PERSONALMAGAZIN_07/2016 - page 75

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mens schriftlich ausgearbeitet. Der
Impuls zu der alternativen Form der
Mitbestimmung ging von Pixum-
Gründer und Geschäftsführer Daniel
Attallah aus – resultierend aus der
Überzeugung, dass der Nucleus einer
erfolgreichen Organisation nur eine
stabile und positive Unternehmens-
kultur sein kann.
Ein verlässliches Umfeld schaffen
Dieser Gedanke kommt nicht von un-
gefähr, denn nie war eine stabile Wer-
teordnung von so großer Bedeutung
wie in der heutigen schnelllebigen
und digitalisierten Arbeitswelt. Nie
erwarteten Konsumenten in so kur-
zen Abständen Produktneuerungen
– mit konstant steigendem Qualitäts-
anspruch. Der daraus resultierende
Innovations- und Wettbewerbsdruck
lastet schwer auf den Schultern de-
rer, die ihn auffangen müssen: den
Arbeitnehmern. Umso wichtiger ist
es, dass Firmen ihren Mitarbeitern
ein verlässliches Umfeld bieten, in
dem sie sich rundum wohlfühlen.
Bei Pixum leistet der Kulturrat
einen wichtigen Beitrag hierzu. Er
agiert als neutrales Sprachrohr zwi-
schen Mitarbeitern und Geschäfts-
führung. VomklassischenBetriebsrat
unterscheidet er sich gleich in mehre-
ren Punkten: Zum einen sehen Funk-
tionsträger erfahrungsgemäß aus
der Angst vor Interessenskonflikten
eher von der Mitwirkung in einem
Betriebsrat ab. Beim Kulturrat beste-
hen derartige Hürden explizit nicht.
Zu den Grundsätzen des Gremiums
zählt, dass eine kritische, gute und
auf Koalition bedachte Zusammenar-
beit zwischen Mitarbeitern und Ge-
schäftsführung die Beteiligung aller
Bereiche und Ebenen voraussetzt.
Auf die Start-up-Kultur
zugeschnitten
Zum anderen wurde die Idee des
Kulturrats geboren, weil eine ge-
werkschaftlich geprägte Betriebs-
ratsstruktur aufgrund der engen
Vorgaben aus dem Tarifrecht zu
starr für die Start-up-Kultur des
Unternehmens war. Der Kulturrat
ist eine individuell zugeschnittene,
hauseigene Kreation. Zwar gab es
bereits hier und da Praxisbeispiele
von anderen Unternehmen. Doch
diese waren bei der Ausgestaltung
Die folgenden sechs Tipps tragen dazu bei, dass die Einführung eines alterna-
tiven Mitbestimmungsmodells erfolgreich verläuft.
1. Die Initiative zur Gründung eines alternativen Gremiums der Mitbestimmung
kann von beiden Seiten (Geschäftsführung oder Mitarbeitern) kommen.
2. Das Regelwerk zu Aufgaben und Kompetenzen des Gremiums sollte von die-
sem selbst erarbeitet werden.
3. Eine neutrale Moderation hilft, die Interessen von Belegschaft und Mitarbei-
tern zusammenzuführen.
4. Schulung, Training und Coaching aller Beteiligten sind unerlässlich, insbeson-
dere in Sachen Kommunikation und konstruktive Konfliktlösung.
5. Alle Beteiligten sollten sich fest definierte Zeit für die Gremiumsarbeit neh-
men. Nur so entsteht Vertrauen.
6. Mitbestimmung will gelernt werden.
Alternative Modelle einführen
EXPERTEN-TIPP
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