57 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 „FRANKFURT HAT EIN PROGRAMM AUFGELEGT FÜR STUDENTISCHES UND AZUBI-WOHNEN. WIR SIND ZUNEHMEND IN SEHR KONKRETEN GESPRÄCHEN MIT ARBEITGEBERN.“ Reimund Kaleve, Nassauische Heimstätte 1 1 ALIREZA AFSHAR: „Bitter ist, dass Aufstockungen per se gar nicht mehr zu finanzieren sind.“ sind wir in der Vermietung, wir sind auch im Einzelvertrieb von Eigentumswohnungen. Im letzten Jahr haben wir von den 200 Wohnungen, die insgesamt in Frankfurt verkauft wurden, 80 verkauft, d. h. 40 Prozent der gehandelten Eigentumswohnungen. Offenbar haben wir ein gutes, bezahlbares Angebot gemacht. Im letzten Jahr hatte die NHW verstärkt den Blick auf Gebiete außerhalb von Frankfurt gerichtet … Kaleve: Unsere Aktivitäten hören hier nicht auf. Auch in Darmstadt haben wir Wohnungen fertiggestellt. Wir schauen auf den so genannten Frankfurter Bogen, das sind die Orte, von denen aus Sie innerhalb von 30 bis 45 Minuten mit dem ÖPNV zu Ihrem Arbeitsplatz nach Frankfurt kommen können. Natürlich rechnen sich unsere Projekte im Augenblick in Frankfurt am besten, weil es eben die freifinanzierten Mieten ermöglichen. Wobei unser Fokus klar der geförderte Wohnraum ist. Denn es ist unser Auftrag, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ab und zu ist zu lesen, der Druck auf dem Kessel, der hier in Frankfurt ist, weiche nach außen aus … Kaleve: Das sehen wir noch nicht so stark, aber das wird natürlich kommen. In Offenbach sind schon deutliche Mietsteigerungen von fünf bis sechs Prozent in den letzten beiden Jahren festzustellen. Gibt es bei Ihnen neue Ideen, Herr Klingler? Klingler: Das Thema, wie man mit Beständen umgeht, wird von Investoren stark getrieben. Da werden wir uns breiter aufstellen. Ich bin auf die Gespräche mit der Stadt gespannt. Wir können nicht modernisieren und am Ende des Tages bei einer freifinanzierten Miete um zehn Euro liegen. Eine marktadäquate Miete muss umsetzbar sein. Aus einer Mischung mit dem geförderten Anteil könnten attraktive Konzepte entstehen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das hier in Frankfurt auch weiter umsetzen können. Gar keine Kritik in diesem Jahr? Klingler: Die Stadt muss weiter an ihren Reputations-Themen arbeiten. Wir sind ja ein internationales Haus mit der Muttergesellschaft in Großbritannien. Und vieles, was wir in den letzten Jahren lesen mussten, war nicht immer toll für Frankfurt. Das Bahnhofsviertel ist immer noch nicht wunderbar. Diese Probleme dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Wichtig ist etwa, dass sich die Stadt nicht völlig gegen den Individualverkehr stellt und dieser nicht gegen den ÖPNV ausgespielt wird. Grieb: Das stimmt. Ich war gerade in Spanien. Mir ist positiv aufgefallen, wie sauber dort oft U-BahnStationen sind, aber auch Geschäftsstraßen. Das Bahnhofsviertel darf man nicht über einen Kamm scheren. Dort gibt es verschiedene Ecken und Straßen, wo es aufwärtsgeht. Die Kaiserstraße ist noch nicht so, wie sie sein soll. Aber man sieht Entwicklungen, etwa mit dem Fürstenhof. Peter: Ich denke, die Helaba ist mit der Stadt in sehr gutem Austausch, was man z. B. am Central Business Tower und auch an der Entwicklung der Frankfurter Kulturmeile sieht. Ich persönlich allerdings finde Frankfurt manchmal ein bisschen schäbig. Es gibt eine Menge Stellen, wo ich mir mehr Ästhetik wünsche und eine einladendere Umgebung. Gerade solche Ecken wie das Bahnhofsviertel, aber auch die Hauptwache oder der Willy-Brandt-Platz, das sind Stätten, an denen es in puncto „Wohlfühlfaktor“ Luft nach oben gibt. Grieb: Was man am Bahnhofsviertel aber sieht, ist, dass das Thema Wirtschaft mehr Gewicht bekommt. Die Stadt schaut verstärkt auf wirtschaftliche Themen. Die Messe sitzt in der Nähe, die Leute kommen am Hauptbahnhof an. Viele Unternehmen sitzen dort, Banken, Handel und Gastronomie. Auf deren Bedürfnisse wird inzwischen verstärkt geschaut. Das kann ich als Wirtschaftsförderer nur gut finden.
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