PERSONALMAGAZIN_07/2016 - page 36

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MANAGEMENT
_PERSONALAUSWAHL
personalmagazin 07/16
E
-Books lesen, Filme schauen,
im Internet surfen – Tablet-
Computer haben längst Einzug
in unseren Alltag gehalten. Wa-
ren vor einigen Jahren noch viele skep-
tisch, ob sich I-Pad und Co. überhaupt
durchsetzen, nutzen dem Statistik-Portal
Statista zufolge heute allein in Deutsch-
land bereits 34,6 Millionen Menschen
ein Tablet. Tendenz steigend.
Doch nicht nur in der Freizeit, auch
im beruflichen Kontext werden die hand-
lichen Minicomputer immer wichtiger.
Unter dem Stichwort „Mobile Recruiting“
wird seit einiger Zeit der Einsatz von Re-
cruiting-Lösungen per Tablet oder auch
Smartphone diskutiert. Bisher ging es
dabei meist nur um die mobile Form von
Jobsuche und Bewerbung. Dies wird sich
in naher Zukunft jedoch ändern, denn
richtig genutzt, können Tablets nicht nur
Von
Anne-Kathrin Bühl
und
Benjamin Haarhaus
in der Personalgewinnung, sondern auch
in der Personalauswahl zum Einsatz kom-
men. Das Ziel: Qualität und Geschwindig-
keit der Personalauswahl, zum Beispiel
bei Leistungstests oder Assessment Cen-
tern, sollen künftig durch die kluge Ver-
wendung von Tablets gesteigert werden.
Die Erkenntnis, dass standardisierte
Leistungs- und Persönlichkeitstests Aus-
wahlentscheidungen insgesamt verbes-
sern, gehört in Personalerkreisen längst
zum Basiswissen. Diese Tests sind zur
Auswahl von Bewerbern zwar überaus
sinnvoll, aber auch mit Aufwand ver-
bunden. Unternehmen setzen deshalb
immer häufiger auf automatisierte On­
linetestungen – doch bei diesen Tests
vom heimischen Schreibtisch aus kön-
nen Personaler wiederum nie genau
wissen, wie das Endergebnis zustande
gekommen ist. Sprich: Ob dem Kandi-
daten hilfsbereite Freunde, Verwandte
oder das Online-Lexikon Wikipedia beim
Lösen der Aufgaben zur Seite standen.
Kein Wunder also, dass Onlinetests nur
als erstes, grobes Screening eingesetzt
werden sollten. Auch die DIN 33430,
eine Qualitätsnorm in der Personalaus-
wahl, fordert daher explizit den Einsatz
von Nachtests unter Aufsicht. Und hier
kommen jetzt die Tablets ins Spiel, da
sie im Gegensatz zu den klassischen Pa-
pier-Bleistift-Tests („Paper-Pencil-Tests“)
zahlreiche Vorteile mitbringen, die wir
im Folgenden genauer darlegen möchten.
Schneller, flexibler, genauer
Da nach einem Test mit dem Tablet alle
Daten sofort digital vorliegen, ermöglicht
dies zuallererst eine reibungslose Ein-
bindung in den bestehenden Recruiting-
prozess. Ein Beispiel: Absolvieren Kan-
didaten morgens einen Leistungstest,
können direkt im Anschluss Interviews
mit den Testbesten geführt werden. Die
Anreise zu einem weiteren Auswahltag
bleibt ihnen damit erspart, was den ge-
Bewerber auf dem Silber-Tablet
TREND.
Die Bewerbung per Smartphone ist unter dem Stichwort „Mobile Recruiting“
schon länger ein Thema. Aber I-Pad & Co. können auch die Personalauswahl verbessern.
Durch den Einsatz von
Tablets sollen Qualität
und Geschwindigkeit
der Personalauswahl,
etwa bei Leistungstests
oder Assessment Cen-
tern, gesteigert werden.
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