wirtschaft und weiterbildung 3/2017 - page 45

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wirtschaft + weiterbildung
03_2017
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Digitalisierung.
Die
Technologie verän-
dert sich rasant –
und damit auch die
Weiterbildung mit
digitalen Medien
wie Tablet und Co.
zusetzen, und bei den erfahreneren An-
wendern stellen sich die erhofften Erfolge
nicht immer im angestrebten Umfang ein.
Die Top-Sieben-Trends
Woran liegt das, was sind die Schlüssel-
faktoren und was macht eine erfolgreiche
Digitalisierung in der Weiterbildung aus?
Wie werden und wollen wir in Zukunft
disierung, Scorm und plattformunabhän-
gige Contents kaum noch auf. In den An-
forderungskatalogen unserer Kunden im
vergangenen Jahr sind diese Merkmale
jedoch nach wie vor enthalten. In diesen
Katalogen beschreiben Anwender, was sie
in den nächsten ein bis fünf Jahren von
ihrer Lösung erwarten. Sie stimmen in
ihren zentralen Kategorien, soweit wir es
überblicken, mit den Top Sieben überein.
Welche Folgen für das Bildungsgeschäft
sind absehbar, welche Herausforderun-
gen kommen auf uns zu? Interessante
Anregungen hierzu liefert die Bitkom-Be-
fragung „Digitalisierung der Wirtschaft“
aus dem Jahr 2016. Demnach sind inzwi-
schen 65 Prozent der 503 befragten Un-
ternehmen der Auffassung, dass sich ihr
Geschäftsmodell als Folge der Digitalisie-
rung verändern wird. 60 Prozent gehen
davon aus, dass es auf Marketing/Ver-
trieb und HR große Auswirkungen geben
wird. 63 Prozent der Befragten haben ihre
Produkte und Leistungen bereits um digi-
tale Zusatzdienste – etwa Kommunikati-
onsdienste (Social Media), Transaktions-
dienste (Online-Shops) und Wartungs-/
Service-Angebote (Fernwartung) – er-
gänzt. Aber auch digitale Informations-
dienste wie zum Beispiel Erklärvideos
werden genannt – allerdings noch mit le-
diglich neun Prozent. Virtual Reality und
Cognitive Computing kommen derzeit
nur am Rande zum Einsatz, und auch die
Planung dazu ist noch sehr überschaubar.
Es gibt also viele Anknüpfungspunkte
und neue Märkte für die Anbieter digita-
ler Technologien und Services (Bildungs-
produkte, Outsourcing/Prozesse, Soft-
ware, Hardware) in der Weiterbildung.
Zumal die Digitalisierung der gesamten
Industrie einen großen Weiterbildungs-
bedarf bei allen Unternehmen mit sich
bringt. Der optimistische Blick auf die
Entwicklung der E-Learning-Branche des
im Dezember 2016 vorgelegten Schluss-
berichts zur Trendstudie des MMB Insti-
tuts Essen mit einem durchschnittlichen
Umsatzwachstum von 116 Prozent inner-
halb der nächsten fünf Jahre dürfte also
gerechtfertigt sein.
Diese Entwicklung schließt nach meiner
Einschätzung die Bildungsanbieter inner-
halb der Organisationen ein, die einerseits
externe Unterstützung für ihre eigene di-
gitale Transformation suchen – und in der
Regel auch brauchen – und auf diesem
Weg ihre eigene digitale Kompetenz aus-
bauen, und die andererseits mit ihren ei-
genen digital verfügbaren Leistungen und
Diensten wichtiger Baustein und wichtige
Säule der digitalen Transformation ihrer
Organisation sind. Die Digitalisierung er-
streckt sich auf Geschäftsprozesse und
-modelle. Vorhandene Prozesse werden
verändert, „digitalisiert“, wie zum Bei-
lernen? Was sind die Trends im E-Lear-
ning oder „Digital Learning“? Betrachtet
man aktuelle Internet-Publikationen aus
dem anglo-amerikanischen Sprachraum,
lassen sich folgende Trends erkennen
(siehe Kasten „Top-Sieben-Trends“): Mo-
bile Learning ist mit deutlichem Abstand
der Spitzenreiter (insgesamt 15 Nennun-
gen im Vergleich zu den zehn für den
Trend auf dem zweiten Platz: Learner/
Learning Analytics). Trends wie informel-
les Lernen, Performance-Support-Tools,
Lernpfade, das Kuratieren von Inhalten,
Blended Learning fallen deutlich ab.
In den aktuellen Trendstudien tauchen
früher oft genannte Trends wie Standar-
Öfter als vor fünf Jahren lesen wir jedoch
aktuell diese Merkmale: Design/optische
Attraktivität und Benutzerfreundlichkeit,
vollintegrierte Lösungen, Prozessoptimie-
rung. An der gestiegenen Bedeutung von
Design und Benutzerfreundlichkeit lässt
sich ablesen, dass der Technologieeinsatz
im Training eine gewisse Reife erreicht
hat. Der Wunsch nach vollintegrierten
Lösungen und Prozessoptimierung reflek-
tiert den Digitalisierungstrend.
Neue Märkte, neue Prozesse
Wohin entwickelt sich nun die Bildungs-
branche im Zeitalter der Digitalisierung?
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