36 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt Expo Real 2025 – Künstliche Intelligenz welle derzeit einen „Sprung nach vorn“, bestätigt auch Robert Betz, EMA Head of Digital Real Estate bei KPMG: „Aus meiner Sicht stehen wir gerade an einem Wendepunkt. Vieles, was noch vor wenigen Jahren als ‚nice to have‘ galt, wird jetzt zum echten Wettbewerbsfaktor. Die Anforderungen an Gebäude – sei es im Betrieb, in Sachen ESG oder auch im Hinblick auf Nutzererlebnisse – steigen stetig. Künstliche Intelligenz und datenbasierte Steuerung helfen dabei, diese Herausforderungen gezielter und smarter zu lösen.“ In der kürzlich veröffentlichten Studie „Facility Service in Deutschland“ der Analysten von Lünendonk nannten 84 Prozent der befragten Dienstleister KI als wichtigsten Trend für die Digitalisierung von Gebäudedienstleistungen, Tendenz steigend. Hohe Potenziale für KI-gestützte Anwendungen erkennen die Unternehmen dabei vor allem in der automatisierten Datenerfassung, der Analyse großer Datenmengen, im Reporting und im Energiemanagement. Auch das in anderen Wirtschaftssektoren bereits weit verbreitete Konzept der vorausschauenden Instandhaltung (Predictive Maintenance) gewinnt an Bedeutung, da hochwertige Sensorik und KI-basierte analytische Systeme die Bewertung von Anlagenzuständen erleichtern und optimieren. KI UND ROBOTIK IM DIENST VON PM UND FM Im Property Management kommen KI-basierte Systeme vor allem bei der Datenanalyse und Entscheidungsfindung zum Einsatz. Beispielsweise können KIAlgorithmen mit ihrer Fähigkeit zur Analyse großer Datenmengen und zur Mustererkennung ein intelligentes Flächenmanagement unterstützen, Mietpreise in Echtzeit an Marktbedingungen anpassen oder Prognosen über die zukünftige Wertentwicklung einer Immobilie erstellen, was die strategische Planung AAus dem Liegestuhl tönt es laut und vernehmlich: „Alexa, bau mir mein Traumhaus, Version 3e!“ Unmittelbar darauf setzt sich ein Trupp von Robotern unterschiedlicher Bauart und Zweckbestimmung in Bewegung. Einige vermessen das Gelände, andere schaffen Baumaterialien herbei und bringen Maschinen und 3D- oder 4D-Drucker in Position. Gesteuert und koordiniert wird die Tätigkeit der kleinen Armee über selbstlernende KI-Systeme in der Cloud. Die künftigen Hausbesitzer genießen den Anblick des langsam wachsenden Gebäudes vom Rasen des Grundstücks aus bei Cappuccino, Latte Macchiato und Co … Zugegeben, dieses Szenario wirkt wie eine Szene aus einem B-Movie über die 2030er Jahre. Dennoch: Die technologischen Grundzutaten hierfür sind bereits heute vorhanden. Künstliche Intelligenz, selbstlernende Maschinen, Roboter mit Verbindung in die Cloud – auch in der Immobilienwirtschaft sind sie längst keine Fremdkörper mehr, sondern befinden sich in unterschiedlichem Ausmaß im Einsatz oder in Planung, Entwicklung oder Test. Dass KI auch von den allermeisten Unternehmen in der Immobilienwirtschaft nicht nur als nützlich, sondern als Gamechanger gesehen wird, machen Umfragen und Studien bereits seit Jahren deutlich. Parallel dazu steigt die Zahl der Use Cases und Anwendungsfelder sprunghaft an, und die Softwareanbieter integrieren immer mehr KI-Elemente in ihre Lösungen, die praktisch die gesamte Prozesswelt der Branche abdecken. Das Property Management und das Facility Management bilden hier keine Ausnahme. Diese Technologien verändern die Art und Weise, wie Immobilien verwaltet, gewartet und optimiert werden, und bieten sowohl Effizienzsteigerungen als auch neue Servicequalität. Der Einsatz von KI erfährt nach den guten Erfahrungen der ersten AnwendungsBARRIEREN BESEITIGEN PER KI UND ROBOTIK Künstliche Intelligenz wird auch in der Immobilienwirtschaft zum GAMECHANGER. Die Zahl der Use Cases und Anwendungsfelder steigt sprunghaft. Die Softwareanbieter integrieren immer mehr KI-Elemente in ihre Lösungen. Praktisch die gesamte Prozesswelt der Branche ist betroffen. TEXT Dr. Hans-Dieter Radecke
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