Immobilienwirtschaft 4/2025

56 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Regionreport Frankfurt/M. Unternehmerrunde „DER BÜROVERMIETUNGSMARKT STAGNIERT NICHT. WIR HATTEN SCHON IM JULI DIE SUMME ERREICHT, DIE WIR IM GANZEN JAHR 2024 HATTEN.“ Bernhard Grieb, Wirtschaftsförderung Frankfurt mehr. Mit zusätzlicher Infrastruktur in Form von Gastronomie oder Versorgern wird der Stadtteil immer attraktiver, um dort zu wohnen. Allerdings bin ich grundsätzlich ein bisschen skeptisch, wenn sich große Gewerbegebiete mit Wohnungen mischen. Jeder redet doch von Mixed Use … Klingler: Vielleicht gibt es auf der Zeil eine Möglichkeit. In einem Objekt wird hier eine Schule gebaut, das ist eine tolle Entwicklung. Dieser Mixed Use wird sicher funktionieren. Aber das ist eher ein Einzelfall. Grieb: Ich sehe es ähnlich: Man kann nicht in einen Stadtteil, in dem sich viel Kleingewerbe befindet, große Bürotürme reinsetzen. Ein positives Beispiel ist der Frankfurter Osten, das Ostend. Dort funktioniert Wohnen und Gewerbe gut zusammen, teilweise auch noch mit Hafen und anderen Gewerbeformen. Peter: Umfassende Mixed-Use-Konzepte müssen gut durchdacht sein. Wenn ich mir etwa den Frankfurter Büromarkt im CBD anschaue, ist die Entwicklung im Four oder im Omniturm beispielhaft. Da gibt es auch Wohnungen für eine spezielle Mietergruppe, die die innerstädtischen Mieten bezahlen kann. Die Helaba finanziert das ja mit. Gibt es in Frankfurt in puncto Finanzierung ein Vorzeigeobjekt? Peter: Eines, das wir finanzieren, ist Teil der Quartiersentwicklung im Osthafen, eine große Vermietung, wo die ING hinzieht. Das ist ein Leuchtturmprojekt. Aber ich möchte auch noch ein Objekt nennen, das die Helaba nicht finanziert, sondern selbst baut: unseren Central Business Tower. Unseren Kollegen aus dem Gebäudemanagement ist hier ein Super-Coup gelungen. Wir haben über 70.000 Quadratmeter an die Commerzbank vermietet. Diese beiden Projekte in Frankfurt haben einen enormen Einfluss auf die Standorte, auf die Spitzenmiete und auf die Durchschnittsmiete. Wir sehen, dass es an ausgewählten Top-Standorten immer noch möglich ist, mit einer hohen Gebäudequalität hervorragende Ergebnisse und sehr hohe Mieten zu erzielen. Was würden Sie sich von der Stadt wünschen? Pufe: Wir würden gerne schneller mit unseren Projekten vorankommen. Dazu braucht es eine gute Kommunikation, einen guten Austausch. Das Thema „Geben und Nehmen“ könnte ausgeprägter sein. Inwiefern? Pufe: Wir kommen ja klassisch aus Stand-alone-Lagen. Wir kaufen Grundstücke in der Größe von 7.000 bis 8.000 Quadratmetern, bauen eine Stand-aloneAldi-Filiale mit 120 Stellplätzen auf dem Grundstück. Städtebaulich eine Katastrophe. Aber von uns so gewünscht. Diese Standorte sind meist 25 bis 35 Jahre alt. Allerdings sind wir mittlerweile bereit, sie neu zu denken, sie in eine Projektentwicklung zu geben. Dafür ist meine Einheit gegründet worden als Projektentwicklungsgesellschaft, um Standorte städtebaulich zu korrigieren. Wohnen als Thema wird natürlich gerne genommen. Aber der Einzelhandel, das Gewerbe im Erdgeschoss, ist dann oft das Problem … Wäre reines Wohnen ein neues Geschäftsmodell? Pufe: Nein, überhaupt nicht. Wohnen ist für uns eher das Randprodukt, auch wenn es oft technisch mehr Raum einnimmt als das klassische Gewerbe im Erdgeschoss. Wir sind Einzelhändler, verdienen damit unser Geld. Das investieren wir gern auch in Immobilien. Wir sind aber kein klassischer Wohnungsentwickler und wollen es auch nicht werden. Wo gibt es denn besondere Hemmnisse bei der Stadt? Pufe: Neben dem klassischen Discountmarkt, den wir realisieren wollen, nehmen wir gerne Partner mit aufs Grundstück. Den Drogeriemarkt oder auch den Vollsortimenter. Und das wird eher kritisch gesehen. Wie ist Ihre Zusammenarbeit mit den Ämtern? Kaleve: Die Zusammenarbeit mit Bauaufsicht und Stadtplanungsamt läuft hervorragend. Bei Projekten, die wir im Bestand machen, geht es immer um das Gesamtkonzept. Nicht nur um die Quadratmeter Wohnfläche, die geschaffen werden, sondern auch um andere Vorteile, etwa Biodiversität. Wenn das Gesamtpaket stimmt, gibt es Zustimmungen. Eine Heizungsanlage denken wir für das Gesamtquartier. Kann man bestehende Wohnungen dort an den Neubau mit dranhängen? Das honorieren Behörden. Und die Bedeutung von Frankfurt für die NHW generell? Kaleve: Es läuft hier richtig gut. Im Schönhof-Viertel

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