MBA Kompendium 2017/2018 - page 14

Programm-Formate
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mba kompendium
2017/18
zum Studium neben dem Job auch noch teils erheb-
liche Reisezeiten dazu kommen. Die Studiengebüh-
ren (ohne Reisekosten) sind in der Regel deutlich
höher als bei Executive MBA.
5.
Fernstudien-MBA
Beim Fernstudium erarbeiten sich die Teilnehmer
den Lernstoff mithilfe von Studienbriefen. Vielfach
dominiert noch immer das schriftliche Studienma-
terial. Betreut werden sie von Tutoren. Arbeitsauf-
gaben werden schriftlich oder online eingereicht.
Prüfungen finden meist in speziellen Zentren statt.
Fernstudien erfordern eine hohe Selbstdisziplin und
Motivation, zumal die Teilnehmer beim Lernen
überwiegend auf sich allein gestellt sind. Wichtig
ist daher eine gute Betreuung durch die Fernhoch-
schule.
Die meisten Schulen bieten zusätzlich auch Prä-
senzseminare an. Inzwischen kann man die Lernin-
halte oft auch online oder per App abrufen. Es gibt
Webinare oder Online-Plattformen, auf denen sich
die Studenten untereinander oder mit einem Tutor
austauschen können. Der Übergang zum Online-
MBA ist daher fließend.
6.
Online MBA
Bei einem Online-MBA der neuen Generation ste-
hen der virtuelle Austausch und das soziale Mitei-
nander im Vordergrund. Im Zentrum stehen daher
interaktive Lernformen wie das virtuelle Klassen-
zimmer, Online-Diskussionen oder die Bearbeitung
von Lernaufgaben in virtuellen Teams. Ein großer
Unterschied zu den Fernstudiengängen ist, dass die
Teilnehmer das Programm in einem festen Klassen-
verband durchlaufen und dass sie nicht von Tutoren
oder externen Dozenten, sondern von den Profes-
soren der Business School unterrichtet werden. Fast
immer gehören aber auch kurze Präsenzphasen
zum Programm. Vor allem in den USA bieten auch
immer mehr Topschulen Online-MBAs an, deren
Studiengebühren allerdings meist kaum niedriger
sind als beim Vollzeit-MBA.
7.
Spezialisierter MBA
Ein wesentlicher Vorteil eines MBA-Studiums ist es,
dass Teilnehmer mit unterschiedlichem fachlichen
Hintergrund (wie Ingenieure, Juristen oder Medi-
ziner) und aus unterschiedlichen Branchen zusam-
men und damit auch voneinander lernen. Einen an-
deren Ansatz haben spezialisierte MBA-Programme.
Sie fokussieren sich auf eine Funktion wie Supply
Chain Management oder eine Branche wie Health
Care. Die Teilnehmergruppe ist dementsprechend
homogener, der Inhalt auf den Schwerpunkt aus-
gerichtet. Gelehrt wird zwar weiter die gesamte
Fächer-Palette von Accounting über Finanzen bis
zur Strategie, aber stets auf die Besonderheiten
des Schwerpunkts angepasst. Wer zum Beispiel
im Bereich Health Care tätig ist und auch dort blei-
ben möchte, ist dort gut aufgehoben, alle anderen
schränken mit einem spezialisierten MBA ihre Mög-
lichkeiten eher ein. Oftmals verbirgt sich hinter dem
Spezial-MBA allerdings auch ein fachspezifischer
Master, bei dem statt General Management in erster
Linie fachspezifische Inhalte im Lehrplan stehen.
Man sollte also stets genau hinschauen, welche In-
halte vermittelt werden.
8.
Mini-MBA
Hinter einem Mini-MBA steht häufig nichts anderes
als ein kurzes Weiterbildungsprogramm, bei dem
die Teilnehmer eine Einführung in Management-
themen wie Strategie, Marketing oder Finance be-
kommen. Die Crashkurse dauern ein paar Tage oder
einige Wochen. Neu ist das Konzept nicht. Die ka-
nadische McGill University soll den Begriff bereits
in den 1940er-Jahren benutzt haben. Beliebt sind
derzeit Mini-MBAs für Manager aus dem IT- und
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