MBA Kompendium 2017/2018 - page 15

mba kompendium
2017/18
15
1. Warum wollen Sie einen MBA-Abschluss?
Geht es Ihnen vor allem darum, Ihr fehlendes oder geringes
Managementwissen zu erweitern? Dann muss es vielleicht
nicht gleich ein zweijähriges, berufsbegleitendes Studium
sein. Dafür genügt manchmal auch ein kürzeres Weiter-
bildungsprogramm ohne akademischen Abschluss. Viele
Business Schools bieten mehrwöchige General-Manage-
ment- und Advanced-Management-Programme an, die sich
manchmal auch auf ein MBA-Studium anrechnen lassen.
2. Erhoffen Sie sich durch den MBA einen erheblichen
Karrieresprung?
Bleiben Sie realistisch. Der MBA gilt zwar als Karriere-
beschleuniger, doch garantiert ist der Aufstieg nicht. Es
kommt immer auf den individuellen Fall an, also Ausbil-
dung, Berufserfahrung und Leistung. Und natürlich auch
auf das Umfeld. In manchen Branchen wie etwa der Unter-
nehmensberatung ist der MBA längst etabliert, in anderen
noch weitgehend unbekannt. Ein MBA ist lediglich so etwas
wie ein Führerschein. Ob man gut fahren (führen) kann,
steht auf einem anderen Blatt.
3. Streben Sie einen Karrierewechsel an?
Ein MBA-Studium ist ideal für Akademiker ohne betriebs-
wirtschaftliches Erststudium (also zum Beispiel Ingeni-
eure, Naturwissenschaftler oder Juristen), die von ihrer
Fachposition in eine Managementfunktion möchten. Auch
für den Branchenwechsel (vom Technologiekonzern in die
MBA-Studium: Fünf Fragen, die Sie sich stellen sollten …
Unternehmensberatung) kann der Abschluss hilfreich sein.
Grundsätzlich erweitert ein MBA-Studium als General-
Management-Weiterbildung Ihre Einsatzmöglichkeiten.
Aber auch hier gilt: Ob ein Wechsel gelingt, hängt vom Ein-
zelfall ab.
4. Wollen Sie einfach nur mehr verdienen?
Liest man, welche Gehaltssprünge MBA-Absolventen vor
allem in den USA machen, klingt das für viele äußerst ver-
lockend. Dort sind durchaus Steigerungen von hundert Pro-
zent drin. Doch Vorsicht. Gerade in Deutschland sind solch
hohe Gehaltssteigerungen eher selten. Denn viele Unter-
nehmen hierzulande sind noch immer skeptisch gegenüber
dem MBA-Abschluss und können seinen Wert nicht richtig
einschätzen.
5. Sind Sie in hohem Maße belastbar?
Ein berufsbegleitendes MBA-Studium ist eine enorme
Belastung. Sie müssen Job, Studium und Privatleben
unter einen Hut bringen und oft gehen dabei die Abende,
Wochenenden und auch der Urlaub für das Studium drauf.
Denn zum Lernen des Unterrichtsstoffes kommen häufig
die Bearbeitung von Aufgaben und Projekten im (virtuel-
len) Team sowie internationale Studientrips hinzu. Ohne
privaten Rückhalt geht das schnell schief. Nicht umsonst
wird der Executive MBA auch gern als „Scheidungskurs“
bezeichnet.
Technologiebereich, die ihnen betriebswirtschaft-
liches Wissen vermitteln sollen. Auch hier gilt es,
immer genau hinzuschauen. Denn oftmals dient
die Bezeichnung Mini-MBA vor allem der besse-
ren Vermarktung. Bei manchen Schulen firmieren
die Angebote auch unter den Begriffen „Essentials
of Management“ oder „General Management Pro-
gram“. Manche Mini-MBAs lassen sich auf ein spä-
teres MBA-Studium anrechnen.
Bärbel Schwertfeger
1...,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14 16,17,18,19,20,21,22,23,24,25,...68
Powered by FlippingBook