagen überwachen, den Energieverbrauch optimieren und frühzeitig auf mögliche Störungen hinweisen. Dadurch können Ausfallzeiten reduziert und die Betriebskosten gesenkt werden. Die häufigste Anwendungsart von digitalen intelligenten Technologien ist immer noch die Vereinfachung und Automatisierung von „umständlichen“ Abläufen. Dazu Jonas Hahn, Professor für Immobilienmanagement an der Frankfurt University of Applied Sciences: „Gerade die aufwändigen, aber oft notwendigen C-Prozesse sind ideale Kandidaten für Automatisierung. Dinge wie das Anlegen von Lastschriftmandaten oder das Bearbeiten von Standardanfragen lassen sich heute schon gut über KI, Large Language Models (LLMs) oder Robot Process Automation (RPA) abbilden. Das spart Zeit – die man dann gezielter in wichtigere Themen stecken kann.“ DER DIGITALE DATENSCHATZ Nicht vergessen werden darf dabei, dass der Einsatz von KI auf Seiten der Nutzer einen digital verfügbaren Datenschatz erfordert – keine Selbstverständlichkeit, wo in der Praxis immer noch handgeschriebene Notizen, Exceltabellen, Office-Dokumente etc. nebeneinander existieren. KI hat jedoch auch dafür eine Lösung: Das Unternehmen AlphaPrompt nutzt die Technologie, um Dateien und Dokumente unterschiedlichster Art und Herkunft zu digitalisieren, zu 1 REINIGUNGSROBOTER werden manchmal bereits mit Künstlicher Intelligenz gesteuert 38 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt Expo Real 2025 – Künstliche Intelligenz 1
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