personalmagazin 07/16
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ORGANISATION
_ZEIT UND ZUTRITT
D
igitalisierung und Industrie
4.0 sind zurzeit allgegenwär-
tige Themen. Bereits 2015 war
deutlich spürbar, dass diese
Themen die Unternehmen beschäftigen
und auch 2016 setzt sich diese Entwick-
lung fort. Besonders imHandel spielt das
Thema Digitalisierung eine große Rolle.
Die Herausforderungen im Handel
Handelsunternehmen agieren heute auf
dynamischen und zunehmend globalen
Märkten. Um dem wachsenden Wettbe-
werb standzuhalten, nutzen die großen
Player sämtliche Absatzkanäle paral-
lel. Das erwarten die Kunden vermehrt
auch von mittelständischen Unterneh-
men. So müssen sich diese den neuen
Herausforderungen stellen und ihr Ge-
schäftsmodell anpassen.
Diese Aufgaben sind ohne umfassende
Personalbedarfsermittlung und -einsatz-
planung nicht zu bewältigen. Schließlich
ist es wichtiger denn je, immer den rich-
tigenMitarbeiter mit den richtigen Skills
zur richtigen Zeit am richtigen Platz ein-
zusetzen. Schon jetzt zeichnet sich ab,
dass die Nachfrage nach Workforce-Ma-
nagement-Systemen im laufenden Jahr
sehr hoch sein wird. Gerade im Handel
– insbesondere bei einer weit verzweig-
ten Filialstruktur – stellt die Planung des
Personaleinsatzes und -bedarfs eine be-
sondere Herausforderung dar.
Bedarfsermittlung und Forecasting
Im Handel gehören flexible Öffnungs-
zeiten und Personalbedarfsschwankun-
Von
Gunda Cassens-Röhrig
gen zum Alltag. Mit einer Software zur
Personalbedarfsermittlung ist es mög-
lich, diese Schwankungen kostenopti-
miert auszugleichen.
Grundlagen sind eine detaillierte Ana-
lyse sowie die konsequente Berücksich-
tigung aller Bedarfstreiber. Ausgehend
von gesammelten Vergangenheitsdaten
wie Kunden, Kassentransaktionen, Bons,
prognostizierte Planumsätze oder Ergeb-
nisse von Kundenfrequenz-Messungen
entsteht ein Forecast, der die Basis für
die Personaleinsatzplanung bildet. Die
relevanten Informationen können aus
Vorsystemen in die Bedarfsermittlung
einfließen. Das Ziel ist eine genaue Be-
rechnung des Bedarfs innerhalb eines
flexiblen Zeitraums.
Dieser Forecast bildet dann die ideale
Basis für eine genaue und bedarfsopti-
mierte Einsatzplanung. Durch den kon-
sequenten Abgleich des prognostizierten
Arbeitsvolumens mit den tatsächlich an-
gefallenen Ist-Stunden lässt sich die Qua-
lität des Forecasts und damit auch der
Personaleinsatzplanung stetig steigern.
Komplexe Planung leicht gemacht
Basierend auf Faktoren wie voraussicht-
lichem Arbeitsaufkommen, saisonalen
Schwankungen, erlaubten Personalkos-
ten sowie krankheitsbedingten Ausfällen
wird der optimale Personalbedarf und
-einsatz ermittelt. Hierbei werden sowohl
vergangenheitsbezogene Daten ausge-
wertet als auch Ereignisse wie anstehen-
de Feiertage oder große Events berück-
sichtigt, die einen unmittelbaren Einfluss
auf die Umsatz- beziehungsweise Kun-
denfrequenzzahlen haben können.
Je nachdem, wie minuziös ein Un-
ternehmen den Personalbedarf planen
möchte, kann Planungsgenauigkeit indi-
viduell angepasst werden. Möglich sind:
• Stundenbezogene Planung in Filialen
• Schichtbezogene Planung im Lager
• Flexible Zeiträume
• Tagesplanung
• Uhrzeitbezogene Planung
• Skalierbarkeit bis auf 15 Minuten
• Planung von Sonderfunktionen
Die Digitalisierung als Treiber
SERIE.
Die zunehmende Digitalisierung bringt die Entwicklungen in der Personal
einsatzplanung voran. Das zeigt sich insbesondere in einer Branche: dem Handel.