Immobilienwirtschaft 2/2016 - page 32

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INVESTMENT & ENTWICKLUNG
I
IMMOBILIENTRANSAKTIONEN
fließt. Nur dann kann die Verkäuferseite
zeitnah die Struktur, in der sie die ver-
kaufte Immobilie (unmittelbar und/oder
mittelbar) gehalten hat, „zumachen“. Mit
anderen Worten: Die die Immobilie hal-
tende Zweckgesellschaft (nur beim Asset
Deal) oder die darüber angeordneten
(Holding-)Zweckgesellschaften (bei Sha-
re und gegebenenfalls beim Asset Deal)
wird aufgelöst.
Ganz anders ist die Interessenlage des
Käufers: Dieser kennt die Immobilie nur
punktuell aus seiner Ankaufsprüfung und
möchte sich deshalb mit möglichst um-
fassenden Garantien und Freistellungen
absichern. Die aber nutzen ihm praktisch
betrachtet gar nichts, wenn es sich bei der
haftenden Zweckgesellschaft nach der
Transaktion um eine „leere Hülle“ han-
delt, mit deren Bonität es nicht weit her ist.
In dieser Situation wird ein gut beratener
Käufer werthaltige Sicherheiten fordern.
W
ann es bei Immobilientransak-
tionen zu einem „Dealbreake“
kommt, lässt sich nicht verallge-
meinernd sagen – schon deshalb nicht,
weil unterschiedliche Investorentypen je
nach gewählter Investmentstrategie unter
Umständen ein und denselben Sachver-
halt als Risiko oder als Chance bewerten
oder ein Risiko ganz unterschiedlich qua-
litativ und quantitativ bemessen.
SCHNELLER EXIT GEWÜNSCHT
Insbeson-
dere Private Equity-Investoren legen
jedoch bei Veräußerung ihrer Immobi-
lieninvestments häufig großen Wert auf
einen schnellen und endgültigen Exit
nach Vollzug der Immobilientransaktion.
Dies bedeutet im Idealfall, dass die unter
Umständen schwer kalkulierbare Verkäu-
ferhaftung (weitestgehend) ausgeschlos-
sen ist, mit Vollzug der Transaktion der
vollständige Kaufpreis an den Verkäufer
Gewährleistungsversicherung –
Heilmittel gegen gefährdete Deals?
Bei Immobilientransaktionen
gibt es Interessenskonflikte
zwischen Käufer und Verkäu-
fer, bei denen in der Praxis
nicht selten das Wort „Deal-
breaker“ fällt. Eine Strategie
dagegen sind Gewährleis-
tungsversicherungen – doch
sie helfen nicht immer.
86 Millionen Euro hat
WealthCap für die Büro-
immobilie Silva gezahlt.
Ob es eine Gewährleis-
tungsversicherung gab,
ist nicht überliefert.
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