24 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Schwerpunkt Expo Real 2025 ‑ ein Appetitanreger 1 EXPO REAL Die Veranstaltung mutiert immer mehr von einer Prestigemesse zur Arbeitsplattform 2 BEGEGNUNGSORT Das persönliche Treffen ist doch noch oft die beste Grundlage für Geschäfte plattform Transform & Beyond, die in ihr zweites Jahr geht. Mehr als 60 Unternehmen haben bereits zugesagt. In Halle A3 drehen sich die Themen um Dekarbonisierung, Smart Building Technologies, digitale Quartierslösungen sowie KI und Robotik. Die Transform & Beyond Stage sowie die Decarb-Arena bieten Raum für praxisnahe Debatten und neue Perspektiven. „KI hat den Raum der Immobilienwirtschaft betreten und ist zum sich ständig verbessernden Begleiter geworden“, so Alexander Köth, CEO bei Empro. Künstliche Intelligenz kann schon heute viele Aufgaben automatisieren und Prozesse verschlanken. Gleichzeitig mahnen Experten: Nicht jedem Hype hinterherlaufen – oft reicht schon die konsequente Nutzung vorhandener Tools und Daten, um heute besser zu arbeiten. Für KI gilt: Noch nicht überall einsetzbar – aber jetzt ist die Zeit, um sich strategisch aufzustellen. DIE MÄRKTE UND DIE HERAUSFORDERUNGEN IM BLICK Wer verstehen will, warum die Branche wirklich neue Rezepte braucht, muss nur auf die aktuellen Rahmenbedingungen schauen. Denn die sind herausfordernder denn je. Der deutsche Immobilienmarkt steht unter Druck: hohe Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren, unstete Förderkulissen, hohe Baustandards und regulatorische Unsicherheiten. Zwar wurde das Vorjahresergebnis laut Analyse von BNP Paribas Real Estate im ersten Halbjahr 2025 mit einem Gesamtumsatz von knapp 15,9 Milliarden Euro leicht übertroffen – die erhoffte dauerhafte Erholung lässt aber noch auf sich warten. Die Entwicklung verläuft je nach Assetklasse sehr unterschiedlich: • Wohnimmobilien: Umsatzplus von 36 Prozent – ein Stabilitätsanker, aber mit Engpassfaktor im Angebot; • Gewerbeimmobilien: Rückgang um sieben Prozent auf 11,4 Milliarden Euro; • Retail: selektive Nachfrage, vor allem in High-Street-Lagen und Nahversorgung, so Analysen von Praemia REIM Germany; • Logistik: hohe Nachfrage, aber durch die strukturelle Flächenknappheit gebremst; • Büro: noch von Zurückhaltung geprägt, doch stabile Spitzenmieten, vereinzelte Großdeals und Chancen für antizyklisch orientierte Investoren; • Hotel: gewinnt an Schwung durch Großtransaktionen und stabile Ertragskennzahlen, was Investoren auf eine nachhaltige Erholung hoffen lässt; • Gesundheitsimmobilien: demografiegetrieben im Fokus internationaler Anleger. Die Märkte reagieren differenziert – doch klar ist: Ohne politische Impulse bleibt die Dynamik begrenzt. REFORMSTAU, BÜROKRATIE, POLITIK – UND DIE MESSE Gerade in diesem herausfordernden Umfeld wird die Expo Real zum zentralen Ort, um Perspektiven zu entwickeln, Partner zu finden und die Weichen für neue Projekte zu stellen. „In einem Marktumfeld, das weiterhin durch Zurückhaltung bei Neuinvestitionen und Projektentwicklungen geprägt ist, rückt das Asset und Property Management stärker in den Mittelpunkt“, erklärt Jürgen Hau, Geschäftsführer der Industria Immobilien GmbH. Doch so professionell das Management auf Objektebene inzwischen oft ist, der eigentliche Flaschenhals liegt an anderer Stelle: in der Politik. Zähe Genehmigungen, unübersichtliche Vorschriften, analoge Prozesse. In den Niederlanden wurde das Baugesetzbuch schon vor Jahren verschlankt. In Deutschland wartet man vielerorts noch immer auf die Digitalisierung der Bauämter. Für eine echte Belebung der Bauaktivitäten braucht es bessere Rahmenbedingungen. Die neue Bundesregierung muss nun liefern, und zwar mehr als Lippenbekenntnisse, ist die Immobilienbranche doch eine der Schlüsselbranchen Deutschlands. Auf der Expo Real wäre daher politische Präsenz hilfreich, nicht für symbolische Fototermine, sondern für echte Gespräche mit Fachleuten. Dafür ist eine Messe ideal, vor allem eine, die nicht nur beobachtet, sondern tatsächlich etwas in Bewegung bringt. UND JETZT: HERD AN, ÄRMEL HOCH Die Expo Real 2025 könnte zum Mise en Place für alles werden, was die Immobilienbranche in den kommenden Jahren strategisch, kreativ und realistisch gestalten muss. Was heute vorbereitet wird, entscheidet darüber, ob Ideen morgen zu tragfähigen Projekten reifen. Die Zutaten sind da, die Rezepte werden neu geschrieben, doch gekocht wird nicht im Alleingang. Zukunft entsteht nicht durch Zuschauen, sondern durch gemeinsames Handeln. Und der beste Ort dafür ist dort, wo die Branche zusammenkommt: auf der Expo Real in München. 1
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