PERSONALMAGAZIN_07/2016 - page 49

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07/16 personalmagazin
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an
Da Produkte und Dienstleistungen
immer austauschbarer werden, werden
pfiffige Ideen der Mitarbeiter und inno-
vative Angebote für Kunden ein stetig
wichtigerer Differenzierungsfaktor. Zum
einen muss die Arbeitswelt von morgen
daher ein wenig „verspielter“ sein, um
Freiräume für Kreativität und Schaffens-
freude zu gewähren. Zum anderen wollen
Menschen künftig aber auch innovativer
arbeiten als bisher. Menschen der soge-
nannten „Generation Y und Z“ (die nach
1980 Geborenen) definieren sich unseren
Forschungen zufolge weniger über Ge-
halt und Status, sondern darüber, etwas
durch ihre Arbeit zu bewegen und Neues
zu erleben. Dies spiegelt sich besonders
in der Zunahme von Nutzerinnovationen,
also der Erfindung und Prototypisierung
neuer Produkte durch Privatpersonen,
über Effizienz, Zuverlässigkeit und Kun-
denzufriedenheit werden als Echtzeit-
daten veröffentlicht. Auch hier bilden
sich allerdings netzwerkartige Substruk-
turen, die mit etablierten Unternehmen
in Konkurrenz treten: So schließen sich
„E-Lancer“ immer mehr zusammen und
sind dadurch nicht nur fachlich breit
aufgestellt, sondern können schnell auf
Kundenanforderungen eingehen.
All dies wirkt sich auch auf die Kar-
riereverläufe zukünftiger Mitarbeiter
aus: Neben konventionellen Fach- und
Führungskarrieren wird sich ein neues
Verständnis von Karriere entwickeln.
Die Querdenker von morgen werden be-
wusst Tätigkeitsfelder und Arbeitgeber
wechseln, um sich auf Neues einzulas-
sen. Dadurch entstehen sogenannte
„Patchwork-Karrieren“, zu denen auch
temporäre Ausstiege, wie Sabbaticals,
und Karrierebrüche gehören.
Einen weiteren Trend beobachten wir
darin, dass unsere Arbeitswelt disruptiv
diverser wird. Diese disruptive Diversi-
tät ist schwer bis überhaupt nicht vor-
hersehbar. Beispielhaft ist die aktuelle
Zuwanderungswelle zu nennen, die so-
wohl Chancen durch potenzielle Fach-
kräfte als auch Risiken im Bereich der
Inklusion verschiedener Kulturen mit
sich bringt. Zudem kann disruptive Di-
versität auch durch technologische Ent-
wicklungen ausgelöst werden.
So stellt beispielsweise die „Technover-
sity“ durch den Einzug humanoider Ro-
boter in den Wissensarbeitsbereich, wie
sie bereits von der Hotelkette Marriott
oder dem Konsumgüterhersteller Nestlé
im Kundenkontakt eingesetzt werden,
Unternehmen vor neue Herausforde-
rungen. Unternehmen und Führungs-
kräfte stehen zukünftig vor der Aufgabe,
diverse Teams, bestehend aus Menschen
und humanoiden Robotern, sinnvoll zu-
sammenzustellen, zu koordinieren und
zu führen.
© BILDER: LEAP IN TIME GMBH DARMSTADT
Das „Future Innovation Lab“ wird von dem von Professor Ruth Stock-Homburg gegrün-
deten Unternehmen Leap in Time GmbH, einem Spin-off der TU Darmstadt, seit März
2016 in Darmstadt betrieben. Das Unternehmen
unterstützt wissenschaftliche Forschung zur Zukunft der Arbeitswelt
berät Unternehmen im Bereich strategischer Ausrichtung und Umsetzungsaktivitäten
in Richtung Zukunft der Arbeitswelt.
Weitere Informationen finden Sie unter:
PRAXISBEISPIEL
ÜBER DAS „FUTURE INNOVATION LAB“
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