66 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Campus & Young Leaders Interviews, Meldungen & Co. TEXT Prof. Dr. habil. Kerry Brauer Im Fokus wohnungspolitischer Diskussionen stehen fast ausschließlich Großstädte mit angespannten Wohnungsmärkten. Diese einseitige Betrachtungsweise führt zwangsläufig zu einseitigen wohnungspolitischen Entscheidungen, die nicht den differenzierten Teilmarktsituationen in Deutschland gerecht werden. In einem Forschungsprojekt der Dualen Hochschule Sachsen, Leipzig, wurde sich der Thematik gewidmet, wie insbesondere Mittel- und Kleinstädte und damit nicht großstädtische Räume als attraktive Lebensstandorte wahrgenommen werden. Im Rahmen dieser Studie wurden u. a. Primärdaten zur Erfassung von Wohnpräferenzen erhoben. Es konnten 4.128 Fragebögen differenziert nach soziodemografischen Merkmalen der Befragten ausgewertet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse dürften auch auf andere Flächenbundesländer übertragbar sein. Die Ergebnisse waren teilweise überraschend. So wurde deutlich, dass nicht immer eine Korrelation zwischen den gewünschten Wohnkriterien und den Kriterien, die zur Wohnzufriedenheit führen, besteht. Zwar sind die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs oder die gute ÖPNV-Anbindung wichtig, führen aber nicht unmittelbar zu einer hohen Wohnzufriedenheit. Ein Zusammenhang zwischen Wichtigkeit und Wohnzufriedenheit wurde bei den Kriterien Nähe zur Natur bzw. Grünflächen, geringe Lärmbelästigung, gute Nachbarschaft, öffentliche Sicherheit und saubere Umwelt festgestellt. Wirklich überraschend war, dass Klein- und Mittelstädte am häufigsten bei der Frage nach dem idealen Wohnstandort genannt wurden. Die Großstädte schnitten hier am schlechtesten ab (Mehrfachnennungen waren möglich). Immerhin können sich 22 Prozent der Befragten, die heute in der Großstadt leben, und 26 Prozent, die im Umland einer Großstadt leben, vorstellen, in eine Klein- oder Mittelstadt zu ziehen. CAMPUS UNI: KLEIN- STATT GROSSSTADT 30 Kubikmeter – so viel Raum steht jungen Kreativen beim Gestaltungswettbewerb der Bundesstiftung Baukultur zur Verfügung. Studierende, Auszubildende und Schüler können darin innovative Mini-Projekte wie Ateliers, Aufenthaltsräume oder Fahrradgaragen entwickeln. Zehn Teams werden ausgewählt, erhalten je 2.500 Euro und präsentieren ihre Ideen im Juni 2026 in Potsdam. Einsendeschluss: 16. Dezember 2025. 30 Alles zur Teilnahme am Wettbewerb gibt's hier Künstliche Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt und könnte Berufseinsteiger zunehmend benachteiligen. Eine Analyse der Jobplattform Indeed zeigt, dass Junior-Stellen im TechSektor seit 2020 stark zurückgehen, während die Nachfrage nach erfahrenen Fachkräften steigt. In den USA sank die Zahl der Einstiegspositionen um rund ein Drittel, Senior-Jobs gingen nur um 19 Prozent zurück. In Deutschland ist das Bild ähnlich: Junior-Stellen in der Softwareentwicklung sind um 54 Prozent gesunken, Senior-Rollen nur um 15 Prozent. Im IT-Support zeigt sich ein noch extremeres Muster: Junior-Stellen fallen um mehr als 40 Prozent, Senior-Positionen steigen um 27 Prozent. Experten führen diese Entwicklung auf den Einsatz von KI zurück, die einfache Aufgaben übernimmt, die früher Einstiegsjobs besetzten. Gleichzeitig wachsen KI-nahe Profile wie Machine Learning Engineers stark. KI ALS KARRIEREBLOCKER?
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