MBA Kompendium 2017/2018 - page 27

mba kompendium
2017/18
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Foto: Tang Yan Song/shutterstock.com
unittelbare Anwendung des Gelernten am eigenen
Arbeitsplatz. Bei Hausarbeiten oder in der Master-
Arbeit können die Teilnehmer konkrete Aufgaben
an ihrem Arbeitsplatz oder in ihrem Unternehmen
bearbeiten. Firmen, die das geschickt integrieren,
können mit wissenschaftlicher Unterstützung sich
neue Konzepte erarbeiten lassen und sparen sich
die Kosten für externe Berater.
Teilnehmer lernen auch von einander
Wie beim MBA geht es auch beim berufsbegleiten-
den Master nicht nur um die Vermittlung von Fach-
wissen durch einen Dozenten. Wichtig ist auch,
dass die „Schüler“ voneinander lernen. Durch das
Studium bekommen sie einen Einblick, wie andere
Unternehmen an bestimmte Fragestellungen heran-
gehen. Nicht zu unterschätzen ist natürlich auch
der Erwerb von nicht-fachlichen Kompetenzen, sei
es bei der Bearbeitung von Projekten im Team oder
im Umgang mit der Herausforderung, Job, Studium
und Privatleben unter einen Hut zu bringen.
Allerdings wissen noch nicht alle Unternehmen das
entsprechend zu schätzen und so mancher Persona-
ler sieht in der Unterstützung des Mitarbeiters beim
Master-Studium vor allem ein Incentive und ist
dann enttäuscht, wenn dieser nach dem Abschluss
kündigt. Das lässt sich naturgemäß nicht immer
verhindern. Doch über eines sollten sich auch Per-
sonalmanager im Klaren sein: Wer sich den Stress
eines berufsbegleitenden Studiums antut, der will
nicht nur den Master-Titel, er möchte seine neu-
en Kompetenzen auch im Job einsetzen können.
Bärbel Schwertfeger
Finance, Operations, Strategie und HR-Management
unterrichtet werden. Manche MBA-Studiengänge
ermöglichen es auch - meist im zweiten Studienab-
schnitt - eine Spezialisierung auf einen Bereich wie
etwa Strategie oder HR. Doch es gibt auch Studien-
gänge, die zwar als MBA bezeichnet werden, inhalt-
lich aber fast ausschließlich auf einen Fachbereich
wie etwa Logistik fokussiert sind. Hier gilt es daher
stets genau hinzuschauen und für sich selbst abzu-
klären, wo die Prioritäten liegen sollten.
Wer mit einem Master-Studium liebäugelt, sollte
auch darauf achten, dass das Fachgebiet nicht zu
eng ist. Denn je spezifischer ein Studiengang, desto
begrenzter sind in der Regel auch die Einsatzmög-
lichkeiten der Absolventen. Noch kommt die Ini-
tiative für ein berufsbegleitendes Master-Studium
überwiegend von den Interessenten selbst. Zwar
erkennen immer mehr Unternehmen, dass die
Unterstützung beim Master-Studium auch zur Bin-
dung des Mitarbeiters beitragen kann, eine richtige
Einbindung in die Personalentwicklung findet man
bisher aber noch selten.
Vorreiter waren die Wirtschaftsprüfer, die gemein-
sam mit verschiedenen Hochschulen bereits 2010
den Master-Studiengang Audit-Xcellence entwickelt
haben, der sich an Bachelor-Absolventen mit erster
Berufserfahrung richtet. Dabei kooperieren Deloitte,
Ernst & Young, KPMG und PwC mit vier Hochschu-
len, die entsprechende Studiengänge anbieten. Die
Wirtschaftsprüfer zahlen nicht nur Studiengebüh-
ren und stellen ihre Mitarbeiter für das Studium
frei, die Absolventen bekommen auch die Hälfte des
Wirtschaftsprüferexamens erlassen. Ein Vorteil vie-
ler berufsbegleitender Master-Studiengänge ist die
Berufserfahrung nach dem
Bachelor ist die „Leiter“, die es
leicht macht, das gesammelte
Wissen des Master-Studiums zu
erklimmen.
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