Wirtschaft und Weiterbildung 3/2018 - page 36

training und coaching
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wirtschaft + weiterbildung
03_2018
• die Optimierung von Mitarbeitern und
Teams,
• ein Neudenken der Managementfunkti-
onen wie Marketing oder Finanzen aus
der Perspektive des Positive Leader-
ship.
Grundlage sind die Erkenntnisse der
Positiven Psychologie und das Konzept
der Achtsamkeit mit einem eigens ent-
wickelten Mindfulness Based Strategic
Awareness Training. Statt eine defizitäre
Haltung einzunehmen (Mitarbeiter sind
faul und müssen motiviert werden), kon-
zentriere man sich auf eine positive Sicht-
weise (Mitarbeiter haben ein großes Po-
tenzial, aber die Umgebung erlaubt ihnen
nicht, es zu entfalten), erklärt Young, der
früher als Topmanager bei Banken und
Beratungen tätig war.
„Es geht nicht um unkritisches Positiv-
denken, sondern um eine realistische
Überprüfung der Optionen“, erklärt IE-
Absolvent Forstner, der inzwischen die
Beratung „Serrano 99 Management Con-
sulting“ in London gegründet hat und
seine Erkenntnisse aus dem Studium an
internationale Unternehmen und Orga-
nisationen wie Unicef weitergibt. Statt
sich bei Strategiefragen auf die Schwä-
chen und Risiken zu fokussieren, löse
man Probleme mit Positivität. „Das ver-
ändert die Qualität der Diskussion im
Team enorm“, so Forstner. Achtsamkeit
sei dabei ein gutes Mittel, um mögliche
Entscheidungen zu reflektieren. „Wenn
ich das alles schon mit 20 gelernt hätte,
hätte ich mir viele Probleme erspart“,
sagt er heute rückblickend. Juan Hum-
berto Young ist selbst überrascht, wie gut
das Programm (Studiengebühren 47.200
Euro) ankommt. Zu den Teilnehmern aus
aller Welt gehören zahlreiche CEOs und
Topmanager, aber auch Gründer, Berater
und Politiker. Das Durchschnittsalter der
beiden letzten Klassen lag bei 41 Jahren,
die durchschnittliche Berufserfahrung bei
über 17 Jahren.
Endlich ein „Master“ für
langjährige Führungskräfte
Wie der IE-Studiengang richtet sich der
„Executive Master“ oft an Executives,
also Führungskräfte mit langjähriger Be-
rufserfahrung. Allerdings ist das nicht
Für Armin Forstner lief es lange gut im
Job. Er war als Manager zuständig dafür,
dass die Seminare des Österreichischen
Controller-Instituts erfolgreich durchge-
führt wurden. Im Jahr 2005 wechselte
er zu einem Verlag für Finanzinformati-
onen nach London und leitete dort das
Geschäft in Großbritannien. Doch als die
Werbeeinahmen aufgrund der allgemei-
nen Medienkrise sanken, stieg der Druck
auf sein Team. „Die konnten nicht mehr
vernünftig miteinander arbeiten“, erin-
nert sich der 39-Jährige.
Damals stieß er auf den „Executive Mas-
ter in Positive Leadership & Strategy“,
den die IE Business School in Madrid an-
bietet. Im Jahr 2014 begann er mit dem
13-monatigen Programm, das insgesamt
aus fünf sechstägigen Präsenzmodulen
besteht. „Durch mein Betriebswirtschafts-
studium und meine Tätigkeit im Finanz-
bereich war ich schon immer sehr zah-
lenorientiert gewesen“, erzählt er. Dass es
in dem Studiengang dann zunächst um
Selbsterkenntnis und Selbstreflexion ging,
sei für ihn eine völlig neue Erfahrung ge-
wesen.
Sich selbst kennenlernen
„Die Basis des Studiengangs ist es, sich
zunächst selbst kennenzulernen“, erklärt
Juan Humberto Young, der den Studien-
gang entwickelt hat und leitet. Erst dann
könne man lernen, wie man andere so
führt, dass sie ihr volles Potenzial entfal-
ten. Inhaltlich geht es um drei Schwer-
punkte:
• die persönliche Transformation durch
Selbstreflexion,
Führen lernen heißt über
sich selbst nachdenken
MASTERSTUDIUM.
Der „Executive Master“ richtet sich an erfahrene Führungskräfte. Die
Bezeichnung „Executive“ soll mit Nachdruck verdeutlichen, dass es um einen Studiengang
für Berufserfahrene geht und dieser Studiengang berufsbegleitend absolviert wird. Er
steht für eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis und eine intensive Reflexion des
beruflichen Handelns. Führungserfahrung ist also in der Regel erwünscht.
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