mba kompendium
2017/18
17
kings des britischen Wirtschaftsmagazins „Econo-
mist“. So gab es bei der Bewertung der Vollzeit-MBA
in den vergangenen Jahren teils absurde Auf- und
Abstiege. 2016 verzeichneten 28 der bewerteten 100
Schulen einen zweistelligen Auf- oder Abstieg. Eini-
ge schnitten mehr als 30 Plätze schlechter ab als im
Vorjahr, andere mehr als 20 Plätze besser. Da sich
die MBA-Programme jedoch innerhalb eines Jahres
kaum so gravierend ändern dürften, liegt das vor
allem an der fragwürdigen Methodologie, die hinter
den Rankings steckt.
Den Vogel schoss der Economist jedoch damit ab,
als er 2016 auch das IMD rankte, obwohl die da-
für notwendigen Daten der Studenten und Alumni
überhaupt nicht vorlagen. Denn die europäische
Topschule hatte sich aufgrund der fragwürdigen
Methodologie geweigert, an dem Ranking teilzu-
nehmen. Auch beim im Jahr 2015 veröffentlichten
Ranking zu Executive MBA Programmen fehlten
etliche der weltweit besten Programme – weil die
Schulen das Ranking offenbar boykottierten. MBA-
Interessenten sollten sich daher nicht von der Re-
putation des Wirtschaftsmagazins blenden lassen.
Rankings sind ein Marketing-
instrument der Verlage
Grundsätzlich sind Rankings für die Medien natür-
lich in erster Linie ein Marketinginstrument, um
Auflage und Anzeigenumsätze zu steigern. Doch
mit den Einsparungen im Medienbereich leidet
eben manchmal auch die Glaubwürdigkeit der Ran-
kings. Kritik gibt es aber teils auch an den Krite-
rien. So machen das Gehalt beziehungsweise der
Gehaltszuwachs beim FT-Ranking 40 Prozent der
Bewertung aus. Dabei wird das in US-Dollar umge-
rechnete Gehalt entsprechend der Kaufkraftparität
(Purchasing Power Parity) an die lokale Kaufkraft
angepasst. Das führt zu teils absurden Verzerrun-
gen, von denen vor allem die Schwellenländer
Foto: Production Perig/Fotolia