Personalmagazin Software-Kompendium 2018 - page 22

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HR-SOFTWARE
_TALENT MANAGEMENT
spezial Softwarekompendium 2018
Die Anbieter von Talent-Management-Software können grob in drei Gruppen unter-
teilt werden, die im Schwerpunkt von unterschiedlichen Prinzipien und Grundauffas-
sungen, was Talent Management erfolgreich macht, geleitet sind.
„Scientific Management“ verfolgt die Idee der optimalen Prozessgestaltung, um Ineffi-
zienzen zu beseitigen. Durch eine Vereinheitlichung und Automatisierung von Prozessen
verspricht man sich eine effiziente und möglichst störungsfreie Umsetzung der definier-
ten Konzepte. Anbieter sind beispielsweise SAP oder Oracle.
„People Contribution“ sieht den Menschen als Quelle des Erfolgs. Durch das Involvie-
ren der Mitarbeiter soll die beste Passung zwischen den Bedürfnissen der Aufgabe, der
Organisation, der Situation und der Mitarbeiter ermöglicht werden. Mitarbeiter werden
als Gestalter in Entscheidungen einbezogen. Anbieter ist beispielsweise Haufe-Umantis.
„Business Execution“ richtet Aktivitäten an zentralen Vorgaben aus. Organisationen,
Teams oder Personen, die überdurchschnittlich erfolgreich sind, gelten als Best Practice.
Das Top-Management leitet daraus Strategien ab, die möglichst einheitlich und flächen-
deckend über die gesamte Organisation ausgerollt werden. Verfolgt wird dieser Ansatz
von spezialisierten US-Anbietern wie Success Factors, Workday oder Cornerstone.
(ks)
Drei Ansätze im Talent Management
ÜBERBLICK
U
m im digitalen Zeitalter beste-
hen zu können, entscheiden
sich immermehrUnternehmen
für eine Talent-Management-
Lösung, die die vorhandenen HR-Prozesse
vollständig digital abbildet. Die Erkennt-
nis, dass eine optimale Talent-Manage-
ment-Software den Personalbereich in
vielen Aufgaben effizient unterstützt und
maßgeblich zur Mitarbeiterbindung und
Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt, setzt
sich somit weiter durch.
Von
Elke Singler
Kein Wunder also, dass der Talent-
Management-Softwaremarkt weltweit
jährlich knapp zweistellig wächst. Wäh-
rend kleinere Anbieter aufgrund von
Fusionen oder Übernahmen vom Markt
verschwinden, bauen die etablierten
Hersteller ihre Marktposition stetig
aus. Das belegt auch der neueste „Ma-
gic Quadrant for Talent Management
Suites“ von Gartner, einem der weltweit
führenden Forschungs- und Beratungs-
unternehmen für die IT-Branche.
2013 waren darin 20 Talent-Manage-
ment-Softwareunternehmen vertreten,
Platzhirsche sichern ihr Revier
ÜBERBLICK.
Der Markt für Talent-Management-Software konsolidiert sich. Das
zeigt der Gartner-Report, der 2017 nur neun Anbieter aufgenommen hat.
2017 sind es nur noch neun. Der erneute
Rückgang zeigt, dass sich der Talent-Ma-
nagement-Softwaremarkt konsolidiert
hat und weiter reift.
Hohe Anforderungskriterien
begrenzen die Teilnehmerzahl
Die analysierten Unternehmen werden
in einer zweidimensionalen Matrix,
dem „Magic Quadrant“, positioniert.
Die Messlatte, um überhaupt aufgenom-
men zu werden, liegt dabei hoch. Ziel
des jährlichen Reports für Talent-Ma-
nagement-Software ist es, Trends und
Innovationen abzubilden und die nach
Gartners Kriterien „wichtigsten Player“
zu positionieren.
Für den Gartner-Report müssen die
Anbieter eine Vielzahl an Anforde-
rungskriterien erfüllen. Die angebotene
Talent-Management-Software muss da-
bei unter anderem mindestens vier der
sechs im Schaubild dargestellten Module
beinhalten.
Darüber hinaus benötigt der Soft-
wareanbieter mindestens 150 Kunden
mit mehr als 1.000 Mitarbeitern oder
mehr als 50 Millionen US$ Einnahmen
aus Talent-Management-Anwendungen
sowie eine bestimmte Anzahl jährlicher
Neukunden. Weiterhin ist eine weltwei-
te Marktpräsenz erforderlich und die Ta-
lent-Management-Lösung darf nicht nur
in Verbindung mit einer dazugehörigen
ERP/HCM-Software angeboten werden,
sondern muss auch unabhängig davon
implementiert werden können.
Wenn die Anforderungskriterien nicht
vollständig erfüllt werden, erfolgt keine
Berücksichtigung im „Magic Quadrant“,
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