Immobilienwirtschaft 4/2025

von Büro zu Rechenzentren, gerade auch an Standorten wie Eschborn.“ 29 Rechenzentren mit knapp 168.000 Quadratmeter Nutzfläche gibt es bereits auf dem Frankfurter Stadtgebiet, wie der Betreiber Digital Realty ermittelte. Die Stadt hat mit den vier Digitalparks Hattersheim, Sossenheim, Fechenheim und Ostend bestimmte Lagen für neue Entwicklungen definiert. Aufgrund dieser Lagevorgaben bleiben Rechenzentren ein rares, aber sehr beliebtes Investmentprodukt in der Mainmetropole: „Jeder große Datacenter-Betreiber will in Frankfurt sein“, so Marcel Crommen, Geschäftsführer des Immobilienberaters NAI Apollo. Der Konkurrenzkampf um die Fläche ist für die Logistik zwar keine Neuheit – hinzu kommen jedoch längere Entscheidungsprozesse auf Mieterseite, wie Crommen anmerkt: „Im Logistiksegment haben wir zwar eine kontinuierliche Flächennachfrage, aber die Nutzer zögern wegen geopolitischer Unsicherheiten. Daher gestaltet sich die Nutzersuche an einigen B- und C-Standorten derzeit schwieriger, während sich die bevorzugten Lagen in den Top-5-Regionen weiterhin sehr stabil zeigen. Die Kommunen ziehen aktuell Gewerbeparks neuen Logistikhallen vor.“ Dementsprechend sank der Flächenumsatz im ersten Halbjahr 2025 mit rund 211.000 Quadratmetern um 15 Prozent gegenüber dem Halbjahr 2024. PERSPEKTIVEN FÜR DIE STADTENTWICKLUNG Die knappe Ressource Fläche wird auch in den kommenden Jahren Bestandskonversionen weit oben auf die Frankfurter Stadtentwicklungsagenda setzen. Eine großformatige Ausnahme bildet das 73 Hektar messende Areal Westside im Stadtteil Griesheim, wo Beos bis 2040 ein gemischt genutztes Gewerbeareal entwickeln wird. Den Start des Großprojekts setzte eine bereits weit fortgeschrittene Rechenzentrumsentwicklung. Für die Nachnutzung des alten Polizeipräsidiums, dessen Entwicklung vorerst an der Pleite der Gerchgroup gescheitert ist, sucht die Stadt für das 42.000 Quadratmeter große Areal neue Investoren. Weitere positive Signale erwarten die Immobilienexperten von dem bereits durch eine Machbarkeitsstudie positiv beschiedenen Ausbau der Regionaltangente Ost als neue ÖPNV-Verbindung: „Das ist eine große Chance für die generelle Zukunftsfähigkeit Frankfurts“, erklärt LBBW-Manager Stapf. Ein weiterhin ungelöstes Problem bleibt jedoch das Frankfurter Sorgenkind, der Hauptbahnhof. Markus Kullmann fordert ein hartes Eingreifen gegen die offensichtliche Kriminalität: „Ob das neue CrackSuchthilfezentrum die Lage entspannt, bleibt abzuwarten. Aus meiner Sicht wäre ein konsequentes Vorgehen gegen die Dealer weitaus erfolgversprechender. Die Stadt muss sich klarmachen, dass Unternehmen und Investoren die Entwicklung des Frankfurter Bahnhofsviertels voll im Fokus haben.“ „WOHNEN UND LOGISTIK BIETEN EINE KONTINUIERLICHE NACHFRAGE UND STABILE FAKTOREN. BÜROS FUNK- TIONIEREN AUS UNSERER SICHT NUR IN ZENTRALEN LAGEN.“ Jan Gumprecht, Mitglied der Geschäftsleitung des Projektentwicklers OFB 1 PARKTRIO Mehr als 140 Mietwohnungen entstehen beim LBBW-Projekt Parktrio in Frankfurt-­ Bockenheim 1 50 · Immobilienwirtschaft · 04 / 2025 Regionreport Frankfurt/M. Immobilienmarkt

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