Wirtschaft und Weiterbildung 4/2019 - page 48

training und coaching
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wirtschaft + weiterbildung
04_2019
bezieht. Doch Kreativität ist bei allen
schöpferischen Tätigkeiten gefragt – beim
Entwickeln neuer technischer Lösungen
ebenso wie in der Musik und beim Ent-
decken und Erschließen neuer Geschäfts-
felder ebenso wie in der Malerei. Kreativi-
tät brauchen wir immer, wenn wir neue
Wege beschreiten müssen, um Aufgaben
zu lösen – und dies ist in der von rascher
Veränderung sowie sinkender Planbarkeit
geprägten VUCA-Welt oft der Fall.
Wie oft wir in unserem Lebens- und Ar-
beitsalltag kreativ sein müssen, sei an
zwei einfachen Beispielen erläutert: An-
genommen, Kinder fragen uns, wie eine
Glühbirne funktioniert. Dann müssen wir
ihnen dies in ihrer Sprache erklären. Das
erfordert Kreativität, da wir auf Begriffe
wie elektrische Spannung, Volt, Ampere
verzichten müssen. Ähnlich verhält es
sich im beruflichen Bereich, wenn wir
vor einer neuen Herausforderung stehen.
Auch dann müssen wir meist vom ge-
wohnten Vorgehen abweichen und einen
neuen Lösungsweg finden. Stets wenn
wir gewohnte Denk- und Verhaltensmus-
ter aufgeben und neue Wege beschreiten
müssen, ist Kreativität gefragt.
Woraus sich Kreativität speist
Inwieweit wir zur Kreativität fähig sind,
hängt von vielen Faktoren ab, wie zum
Beispiel …
Unserer Kompetenz.
Wenn wir nicht wis-
sen, wie eine Glühbirne funktioniert,
können wir es auch nicht unseren Kin-
dern erklären. Wir können ihnen höchs-
tens eine Phantasiegeschichte erzählen.
Ebenso verhält es sich im beruflichen Be-
reich, wenn wir beispielsweise fachfrem-
den Personen (Mitarbeitern, Kunden, Kol-
legen) komplexe Zusammenhänge mög-
lichst einfach, in deren Sprache erklären
müssen.
Unserer Erfahrung.
Wenn wir Kindern
schon oft schwierige Zusammenhänge
erklärt haben, wissen wir, welches Vor-
verständnis sie in der Regel haben und
können dies bei unseren Erklärungsver-
suchen berücksichtigen. Entsprechendes
Wer kennt die Situation nicht? Stunden-
lang brüten wir im Büro über der Lösung
für eine Aufgabe. Sie fällt uns nicht ein.
Kaum sind wir jedoch zu Hause, haben
das Radio angeschaltet und im Sessel
Platz genommen, plötzlich ist sie da: die
Idee. Wir müssen sie nur noch umsetzen.
Oder: Seit Tagen grübeln wir über eine
neue Strategie, wie wir ein Ziel erreichen.
Alles scheint in unserem Kopf festgeros-
tet. Nur unbefriedigende Lösungen fallen
uns ein. Doch dann abends im Restaurant
lässt ein Bekannter eine Bemerkung fal-
len, und plötzlich macht es „klick“. Wir
haben die Lösung.
Schöpferische Kraft pflegen
Im zweiten Fall wissen wir zumindest,
was uns auf die zündende Idee brachte:
die Bemerkung des Bekannten. Im ers-
ten Fall werden wir es vermutlich nie
wissen: War es der Geruch der Bratkar-
toffeln aus der Küche, die Nähe unserer
Liebsten oder die Bequemlichkeit unserer
Freizeithose? Beiden Beispielen ist jedoch
gemeinsam: Sie beziehen sich auf Situati-
onen, in denen wir uns entspannen und
wohl in unserer Haut fühlen – Situatio-
nen also, in denen uns kein Stress, kein
Zeitdruck und keine Angstzustände pla-
gen, weshalb unsere Gedanken sich frei
entfalten können.
Womit wir bereits beim Thema Kreativi-
tät wären. Viele Menschen glauben, man-
che Personen verfügten über sie, anderen
fehle sie völlig. Diese Annahme ist falsch!
Denn ihr liegt meist ein Kreativitäts­
verständnis zugrunde, das sich rein auf
Tätigkeiten im musisch-künstlerischen
oder grafisch-gestalterischen Bereich
Fit für die nächsten Jahre
im Job
GESUNDHEIT.
Unsere körperliche und geistige Fitness beeinflusst unsere Kreativität.
Wenn wir müde und abgespannt sind, bringt unser Geist auch keine innovativen
Problemlösungen mehr hervor. Das ist der Grund, warum gerade in Zeiten der digitalen
Transformation das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) immer wichtiger wird.
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