CONTROLLER Magazin 6/2017 - page 34

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Dieser Artikel ist Teil einer Artikelreihe über
Best Practices der Berichtsgestaltung. Ausge-
hend von der bewährten SUCCESS-Formel
der IBCS (International Business Communica-
tion Standards) werden ausgewählte Design-
aspekte für Diagramme und Tabellen mit pas-
senden Tipps für die eigene Excel-Umsetzung
erläutert. Im Vordergrund stehen pragmatische
Überlegungen und deren einfache Umsetzung
in der Praxis, nicht die konzeptionelle Diskus-
sion der Regeln.
„Small-Multiples“ sind Abbildungen, die eine
Datenmenge in mehreren kleinen Diagrammen
gleichen Typs darstellen. Dies kann übersicht-
licher und aussagekräftiger sein als dieselben
Daten in ein einzelnes, komplexeres Diagramm
zu packen.
Ob ein Small-Multiple günstiger ist als ein Ein-
zeldiagramm mit mehreren Datenreihen, hängt
vom Anwendungsfall ab. Grundsätzlich wird
diese Überlegung immer dann relevant, wenn
mehr als zwei Datenreihen miteinander vergli-
chen werden. Ein typisches Beispiel wäre die
Darstellung von Umsätzen mehrerer Produkt-
gruppen, jeweils als Zeitreihe über zwölf Monate.
Im Interesse einer empfängerfreundlichen Be-
richtsgestaltung sollte die Darstellungsform
jeweils so gewählt werden, dass sie die inhalt-
liche Hauptaussage visuell unterstützt, siehe
Abbildung 1.
Bezieht sich die inhaltliche Botschaft eher auf
den Gesamtumsatz, dann sollte dieser auch
visuell im Vordergrund stehen. Ein gestapeltes
Säulendiagramm wäre in diesem Fall gut geeig-
net. Die Gesamthöhe der Säulen ergibt sich als
Summe aller Datenreihen. Die zeitliche Ent-
wicklung der Säulenhöhe, also des gesamten
Umsatzes, ist deutlich wahrnehmbar. Ergän-
zend könnte die Abweichung des Gesamtum-
satzes von einem Vergleichswert angezeigt
werden. Abweichungsanzeigen für die einzel-
nen Produktgruppen sind in dieser Darstellung
nicht in übersichtlicher Form möglich.
Beziehen sich die inhaltlichen Hauptaussagen
eher auf einzelne Produktgruppen, dann wäre
ein Small-Multiple die ideale Darstellungsform.
Für jede Produktgruppe wird ein separates klei-
nes Diagramm gezeichnet. Die Entwicklung der
Umsätze jeder Gruppe kann direkt abgelesen
werden. Vergleiche zwischen den Produktgrup-
pen sind einfach möglich. Ergänzende Beschrif-
tungen und Abweichungsanzeigen auf Ebene
einzelner Produktgruppen wären ebenfalls gut
möglich. Der Gesamtumsatz wird in der Small-
Multiple-Darstellung jedoch nicht visualisiert. Er
wird bei Bedarf in einer kleinen Wertetabelle
oder in einer separaten Grafik untergebracht.
Soll eine Small-Multiple-Grafik erzeugt werden,
dann kommen einige bewährte Gestaltungs-
ideen zum Einsatz. Sie sorgen für den nötigen
Überblick und eine hohe Aussagekraft.
1. Die Einzeldiagramme sollten konsequent ver-
einfacht und vereinheitlicht werden. Unnötige
Details wie 3D-Effekte, Hintergrundfarben und
Rahmenlinien entfallen. Beschriftungen werden
auf ein Minimum reduziert. Die gesamte Dar-
stellung soll in erster Linie visuell wirken. Sie
dient nicht dazu, alle möglichen Zahlenwerte zu
dokumentieren. Außerdem sollten nicht zu viele
Small-Multiple-Diagramme in Excel erstellen
von Markus Wolff
Abb. 1: Stapel (links): Fokus auf Gesamtwert; Small-Multiple (rechts): Fokus auf Einzelwerte
Small-Multiple-Diagramme in Excel
1...,24,25,26,27,28,29,30,31,32,33 35,36,37,38,39,40,41,42,43,44,...116
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