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07/16 personalmagazin
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an
nehmen aller Betriebsgrößen, die be-
reits mit Outsourcinglösungen gearbei-
tet hatten, äußerten sich hier vermehrt
positiv. Sie verbanden mit der Auslage-
rung oftmals eine Qualitätssteigerung
in der Bearbeitung der Aufgaben. Insbe-
sondere das Outsourcing von Lohn- und
Gehaltsabrechnungen wurde als sehr
beliebt ins Feld geführt.
In den Praxisinterviews zeigte sich,
dass die Auslagerung oftmals der Not
gehorchend gestartet wurden, da man in
der Tat gerade in den mittelständischen
Unternehmen keinen ausreichend kom-
petenten Bewerber für die Ausführung
der Aufgaben im eigenen Haus fand.
Die sehr zufriedenstellenden Ergeb-
nisse hatten dann meist überrascht be-
ziehungsweise die Erwartungen noch
übertroffen. Als besondere Vorteile wur-
den häufig die Effekte des Wegfalls des
eigenen Verwaltungsaufwands sowie
der Programmpflege für Abrechnungs-
programme und deren Anschaffung
genannt, was sich nicht nur zeitlich,
sondern auch finanziell bemerkbar
mache. Ebenso wurde hier oftmals die
Thematik der Haftungsauslagerung auf
den Dienstleister ins Feld geführt. Hier
gab es allerdings in Abhängigkeit vom
Outsourcingpartner und der jeweiligen
Vertragsgestaltung extrem große Un-
terschiede in der echten Haftungsentla-
stung (siehe Kasten Seite 62).
On-Site-Management: gewünscht,
aber in der Praxis nur bedingt positiv
Scheinen diese Antworten von der Logik
ein Stück weit nachvollziehbar, so wa-
ren die Antworten zur Onsite-Thematik
doch überraschend: Obwohl im ersten
Fragepart von den meisten Unterneh-
men ein echtes Bedürfnis nach externen
Spezialisten geäußert wurde, die vor
Ort, also im eigenen Unternehmen, Un-
terstützung bei der Abrechnung liefern,
zeigten die Interviews, dass sich dieses
Modell in der Praxis nur für wenige Un-
ternehmen, hauptsächlich Betriebe mit
mehr als 500 Mitarbeitern, als bessere
Alternative erwiesen hat.
SAP
WER NUTZT WAS IM OUTSOURCING?
DATEV
7
53
46
12
36
56
14
12
keine Präferenz
für einen Anbieter
64
37
33
42
88
0
0
SAP-Nutzer beklagten Schnittstellenprobleme, da unterschiedliche SAP-Standards
verwendet wurden. Weitere Kritikpunkte: wenig Flexiblität in den Auswertungen,
hohe Kosten, insbesondere Einmalkosten für laufende Anpassungen. Datev-Anwender
waren zum großen Teil positiv überrascht von den im Outsourcing wesentlich besseren
Reportingoptionen als beim Inhouse-Einsatz des Programms.
QUELLE: AUREN/ENNEMOSER
Angaben in Prozent
Unternehmen mit bis zu 30 Mitarbeitern
Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern
Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern
Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern
Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern
SAP
DATEV
14
63
23
65
18
keine Präferenz
für einen Anbieter
57
35
8
17
Angaben in Prozent
Erwartungen erfüllt
Erwartungen nicht erfüllt
Keine Angabe
ZUFRIEDENHEIT MIT DEM BPO-ANBIETER
SAP und Datev wurden von den Unternehmen ab 100 bis 1.000 Mitarbeiter am häufigs-
ten als Outsourcingdienstleister genannt. Sie werden hier von rund 60 Prozent genutzt.