MBA Kompendium 2017/2018 - page 19

mba kompendium
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Land studieren möchte. Doch welcher Schulleiter
kann schon guten Gewissens die Qualität einer
Business School in Bhutan, Dschibuti oder im
Yemen einschätzen? Und was sagt seine Aussage
wirklich über die Qualität einer Schule aus? Doch
mit seinem Ranking hat „Eduniversal“ wohl gerade
bei unbekannten Schulen, die niemals eine Chance
haben, in eine der renommierten Ranglisten aufge-
nommen zu werden, eine Marktlücke entdeckt.
Erstaunlich dabei ist, dass auch renommierte Schu-
len bei dem Unsinn mitmachen und sich auch deut-
sche Hochschulen mit der fragwürdigen Auszeich-
nung schmücken. Dabei hat „Eduniversal“ in der
Vergangenheit sogar schon Studiengänge gerankt,
die es gar nicht gab. Andere Rankings dienen vor
allem dem Zweck, damit ein Gütesiegel für mehre-
re Tausend Euro zu verkaufen. Und auch Websites,
die sonst Rasenmäher, Versicherungen oder Mixer
bewerten, bewerten neuerdings MBA-Programme –
mit entsprechend fragwürdigen Ergebnissen.
Fazit:
Rankings sind mit gebührender Vorsicht
zu genießen und sollten niemals die einzige Ent-
scheidungsgrundlage für eine Schule sein. Die
Platzierung kann allenfalls eine Orientierungshilfe
sein. Letztlich sollte sich jeder für das Programm
entscheiden, das von der Studienstruktur und den
Inhalten am besten zu den eigenen Interessen
und Karrierezielen passt. Wichtige Fragen sollten
dabei auch sein: Wie steht es um die Lehr- und
Forschungsqualität der Fakultät? Besitzt die Schu-
le gute Kontakte zu Arbeitgebern beziehungswei-
se Branchen, die mich interessieren? Stimmt das
Preis-Leistungs-Verhältnis? Fühle ich mich an der
Business School gut aufgehoben? Aber auch Perso-
nalmanager sollten sich von den Ranglisten nicht
blenden lassen.
Bärbel Schwertfeger
MBA-Rankings sind umstritten. Je nachdem, welche Krite-
rien wie bewertet werden, unterscheidet sich das Ergebnis
oftmals gravierend. Die „Foster School of Business“ an der
University of Washington hat nun eine Methode entwickelt,
bei der sich jeder sein eigenes Ranking basteln kann.
Der MBA Rankings Calculator ermöglicht jedem MBA-Inter-
essenten, selbst zu entscheiden, welches Kriterium für ihn
besonders wichtig ist.
Zur Auswahl stehen zehn Kriterien wie das durchschnitt-
liche Gehalt, der GMAT-Wert, die Forschung der Profes-
soren, die Meinung der Arbeitgeber oder der Karrierefort-
schritt der Alumni. Insgesamt hundert Punkte lassen sich
dabei auf die Kriterien verteilen. Das Ergebnis zeigt eine
Rangliste sowie die detaillierten Zahlen zu den gewählten
Kriterien an. Die Daten basieren auf den in den Rankings
von U.S. News & World Report, Businessweek, Financial
MBA-Ranking zum Selbermachen
Times, Forbes, und M7 Financial veröffentlichten Zahlen.
Berücksichtigt werden allerdings nur 30 Vollzeit-MBA-Pro-
gramme in den USA.
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