53 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 stellungen. Gerade im Schönhof-Viertel stellen wir sukzessive Wohnungen fertig, aber auch andernorts im Ballungsraum Rhein-Main. Tatsächlich waren das im Schnitt der letzten fünf Jahre etwa 600 pro Jahr, das ist schon ein echter Brocken. Das ist auch gut so, denn jetzt brauchen wir den Wohnraum. Wir machen jetzt auch wieder etwas kleinere Projekte. Keine größeren mehr? Kaleve: Doch. Es gibt z. B. ein Projekt, mit dem wir noch dieses Jahr starten werden. Da geht es um den Neubau von 500 Miet- und 100 Eigentumswohnungen in der ehemaligen Bürostadt, dem heutigen Lyoner Quartier. Wir sind ständig dabei, zu investieren, unabhängig von den tatsächlich jetzt sehr attraktiven Förderbedingungen der Stadt und des Landes Hessen. Das braucht Frankfurt aber auch dringend. Herr Pufe, Aldi sucht ja permanent Flächen. Wenn Sie Ihr Projekt in der Oskar-Sommer-Straße sehen, wie läuft die Zusammenarbeit mit den Behörden? Pufe: Sehr gut, das muss ich schon sagen. Das Grundstück haben wir vor vier Jahren erworben und sind jetzt in der Realisierung. Das ist eine Fläche von 3.500 Quadratmetern mit einer Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss. Es waren einmal 6.500 Quadratmeter Bürofläche. Diese wird umgewandelt in 83 Wohneinheiten. Das war ein Paradebeispiel dafür, wie es gut laufen kann. Aber das ist nicht immer so. Woran liegt das dann? Pufe: Es kommen hier zwei Themen zusammen. furt im Moment tatsächlich keine großen Investitionen, im Sinne von Transaktionen, wie z. B. in Berlin oder München, wo in 2025 zwei große Transaktionen stattgefunden haben. Trotzdem: Frankfurt ist ein wichtiger Standort, insbesondere für Finanzinstitutionen. Ein Beispiel dafür ist, dass die EU-Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung AMLA als Mieter für den Messeturm gewonnen werden konnte, der immer als ein bisschen schwierig zu vermieten galt. Hier hat sich Frankfurt als Standort für Finanzinstitutionen national und international durchgesetzt. Herr Klingler, haben Sie inzwischen in Frankfurt investiert? Klingler: Wir sind als Wohninvestor unterwegs und haben als solcher vor einigen Jahren etwas im Schönhof-Viertel erworben, wo wir jetzt in die Fertigstellung gehen. Neue Geschäfte haben wir aber tatsächlich in den letzten zwei Jahren nicht mehr gemacht. Sie hatten sich immer kritisch zu Frankfurt geäußert. Klingler: Ich bin ein großer Supporter der Stadt, auch wenn das in den letzten Jahren nicht immer so rübergekommen ist. Die Kommunalpolitik konnte ich oft nicht so ganz verstehen und kann es manchmal immer noch nicht. Die Frage ist, ob tatsächlich immer die richtigen Weichen gestellt werden, um die Stadt attraktiv zu machen für Investoren und Nutzer. Aber es hat sich hier tatsächlich einiges getan. Sie spielen auf die Förderprogramme der Stadt an? Klingler: Ja, die sehen wir sehr positiv. Wir haben jetzt zwei Komponenten, nämlich die städtische und die Landesförderung, die für Investoren sehr attraktiv sind. Fünf Euro Mietzuschuss auf den Quadratmeter, Zuschüsse mit günstigen Krediten, und das im Zusammenspiel mit der Landesförderung, ergibt attraktive Konditionen, um auch in das geförderte Wohnen zu investieren. Wir sind gerade dabei, eine sehr große Investition hier in Frankfurt zu prüfen. Werden die eher negativen Themen, wie der Baulandbeschluss, überlagert von den positiven? Klingler: Das würde ich so sehen. Investitionen in gefördertes Wohnen sind inzwischen durchaus attraktiv geworden. Dieses Förderprogramm ist hochinteressant. Das Thema freifinanzierter Wohnraum war nach dem Baulandbeschluss schon nicht mehr attraktiv, weil die Baukosten einfach zu hoch sind. Trotz möglicher Mietsteigerungen? Klingler: Wenn ich am Ende des Tages eine Ausschüttungsrendite von vier Prozent erreichen will, rechnet sich das einfach nicht. Aber keine Kritik an Frankfurt mehr? Klingler: Natürlich geht es an bestimmten städtischen Stellen immer noch relativ langsam voran. Die Bauämter sind immer noch zu träge. Aber es sind Fortschritte zu erkennen. Kaleve: Wir setzen gerade sehr viel um; insbesondere nach Grundstückseinkäufen, die wir zwischen 2015 und 2021 getätigt haben, folgen jetzt die Fertig- „BEIM WOHNEN STOSSEN WIR IMMER AUF OFFENE TÜREN. ABER BEIM THEMA GEWERBE- UND EINZELHANDELSFLÄCHEN KOMMEN WIR OFT NICHT SO VORAN.“ Thorsten Pufe, ALDI SÜD In Kooperation mit
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