rankings
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mba kompendium
2017/18
MBA-Rankings sind verlockend. Warum sich inten-
siv mit den Details verschiedener MBA-Programme
beschäftigen, wenn es doch eine Rangliste gibt, die
zeigt, welche MBA-Studiengänge die besten sind?
Doch so einfach ist es leider nicht. Denn jedes Ran-
king basiert auf anderen Kriterien und Gewichtun-
gen und längst nicht jedes ist seriös.
Die Manie, alles zu ranken, stammt aus den USA
und dort wird im Bereich der MBAs so gut wie
alles bewertet. Von der rigidesten Zulassung über
den höchsten Anteil von Frauen unter den Studen-
ten bis zum Gehalt. Die wichtigsten US-Ranglisten
kommen von den Magazinen „Businessweek“ und
„U.S. News & World Report“ - wobei „Business-
week“ neben einer Liste der besten US-Programme
auch eine separate Liste für internationale Program-
me veröffentlicht. Das macht deshalb Sinn, weil die
meisten Programme in den USA nach wie vor zwei
Jahre dauern und ein mehrmonatiges Praktikum
nach dem ersten Jahr umfassen. Das erleichtert
Studenten den Einstieg in eine neue Branche oder
Funktion und viele bekommen bereits im Prakti-
kum ein Jobangebot. International überwiegen da-
gegen die einjährigen Studiengänge ohne längeres
Praktikum.
Doch die „Businessweek“ geriet in letzter Zeit un-
ter Kritik. Im Jahr 2013 hatte das Magazin heim-
lich sein Ranking von 2012 korrigiert. Kurz darauf
wurden die beiden langjährigen MBA-Redakteure
gefeuert. Seitdem gab es mehrmals erhebliche Ver-
Die Platzierung eines MBA-Programms in einem Ranking sollte höchstens ein Anhaltspunkt für
die eigene Entscheidung sein, aber nie das einzige Auswahlkriterium für eine bestimmte „Schule“.
Denn jede Rangliste basiert auf anderen Faktoren und Gewichtungen und manche sind fragwürdig.
änderungen in der Methodologie und dementspre-
chend teils gravierende und nicht nachvollziehbare
Veränderungen in der Rangliste. Den größten Teil
der Bewertung machen nun die Angaben der Ar-
beitgeber (35 Prozent) und der Alumni (30 Prozent)
aus. 15 Prozent fallen auf die Studenten und je 10
Prozent auf die Einstellungen (Job Placement) und
das Anfangsgehalt. Akademische Kriterien spielen
offenbar keine Rolle.
Teilweise absurde Auf- und Abstiege
in einer umstrittenen Hitliste
Als führende globale Rankings gelten die Listen
der britischen „Financial Times“ (FT). Dort gibt
es Rankings für alle möglichen Programmarten zu
Vollzeit-MBAs, Executive MBAs und Online MBAs.
Dazu kommen Master-Programme in Management
und Master in Finance sowie in Executive Edu-
cation (Weiterbildungskurse ohne akademischen
Abschluss). Um an den Rankings teilnehmen zu
können, setzt die FT eine internationale Akkreditie-
rung von den Akkreditierungsgesellschaften AACSB
oder EQUIS voraus. Die haben aber nur sehr wenige
deutsche Business Schools.
Beim Vollzeit-MBA bewertet die FT mehr als 20 Kri-
terien vom Gehalt über den Karrierefortschritt, den
Anteil der Frauen und die Internationalität von Teil-
nehmern und Professoren bis hin zur Forschungs-
leistung. Als ziemlich fragwürdig gelten die Ran-
MBA-Rankings:
Nur eine Orientierungshilfe