Immobilienwirtschaft 4/2025

54 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 nötigen, sind ein Thema. Wir sehen im Moment fast keine Investoren von außen, die diese Summen bereit sind aufzubringen. Es gibt mehr Transaktionen um die 50 Millionen Euro. Aber die ganz großvolumigen Transaktionen von Investoren aus dem Ausland, wie wir sie in der Vergangenheit hatten, sehen wir im Moment in Frankfurt eher nicht. Wir warten auf Impulse, dass es weitergeht. Wenn die Immobilienwerte sinken: Wie geht die Helaba damit um? Peter: Wir machen hier differenzierte Erfahrungen. Es kommt ganz darauf an, wie wir finanziert haben. Die Helaba ist ja ein eher konservatives Institut … Haben Sie solche Themen nicht in Ihren Büchern? Peter: Ich denke, das kann kaum ein Kreditinstitut von sich behaupten. Wir sind aber in den allermeisten Fällen eher konservativer finanziert gewesen, sodass die Einschläge bislang zu verkraften waren. Wir waren aber schon zwei Jahre gut damit beschäftigt, unser Portfolio so sauber wie möglich zu halten, und sind im Vertrieb sehr früh in die Kundenansprache gegangen, wenn es um Prolongationen ging. Denn natürlich ist es ein Riesenunterschied, ob ich zu 1,2 Prozent finanziert habe, dann läuft der Kredit aus und auf einmal beträgt der Zinssatz über vier Prozent. Wenn die Investitionen in den Büromarkt stagnieren, könnte sich das Gesicht der Stadt ändern. Grieb: Es stimmt schon, dass ausländische Investoren mit ihren Investitionen zurzeit zurückhaltender sind. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Wir haben eine türkische Bank, die stark investiert, wir haben die ING Diba und andere Akteure, die in recht großem Umfang investieren. Und was den Vermietungsmarkt angeht … Grieb: Da kann man nicht von einer Stagnation sprechen. Wir hatten schon im Juli die Summe erreicht, die wir im ganzen Jahr 2024 hatten. Ich möchte auch den Hochhausrahmenplan erwähnen, der komplette Neubauten genauso erlaubt wie die Aufstockung und Revitalisierung bestehender Gebäude, es geht um 14 neue Hochhäuser … Klingler: Im Moment gibt es wenig Bereitschaft von Investoren, auf das Thema Büro aufzuspringen. Es ist doch alles eine Frage der Rendite. Ich meine schon, Frankfurt müsste sich verstärkt bemühen, Investoren hierher zu bekommen. Es ist keine Lösung, sich fast ausschließlich dem Wohnen zu widmen und das Thema Gewerbeimmobilien so zu belassen, wie es ist. Es wird oft damit argumentiert, es gebe genügend gewerblichen Leerstand im Frankfurter Osten. Klingler: Nein, für eine Stadt wie Frankfurt ist es wichtig, Büroräume in zentralen Lagen zur Verfügung zu stellen, die auch neue Investoren anziehen. Grieb: Das ist alles ein Thema der Ressourcen, auch von Humankapital. Und von Raum. Wir brauchen Platz für Wirtschaft, Gewerbe und Wohnen, können aber auch nicht unendlich landwirtschaftliche Flächen oder Natur reduzieren. Es gibt eine enorme Flächenkonkurrenz. Zum einen entwickeln wir Projekte, bei denen der Aldi-Markt im Erdgeschoss immer gesetzt sein muss. Obendrüber sind wir dann flexibel, was die Entwicklung betrifft. Es ist dabei grundsätzlich vieles vorstellbar: Büroflächen, Wohnen in allen Formen, altersgerechtes Wohnen, studentisches Wohnen sowie Kitas etc. Beim Wohnen stoßen wir immer auf offene Türen. Beim Thema Gewerbe- und Einzelhandelsflächen sind die Diskussionen aber häufiger mal etwas umfangreicher. Da kommen wir oft nicht so voran. Frau Peter, wie attraktiv ist der Büromarkt Frankfurt gerade vor dem Hintergrund steigender Zinsen? Peter: Durch die massiven Zinserhöhungen in schneller Folge sind die Immobilienmarktwerte zurückgegangen, und zwar in allen Märkten weltweit. Eine solche Dynamik bei Zinserhöhungen hat es bislang nicht gegeben und war für viele Marktteilnehmer so nicht vorhersehbar, sowohl auf Banken- als auch auf Investorenseite. Der Werterückgang führte zur allgemeinen Kaufzurückhaltung bei den Investoren. Ohne Transaktionen gibt es keine Vergleichspreise, weswegen der Markt weiter unsicher blieb. Insbesondere ältere Büros in abseitigen Lagen dürften ein Thema sein … Peter: Definitiv, aber nicht ausschließlich. Auch neuere Büros in zentralen Lagen, die einfach Investitionssummen von mehreren 100 Millionen Euro be- „DIE GROSSVOLUMIGEN TRANSAKTIONEN VON INVESTOREN AUS DEM AUSLAND SEHEN WIR HIER GERADE EHER NICHT. WIR WARTEN AUF IMPULSE, DASS ES WEITERGEHT.“ Anja Peter, Helaba

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==