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ORGANISATION
_OUTSOURCING
personalmagazin 07/16
O
ft scheint es so, als ob der
Mangel an gut ausgebildeten
Personalexperten dazu führt,
Aufgaben aus dem Personal-
wesen auszulagern. Beschäftigt man sich
mit der Thematik einmal ausführlicher,
stellt man jedoch fest, dass der Begriff
Human-Resource-(HR-) Outsourcing in
Deutschland schon lange vor den ersten
Auswirkungen des Fachkräftemangels
sehr verbreitet war. Allerdings wird der
Fokus dabei seit jeher auf den Bereich
des Outsourcings der Gehaltsabrech-
nung gelegt. Von allen Aufgaben einer
Von
Birgit Ennemoser
Personalabteilung, also etwa Personal-
verwaltung und -planung, Auswahl und
Einstellung neuer Mitarbeiter, die Schu-
lungs- und Veranstaltungsplanung sowie
Bearbeitung von An- und Rückfragen der
Beschäftigten, wird in der Regel als Erstes
die Gehaltsabrechnung an externe Part-
ner ausgelagert. Dies verwundert relativ
wenig, da eine Auslagerung leichterfällt,
wenn der auszulagernde Bereich abge-
grenzt und eindeutig kalkulierbar ist.
Outsourcing ist stets auch eine Frage
der Unternehmensgröße
Studien und umfangreiche Erfahrungs-
werte zeigen, dass in Unternehmen mit
unter 100 Beschäftigten grundsätzlich
immer überprüft werden sollte, ob sich
nicht eine Abgabe der Lohn- und Ge-
haltsabrechnung an externe Spezialisten
lohnen könnte. In Unternehmen dieser
Größenordnung rechnet sich in der Re-
gel die Anschaffung von teurer Perso-
nalsoftware nicht. Hinzu kommt, dass
meist ein Mitarbeiter die Lohnbuchhal-
tung „nebenher“ abbildet, da diese einen
sehr unregelmäßigen Arbeitsanfall mit
sich bringt, zum Abrechnungstermin
jedoch eine Vollbeschäftigung für diese
Aufgaben verlangt. Somit ist die Kombi-
nation mit anderen Aufgaben nicht ganz
einfach. Zudem wird bei einer Person
Eine Notlösung etabliert sich
STUDIE.
In über 1.200 Interviews zum Outsourcing nannten Praktiker aus KMU bisher
wenig bekannte Problemfelder, äußerten Skepsis, aber auch überraschend viel Lob.
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Die Abgabe von HR-Aufgaben an
fremde Hände war im Mittel-
stand lange ein Tabuthema.