CONTROLLER Magazin 03/2015 - page 20

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Obgleich klein- und mittelständische Unterneh-
men (KMU) etwa 90% aller Unternehmen in
Deutschland ausmachen, wird ihnen in der
Konzeption des internen Rechnungswesens
und Controllings eine vergleichsweise geringe
Bedeutung geschenkt (vgl. [KrRu06], S. 230).
Lassen sich die zum Teil gesetzlich geforderten
Konzepte des externen Rechnungswesens pro-
blemlos übertragen, so ist dies bei den nicht
geforderten Konzepten des internen Rech-
nungswesens und Controllings schwieriger und
zudem unter Kosten-/Nutzenaspekten zu be-
trachten.
Nach Einsatz in Großunternehmen
finden ERP-Systeme auch in der betriebli-
chen Praxis der KMUs mehr und mehr Ein-
gang.
Die Motive der Einführung sind aber zu-
nächst andere als die, das interne Rechnungs-
wesen und Controlling zu unterstützen. Viel-
mehr steht die Geschäftsprozessunterstützung
und damit verbunden die Rationalisierung im
Vordergrund (vgl. [KlKu08], S. 208 f.). Ist ein
ERP-System eingeführt, stellt sich später dann
doch meist die Frage der Nutzung der generier-
ten Informationen für die Entscheidungsunter-
stützung (vgl. [FeMü09], S. 56).
KMUs, die zwar nicht die gleichen Ressourcen
für eine ERP-Implementierung, Schulung und
Betrieb wie Großunternehmen besitzen, warten
dennoch mit den gleichen Fragestellungen in
der Entscheidungsunterstützung auf. Mittler-
weile existiert daher eine Reihe weniger kom-
plexer ERP-Systeme für KMUs, wie das SAP
Business One der SAP SE, welches dem Bei-
trag beispielhaft zugrunde liegt. Problematisch
ist dabei, dass es zur Beantwortung der Frage-
stellungen des operativen Controllings ratsam
ist,
den kompletten Wertfluss des Rech-
nungswesens zu implementieren
, die zu-
grunde liegenden Systeme und Konzepte aber
nicht die gleiche Komplexität aufweisen dürfen
wie in Großunternehmen. Zudem ist die Inte-
gration der einzelnen Funktionsbereiche zu ge-
währleisten, um für das Controlling auf opera-
tiven Daten der Geschäftsprozesse des Rech-
nungswesens, aber auch des Vertriebs, der
Materialwirtschaft o.ä. ohne Inkonsistenzen
und Strukturbrüche aufzubauen.
Besonderheiten und Anforderun-
gen des Rechnungswesens und
Controllings in KMUs
In der Literatur werden KMUs bzw. der häufig
synonym verwendete Begriff des Mittelstands
durch quantitative oder qualitative Kriterien abge-
grenzt. Die hinlänglich bekannten quantitativen
Einteilungen gemäß des Instituts für Mittel-
standsforschung oder der EU-Kommission sollen
Integriertes Rechnungswesen und Controlling
im Mittelstand
Ansätze und Erfahrungen des Einsatzes von SAP Business One
von Georg Bienemann und Stephan Kress
Integriertes Rechnungswesen und Controlling im Mittelstand
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