rankings
18
mba kompendium
2017/18
profitieren. Denn für einen Dollar kann man in
China oder Indien nun mal mehr kaufen als in der
Schweiz. So verdienen die Absolventen von indi-
schen oder chinesischen Schulen regelmäßig mehr
als die Absolventen in der Schweiz. Aber natürlich
lässt sich die Gehaltssteigerung gerade beim Voll-
zeit-MBA von den Schulen steuern.
Lässt sie zum Beispiel besonders viele Studenten
aus Schwellenländern zu, die nach dem Studium
einen Job in den USA oder Europa bekommen,
werden sie fast automatisch einen höheren Ge-
haltszuwachs verzeichnen. Auch Schulen, deren
Absolventen vor allem im Investmentbanking lan-
den, wo nach wie vor die höchsten Gehälter bezahlt
werden, sind im Vorteil. Business Schools stehen
daher stets vor der Frage, inwieweit sie sich den
Ranking-Kriterien anpassen.
Dabei spielen die Ranglisten für die Schulen – so
verhasst sie dort oft auch sind – eine äußerst wich-
tige Rolle. Denn die Platzierung setzt so etwas wie
einen Teufelskreis in Gang. Schneidet eine Schule
gut ab, bekommt sie mehr und bessere Bewerber
und damit auch mehr Studiengebühren. Und weil
sich auch Personalchefs gern an Rankings orien-
tieren, rekrutieren sie bevorzugt Absolventen von
gut bewerteten Schulen. Sie bekommen so schnel-
ler einen - oftmals gut bezahlten - Job, was sich
wiederum positiv im nächsten Ranking positiv aus-
wirkt. Schließlich spielt die Höhe des Gehalts bei
fast allen Rankings eine wichtige Rolle. Das alles
zeigt mehr als deutlich, wie wenig aussagekräftig
die Platzierungen oft sind. Doch dem nicht genug.
Es gibt auch immer mehr fragwürdigere Rankings.
Ein Beispiel dafür ist das „Eduniversal-Ranking“ der
französischen Beratungsfirma SMBG.
Die 1.000 Schulen, die an dem Ranking teilnehmen
dürfen, werden von einem “internationalen wissen-
schaftlichen Komitee” ausgewählt. Dann wird den
Rektoren der Business Schools für jedes einzelne
Land die Frage gestellt, welche Schule sie einem
Interessenten empfehlen, der in dem jeweiligen
Die besten
EMBA Programme 2016
Hitliste.
Beispielhaft für ein Ranking drucken wir
hier die ersten Plätze der Hitliste „Die besten
Executive MBA-Programme 2016” der Londoner
Tageszeitung „Financial Times“ ab.
Quelle: „Financial Times“
Die vollständige Hitliste steht im Internet unter:
Rang Name der Schule(n), deren EMBA
ausgezeichnet wurde, Land
2016 2015
1 2
Kellogg School of Management/
HKUST Business School,
USA/China
2 1
Tsinghua University/Insead,
China/Singapur/Frankreich
3 3
Trium: HEC Paris/LSE/ New York Uni-
versity: Stern,
Frankreich/UK/USA
4 7
Insead,
Frankreich
5 6
Washington University: Olin,
China
6 5
Anderson School of Management -
University of California/National Uni-
versity of Singapore,
USA/Singapur
7 10
Shanghai Jiao Tong University:
Antai College of Economics and
Management,
China
8 4
Columbia Business School/
London Business School,
USA/Großbritannien
9 9
University of Oxford: Said Business
School,
Großbritannien
10 8
IE Business School,
Spanien