Immobilienwirtschaft 10/2016 - page 74

74
VERMARKTUNG & MANAGEMENT
I
GESCHÄFTSMODELLE
Makler führt Deutschen Franchise-Verband
nehmer und der erfolgreichen Weiterent­
wicklung von Franchisesystemen liegen.
Hierbei wollen wir unsere Mitglieder mit
vielfältigen Angeboten unterstützen.
Ist die Franchisenehmer-Akquise auch
in der Immobilienbranche ein Problem?
Ja. Aufgrund der höheren Sicherheit als
Angestellter trauen sich viele den Weg in
die Selbstständigkeit nicht. Der neue Vor­
stand des DFV hat sich daher auch zum
Ziel gesetzt, deutlicher zu kommunizie­
ren, welche Vorteile eine Existenzgrün­
dung imFranchisegeschäftmit sich bringt.
Steht auch Engel & Völkers vor dem
Problem?
Durch unsere langjährige Er­
fahrung im Franchisegeschäft und un­
sere starke Marke ist es für uns weniger
schwierig geworden, passende Franchise­
nehmer zu finden. Engel & Völkers steht,
wie auch anderen Franchiseunternehmen,
dasThema Generationswechsel bevor. Die
Herausforderung wird zukünftig sein, ge­
eignete Nachfolger mit Managementfä­
higkeiten zu finden, die bereits etablierte
Standorte übernehmen können.
Kann Franchising der Professionalisie-
rung der Immobilienbranche dienen?
Ja,
definitiv. Die Realität ist leider, dass das
schlechte Image unserer Branche durch
viele unprofessionelle Makler geprägt
ist. Franchising ist ein guter Ansatz, um
dem entgegenzuwirken. Schließlich gibt
es Qualitätsstandards, und regelmäßige
Systemchecks werden durchgeführt.
Gibt es weitere Themen, die Sie voran-
treiben möchten?
Die Digitalisierung
rückt bei immer mehr Mitgliedsunter­
nehmen in den Blickwinkel. Viele gehen
das Thema eher zögerlich an, vielleicht
auch weil die Herausforderungen je nach
Branche unterschiedlich sind. Ein gutes
Instrument, umden Erfahrungsaustausch
zu fördern und sich dem Thema zu nä­
Herr Enders, Sie sind seit Mai Präsident
des Deutschen Franchise-Verbands
(DFV). Was sind Ihre Projekte?
Ein wich­
tiges Projekt ist die Steigerung derMitglie­
derzahl. Wir werden potenzielle Mitglie­
der aktiver ansprechen, unser Leistungs
angebot stärker am Bedarf der Mitglieder
orientieren undMitgliedsbeiträge senken.
Auch arbeite ich mit meinen Vorstands­
kollegen an anderen Themen, wie einem
anderen Außenauftritt des DFV, einer
stärkeren Präsenz im politischen Umfeld.
Wurden diese Themen vorher weniger
berücksichtigt?
Nicht alleThemen hatten
für unsereMitgliedsunternehmen in ihrer
täglichen Arbeit genügend Relevanz. Mir
geht es darum, wirkliche Mehrwerte für
die Mitglieder zu schaffen.
Welche?
Unser Schwerpunkt wird künftig
verstärkt auf derAkquise neuer Franchise­
Die größte Zeit der Franchise-
systeme in der deutschen
Immobilienwirtschaft scheint
passé. Nun jedoch wurde
der Vorstand eines großen
deutschen Maklerhauses,
Kai Enders
, zum DFV-Prä-
sidenten gewählt. Gibt das
der Branche einen Push?
„Das schlechte Image
unserer Branche ist
durch viele unprofessi-
onelle Makler geprägt.
Franchising kann dem
entgegenwirken.“
1...,64,65,66,67,68,69,70,71,72,73 75,76,77,78,79,80,81,82,83,84,...116
Powered by FlippingBook