MBA Kompendium 2017/2018 - page 8

MBA-Trends
8
mba kompendium
2017/18
Prep, dass 72 Prozent von 209 befragten Business
Schools bereits Kurse in Data Science oder Big Data
anbieten. 13 Prozent haben zwar noch keine ent-
sprechenden Kurse, überlegen aber, sie künftig an-
zubieten. Lediglich 15 Prozent bieten sie nicht an
und wollen dies auch in Zukunft nicht tun.
Trend: Mehr Stipendien
beim Executive MBA
Eigentlich ist der Executive MBA ein ideales Ins-
trument der Personalentwicklung. Der Mitarbeiter
erweitert und aktualisiert sein Managementwissen,
das Unternehmen profitiert davon. Doch immer
mehr Teilnehmer müssen das teure Studium in-
zwischen aus eigener Tasche bezahlen. Laut einer
Umfrage des Executive MBA Council waren es zu-
letzt 41 Prozent. Dabei ist das Studium mit Studien-
gebühren von durchschnittlich 75.000 Dollar kein
Schnäppchen. Deutlich gestiegen ist daher der An-
teil der Programme, die Stipendien anbieten. Lag er
2015 noch bei 53 Prozent, so waren es 2016 bereits
59 Prozent. Als eine der wenigen Topschulen listet
Insead auf, wie die Teilnehmer des Global Executive
MBA ihr Studium finanzieren, das immerhin stolze
114.000 Euro kostet. Danach bekommen 31 Prozent
ein Stipendium von Insead, 14 Prozent werden voll
von ihrem Arbeitgeber gesponsert, zehn Prozent
zum Teil.
Trend: Unternehmer
werden dank eines MBA
Der Streit ist schon alt. Braucht ein erfolgreicher
Unternehmer einen MBA? Die einen sagen nein,
die anderen halten das Managementstudium für ei-
ne gute Basis für jeden Unternehmer. Längst haben
viele Business Schools ihre eigenen Inkubatoren
oder Labs, wo Studenten an ihren Start-up arbeiten
können und dabei von Professoren betreut werden.
Auch Kurse zu Entrepreneurship, Businessplan-
Wettbewerbe und Kontakte zu Venture Capital
Firmen werden häufig angeboten. Dennoch bleibt
die Zahl der MBA-Absolventen, die ein Start-up
gründen, gering. An der Stanford Graduate School
of Business, der Eliteschmiede im Silicon Valley,
waren es zuletzt nur 61 Absolventen und damit 16
Prozent der Klasse (genauso viel wie im Vorjahr).
An der Harvard Business School gründeten 65 Ab-
solventen und damit sieben Prozent der Klasse ein
Start-up. Im Vorjahr waren es noch neun Prozent.
Allerdings muss man hier einen Verzögerungseffekt
berücksichtigen. Die meisten MBA-Absolventen ar-
beiten nach dem Abschluss erst einmal bei einem
Unternehmen, sei es, um ihre Schulden aus dem
Studium abzubezahlen oder Kapital anzuhäufen.
Laut einer aktuellen Umfrage des Graduate Ma-
nagement Admission Council (GMAC) beginnen
zwei von drei MBAs ihre unternehmerischen Akti-
vitäten erst, nachdem sie ein paar Jahre einen Job
in einem Unternehmen hatten. Einer von acht Un-
ternehmern suchte Wagniskapital und 72 Prozent
von ihnen bekamen es auch. Jeder zweite Alumni
gab an, dass ihn seine Schule bei seinen unterneh-
merischen Aktivitäten unterstützt hat, sei es durch
Tipps von den Professoren, Experten aus der Com-
munity oder Mentoren.
Trend: MOOCs und Micromaster
Immer mehr Business Schools bieten kostenlo-
se Online-Kurse an. Mit diesen MOOCs (Massive
Open Online Courses) kann man sich inzwischen
ein komplettes MBA-Programm zum Nulltarif zu-
sammenstellen. Nur einen MBA-Abschluss gibt es
dafür noch nicht. Die University of Illinois in Urban-
Champaign ist schon einen Schritt weitergegangen
und bietet einen iMBA für rund 22.000 Dollar an,
der aus MOOCs besteht. Die Kurse laufen auf der
Plattform Coursera. Innerhalb eines Jahres haben
sich 950.000 für die kostenlose 18-monatige Versi-
on der Kurse eingeschrieben, 27.000 haben für ein
1,2,3,4,5,6,7 9,10,11,12,13,14,15,16,17,18,...68
Powered by FlippingBook