mba kompendium
2017/18
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1.
Vollzeit-MBA
Der Master of Business Administration (MBA) ist
ein Abschluss in allgemeiner Unternehmensfüh-
rung (General Management) und vermittelt Kennt-
nisse in allen dafür notwendigen Funktionen wie
Finanz- und Rechnungswesen, Marketing und
Personalführung. Er setzt in der Regel einen ersten
Hochschulabschluss und einige Jahre Berufserfah-
rung voraus. In den USA dauert ein MBA-Studium
meist zwei Jahre. Nach dem ersten Studienjahr
folgt ein mehrmonatiges Praktikum, bei dem ein
Großteil der Studenten auch schon ein Jobangebot
bekommt.
In Europa haben sich einjährige MBA-Programme
durchgesetzt. Sie bestehen aus zwei Studienab-
schnitten: Im ersten Teil geht es um Grundlagen-
fächer, im zweiten Studienabschnitt können die
Teilnehmer Wahlfächer belegen oder sich auf ein
Schwerpunktthema konzentrieren. Das Alter der
Studenten liegt je nach Land und Schule etwa
zwischen 23 und 30 Jahren. Bei einem Vollzeit-
Programm kommt zu den Studiengebühren und Le-
benshaltungskosten auch noch der Verdienstausfall
während der Studienzeit dazu.
2.
Part-time MBA
Der Part-time MBA unterscheidet sich vom Vollzeit-
MBA vor allem bei den Unterrichtszeiten. Gelernt
wird am Abend oder Wochenende, wahlweise auch
in mehrtägigen Modulen. Die Teilnehmer müssen
daher ihren Job nicht aufgeben und sie können das
Gelernte – zumindest zum Teil – gleich in ihren Ar-
beitsalltag integrieren. Part-time MBAs richten sich
an Teilnehmer, die bereits ein paar Jahre Berufser-
fahrung haben und/oder schon eine Management-
position anstreben.
Das Alter variiert, liegt aber mit rund 25 bis 35
Jahren etwas höher als beim Vollzeit-MBA. Im
Vergleich zum Executive MBA sind die Teilnehmer
allerdings jünger und verfügen seltener über Füh-
rungserfahrung. Eine genaue Abgrenzung gibt es
aber nicht und manche Schulen bezeichnen ihren
Part-time MBA auch als Executive MBA.
3.
Executive MBA
Executive MBA Programme (EMBA) richten sich an
Manager mit mehrjähriger – in der Regel mehr als
fünf Jahre – Berufs- und Führungserfahrung. Das
Studium findet meist am Wochenende oder in Prä-
senzmodulen statt. Die Programme zeichnen sich
durch einen hohen Praxisbezug aus und die Teil-
nehmer müssen oft Aufgaben oder Projekte aus ih-
ren eigenen Unternehmen bearbeiten. Damit eignet
sich das Studium auch als Maßnahme der Personal-
entwicklung, von der beide Seiten profitieren: Der
Teilnehmer erwirbt einen anerkannten akademi-
schen Titel, das Unternehmen nützt das erworbene
Know-how und kann die neue Qualifizierung in die
Laufbahnplanung integrieren. Im EMBA spielt auch
das Thema Leadership eine wichtige Rolle. Die Al-
tersgruppe der Teilnehmer liegt bei Mitte 30 bis En-
de 40. EMBA-Programme sind meist deutlich teurer
als Part-time MBAs.
4.
Global EMBA
Der Global MBA (GEMBA) ist ein modularer Execu-
tive MBA, bei dem die Teilnehmer zum Unterricht
in verschiedene Länder reisen. Dort bekommen
sie einen Einblick in die jeweilige Wirtschaft und
Kultur, besuchen Unternehmen und können erste
Kontakte aufbauen. Häufig tun sich dabei mehrere
Business Schools zusammen und übernehmen die
Verantwortung für die Lerneinheiten in ihrem Land.
Manchmal organisiert aber auch nur eine Schule
zusammen mit Partnerschulen vor Ort die akademi-
sche Weltreise. Oder die Teilnehmer besuchen die
Standorte einer Schule in verschiedenen Ländern.
Ein GEMBA gilt als besonders herausfordernd, da