wirtschaft und weiterbildung 3/2017 - page 41

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wirtschaft + weiterbildung
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che Spektrum reicht vom HR-Manager bei
Lufthansa oder SAP bis zum selbststän-
digen Trainer. „Wir haben eine enorme
Berufserfahrung im Klassenzimmer und
das macht das Lernen voneinander so
wertvoll“, schwärmt Kutzner. Schließlich
sei es wichtig, die Theorie auch direkt in
die Praxis umzusetzen.
Studenten motivieren, über
den Tellerand zu schauen
Dass der Studiengang mit einem MBA
abschließt, der eigentlich für ein General-
Management-Studium steht, sei durchaus
gerechtfertigt. Das Studium bestehe aus
den drei Säulen: Business Administra-
tion, Führungskompetenzen und Kom-
munikation und HR, wobei Letzteres
natürlich wiederum ein Teil von Business
Administration ist. Den Gesamtanteil von
General-Management-Inhalten schätzt
Kutzner daher auf 70 Prozent. „Für uns
ist es ganz wichtig, dass es nicht nur um
HR-Themen geht, sondern dass die Teil-
nehmer über den Tellerrand schauen und
damit auch als Business Partner auf der
strategischen Ebene mitreden können“,
so die Programm-Managerin.
Die Unterstützung durch den Arbeitgeber
sei von Jahr zu Jahr sehr schwankend.
Insgesamt werden 60 Prozent in irgend-
einer Form finanziell unterstützt (Studi-
engebühren 21.500 Euro). Das 21-mona-
tige Studium findet in elf Präsenzphasen
von Donnerstag bis Samstag sowie in vier
Blockwochen statt. Fünf Monate sind für
die Masterarbeit geplant. „Die meisten
Themen der Masterthesis kommen aus
den Unternehmen“, sagt Kutzner. Al-
lerdings sollte es schon ein forschungs-
basiertes Thema sein. Beispiele sind:
„Schlüsselkompetenzen von Personalma-
nagern in kleinen und mittleren Unter-
nehmen – eine explorative Analyse“ oder
„Kommunikation als kritischer Erfolgs-
faktor beim Führen auf Distanz.“
Als gemeinsame Einrichtung mit der
Fachhochschule Ludwigshafen profitiert
die Management Akademie Heidelberg
dabei stark davon, dass es in Rheinland-
Pfalz möglich ist, ein MBA-Studium auch
ohne Erststudium beginnen zu können.
„Wir haben auch viele Personalleiter, die
kein Erststudium haben und die Chance
nutzen“, erklärt Kutzner. Etwa 40 Prozent
der Teilnehmer haben keinen Bachelor­
abschluss. Zugelassen wird, wer Abitur
und fünf Jahre Berufserfahrung in HR
nachweisen kann und eine dreiteilige
Prüfung besteht.
An der Akademie der Ruhr-Universität
Bochum, wo ein Master of Arts vergeben
wird, ist dagegen ein Bachelorabschluss
Pflicht. Inhaltlich ist das Studium vor
allem auf den psychologischen Bereich
fokussiert. Schließlich wurde das Pro-
gramm von der renommierten psycholo-
gischen Fakultät der Universität mit dem
– inzwischen emeritierten – Diagnostik-
Experten Professor Heinrich Wottawa
konzipiert. Das Studium besteht aus
drei Säulen: Betriebswirtschaft (drei Mo-
dule), Arbeitsrecht (ein Modul) und Wirt-
schaftspsychologie (14 Module). „Wer
sich vor allem für Wirtschaftspsychologe
mit Fokus auf die HR-Arbeit interessiert,
ist bei uns gut aufgehoben“, erklärt Stu-
dienleiterin Christine Heinemann. Die
Rückmeldung der Teilnehmer zeige, dass
gerade der psychologische Hintergrund
für sie oft besonders hilfreich sei.
Masterarbeiten werden an
aktuelle Probleme gekoppelt
Aktuell gibt es 15 Teilnehmer, die meisten
sind zwischen 25 und 30 Jahren alt und
als Personalreferenten, Personalentwick-
ler oder Sachbearbeiter im Personalbe-
reich tätig. Ein Drittel kommt aus Kon-
zernen, zwei Drittel arbeiten in kleineren
und mittelständischen Unternehmen. Die
meisten haben das zweijährige Studium
aus Eigeninitiative begonnen. Aktuell
wird etwa ein Drittel zumindest teilweise
finanziell vom Arbeitgeber unterstützt.
Der überwiegende Teil zahlt die Studien-
gebühren (15.900 Euro) selbst, obwohl
auch ein Unternehmen direkt vom Stu-
dium ihres Mitarbeiters profitiert.
„Wir hören oft, dass die Studierenden In-
halte des Studiums direkt im Anschluss
an ihre Präsenzmodule in ihre tägliche
Praxis tragen“, sagt Studienleiterin Hei-
nemann. Zudem sei das Studium mit
vielen unternehmensnahen Hausarbeiten
und Übungen sehr praktisch ausgerich-
tet und die Teilnehmer untersuchen teils
auch Prozesse im eigenen Unternehmen.
Auch die Masterarbeiten würden durch-
gängig mit akuten Fragestellungen aus
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