81 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Herr Schneckenberger, was hat Sie und Ihr Team veranlasst, den CoPilot RE zu entwickeln? Wir wissen aus vielen Gesprächen mit Kunden in der Immobilienverwaltung, dass sie vor allem der Wunsch nach Arbeitserleichterung, Rechtssicherheit und mehr Effizienz umtreibt. Automatisierung und Digitalisierung bestimmen schon länger den Alltag unserer Kunden. Die Entwicklung einer KI-basierten Lösung war da ein logischer Schritt. Zumal uns Kunden immer wieder zurückgemeldet haben, dass eine KI-Lösung, die auf unserer rechtssicheren Datenbasis Fragen beantwortet, Handlungsempfehlungen gibt und Dokumente erstellt, eine große Hilfe wäre. Was berichten Ihnen Verwalter über ihre Bedürfnissee? Welche Rückmeldungen haben Sie diesbezüglich von Ihren Testkunden in der Branche erhalten? Vor allem die, dass Verwalter ihre Prozesse optimieren und die Produktivität steigern möchten. Dieses Ziel erreichen wir mit unserer KI-Lösung. Gerade rechtliche Aspekte in der Immobilienverwaltung sind oft kleinteilig, sei es im Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht oder in gänzlich neuen Gesetzen wie z.B. dem GEG. Dass der CoPilot RE die Möglichkeit eröffnet, in einem Dialog verständlich formulierte Antworten auf rechtliche Fragestellungen zu erhalten, bietet einen wertvollen Nutzen. Vor allem, weil diese Antworten in die Kommunikation mit Eigentümern und Mietern übernommen werden können. Das erleichtert die Arbeit, so lautet das Feedback. Was wird der CoPilot RE können? Er vereinfacht die fachliche Recherche, verschlankt Geschäftsprozesse und unterstützt bei der Kommunikation. Kunden können mit seiner Hilfe immobilienrechtliche Fragestellungen beantworten. Die Ergebnisse unseres KI- Assistenten basieren auf einer rechtlich geprüften Datenbasis. Gleichzeitig kann der CoPilot RE rechtliche Erklärungen wie Kündigungen, Abmahnungen sowie Verträge und vieles mehr erstellen. Außerdem wird er in der Lage sein, Antworten auf Mieter- und Wohnungseigentümeranfragen vorzubereiten. Wird der CoPilot RE alltägliche Verwalteraufgaben genauso lösen können wie größere? Ja. Er unterstützt etwa gezielt bei der Vorbereitung von Beschlüssen. Auch wird er in der Lage sein, per Mustergenerator sofort einsetzbare Vorlagen, Verträge, Anschreiben oder Protokolle zu erstellen. Und er wird präzise Antworten – etwa gegenüber Wohnungseigentümern – liefern können. Und zwar einzelfallbezogen. Prompting, die Eingabe von Aufforderungen, ist die Grundlage dafür, generative KI sinnvoll zu nutzen. Bei manchen Anwendern ist die Hemmschwelle groß, sich auf dieses neue Feld zu begeben. Anwender können sich mit dem CoPilot RE im Dialog austauschen wie mit einem Arbeitskollegen. Das heißt, sie geben eine Frage ein, erhalten eine Antwort, können dann zu einzelnen Aspekten weitere Fragen stellen bzw. Präzisierungen anfordern. Die KI verfeinert und vertieft dann ihre Antworten. Von einer eher allgemeinen Frage gelangt man so in wenigen Schritten zum Kern der Angelegenheit auf quasinatürlichem Weg. Niemand braucht umfangreiche Erfahrung mit KI oder tieferes Verständnis, gar Informatik-Wissen. Deshalb haben wir die Nutzeroberfläche auch übersichtlich schlicht gehalten, damit die Lösung so intuitiv wie möglich zu nutzen ist. Eine verbreitete Sorge im Zusammenhang mit KI ist ja das sogenannte Halluzinieren, was nichts anderes meint, als dass die Technologie etwas vermeintlich Passendes zusammenphantasiert, wenn sie keine richtige Antwort findet. Das stimmt. Weil wir die KI aber ausschließlich mit unseren strukturierten, aktuellen und rechtssicheren Daten füttern, ist diese Gefahr minimiert. Dennoch sollte jede Antwort von einem Menschen auf Plausibilität geprüft werden. Der CoPilot RE ist Unterstützung, nicht Ersatz von menschlichem Denken und Handeln. Wie sind Sie bei der Entwicklung vorgegangen? Auf Grundlage des Contents unserer Fachdatenbanken hat unser Entwickler-Team eine erste Version des CoPilot RE erstellt. Diese wurde von unserer Fachredaktion anhand alltäglicher und spezieller Praxisfälle ausführlich getestet. In einem ersten Schritt haben wir uns noch einmal intensiv mit den Bedürfnissen unserer Kunden beschäftigt. Verwaltungen, mit denen wir im regelmäßigen Austausch sind, haben uns wertvolles Feedback gegeben. Die Redaktion hat dann die KI mit entsprechenden Fragen “trainiert”. Von Beginn an hatten wir erfreulicherweise sehr gute Ergebnisse. In weiteren Runden wurde dann der Live- Gang vorbereitet. Wann wird das Tool erscheinen? Ab Mitte Oktober wird der CoPilot RE fester Bestandteil von Haufe VerwalterPraxis Professional und Gold sein. IN EIGENER SACHE: Wie können Verwalterinnen und Verwalter von KI profitieren? Mit dem COPILOT RE wird Haufe Mitte Oktober eine innovative Lösung einführen, die den Arbeitsalltag erleichtert. Miron Schneckenberger erklärt, wie Kundenfeedback und der Wunsch nach mehr Effizienz den Entwicklungsprozess geprägt haben. „DIE TESTKUNDEN HABEN UNS GESPIEGELT, DASS DER COPILOT RE HILFT, AUFWÄNDE ZU REDUZIEREN.“
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