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07/16 personalmagazin
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an
samten Auswahlprozess deutlich ver-
kürzt. Zwar ließe sich der gleiche Vorteil
auch mit stationären PCs und Laptops
realisieren. Da aber vor allem kleine und
mittlere Unternehmen (KMU) meist kei-
ne PC-Pools zur Verfügung haben, die für
Testungen mit größeren Gruppen not-
wendig sind, ist die Durchführung mit
Tablets komfortabler. Die Tests mit den
Minicomputern lassen sich nämlich in
beliebigen Räumlichkeiten durchführen.
Neben der schnelleren Auswertung
verglichen mit Papiertests haben Tablets
auch diagnostisch die Nase vorn. Ein
Vorteil liegt in der exakteren Zeitmes-
sung, die bei nahezu allen Leistungstests
(zum Beispiel Logik- oder Konzentrati-
onstests) erforderlich ist. Während man
die Bearbeitungszeit bei analogen Tes
tungen meist nur für ganze Aufgaben-
gruppen vorgeben kann, lassen sich die
Zeiten bei digitaler Durchführung für je-
de Teilaufgabe separat vorgeben und ex-
akt messen. Der Vorteil: Die Kandidaten
haben für jede Teilaufgabe die gleiche
Zeit zur Verfügung und damit die Chan-
ce, alle Aufgaben zu bearbeiten.
Tablets ermöglichen völlig
neue Testformate
Mithilfe von Tablets lassen sich zugleich
völlig neue Testformate implementie-
ren. Dank der sensiblen Touch-Screens
und Neigungssensoren können diverse
Aufgaben zur Messung des motorischen
Geschicks durchgeführt werden. Dies
bietet sich besonders bei Kandidaten für
technisch-handwerkliche Berufe und
Ausbildungen an.
Darüber hinaus sind auch komplexe
Simulationsspiele möglich, um Erkennt-
nisse über die Problemlöse-Fähigkeiten
des Bewerbers zu erlangen. Die Kan-
didaten können auf dem Tablet zum
Beispiel elektrische Schaltkreise zusam-
menstellen, eine möglichst tragfähige
Brücke bauen oder die Geschicke einer
simulierten Stadtverwaltung lenken.
Ein weiteres großes Feld sind auditive
und videobasierte Aufgabenformate, die
mit I-Pad und Co. möglich werden. Wäh-
rend sich auditive Aufgaben vor allem
für Tests der Sprachkompetenz eignen,
können videobasierte Aufgaben genutzt
werden, um soziale Kompetenzen zu
erfassen. Die Kandidaten sehen hierfür
kurze Videosequenzen und müssen da-
raufhin angeben, wie sie sich in dieser
Situation verhalten würden oder sollten.
Die Tablets helfen zudem dabei, die
Einstiegshürden für Nicht-Muttersprach-
ler abzubauen, da sie die Testaufgaben
in verschiedenen Sprachen anzeigen
können. Das führt dazu, dass die Talente
und Fähigkeiten auch von denjenigen
Bewerbern erkannt werden können, die
noch nicht über ausreichende Deutsch-
kenntnisse verfügen. Gerade vor dem
Hintergrund, dass in den kommenden
Jahren viele Flüchtlinge in den Arbeits-
markt integriert werden, ist das ein rie-
siger Vorteil beim Recruiting-Prozess.
Nicht zuletzt können Bewerber mit
einer Sehschwäche die Schrift- und Ab-
bildungsgrößen, aber auch die Helligkeit
und den Kontrast an ihre Bedürfnisse
anpassen. Sogar Menschen mit starker
Sehbehinderung werden mithilfe von
Screenreadern oder Braillezeilen nicht
von vornherein ausgeschlossen.
Abschreiben unmöglich
Auch die Möglichkeiten zum „Schum-
meln“ werden durch den Einsatz von
Tablets verringert. Denn die Aufgaben
lassen sich nicht nur in zufälliger Rei-
henfolge vorgeben, sondern auch nach
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Welcher Bewerber passt
am besten auf diesen
freien Arbeitsplatz?
Tablets können die
Personalauswahl und die
Candidate Experience
verbessern.
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