Workforce Management
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Demografischer Wandel und Fachkräftemangel machen sich
bemerkbar. Für Unternehmen wird es da immer wichtiger, ihr
Personal effizient und zielgerichtet einzusetzen. Sie können es
sich immer seltener leisten, Über- oder Unterkapazitäten ent-
stehen zu lassen – nicht nur aus Kostengründen, sondern auch
aus Gründen der Arbeitgeberattraktivität und Servicequalität.
Neue Flexibilitätsanforderungen haben ebenfalls Auswirkungen
auf die Personaleinsatzplanung (PEP). Die Variantenvielfalt der
Produkte ist deutlich angestiegen, gleichzeitig wurde die Nach-
frage kurzfristiger. Das führt zu einer schwankenden Auftragslast
mit sehr kurzen Ankündigungszeiten.
Zusätzlich haben die Anforderungen seitens der Mitarbeiter
zugenommen. Für die jüngere Generation kommt ein Arbeitge-
ber nur infrage, wenn er ein Mindestmaß an Flexibilität bei den
Arbeitszeiten ermöglicht. Mit starren Schichtmodellen können
Unternehmen heute kaum noch neue Mitarbeiter gewinnen. Des-
halb stellen sich viele Firmen die Frage, ob es überhaupt noch
zeitgemäß ist, mit den klassischen Schicht- oder Einsatzplänen
zu arbeiten. Wenn ein Unternehmen eigentlich Flexibilität be-
nötigt, der Plan das aber nicht hergibt, führt das dazu, dass
sich die Flexibilität trotzdem Bahn bricht, etwa mit kurzfristig
angekündigten Zusatzdiensten oder Schichtänderungen.
Diese ungeplante Flexibilität ist die schlechteste aller Lö-
sungen, denn für die Mitarbeiter gibt es keine Verlässlichkeit
mehr, wenn beipielsweise 30 Prozent der Dienstpläne kurzfris-
tig geändert werden. Besser ist es, auf ein flexibles Verfahren
zu wechseln, bei dem zum Beispiel flexible Wochen eingebaut
werden, um auf Bedarfsschwankungen, Krankheitsfälle und
Mitarbeiterwünsche reagieren zu können oder bei dem die Mit-
arbeiter unter den gesetzlichen und betrieblichen Rahmenbe-
dingungen ihre Dienstpläne selbst koordinieren. Dadurch erhöht
sich natürlich die Komplexität der Personaleinsatzplanung. Aber
die PEP-Software der neuen Generation kann das handhaben.
Bei dieser zweiten großen Welle der Zeitwirtschaftssysteme sind
zwölf Softwaretrends zu erkennen:
1. Die Planung orientiert sich am
konkreten Bedarf
Ein Plus an Flexibilität versuchen viele Unternehmen zu erreichen,
indem sie stärker bedarfsorientiert planen. Doch dafür ist zunächst
die Kenntnis des Personalbedarfs nötig. „Das ist ein spannendes
und zugleich schwieriges Feld, weil man dafür in die Zukunft
schauen muss“, sagt Markus Wieser, Executive Director Product
Management bei Atoss. So könne im Handel auf Basis von histori-
schen Daten der sogenannten Bedarfstreiber wie Kundenfrequenz,
Kassenbons, Umsatz in Kombination mit Wetter, Ereignissen wie
Werbeaktionen und Trends eine Analyse durchgeführt und eine
Prognose für die Zukunft getroffen werden.
Flexibel reagieren
Eine Vielzahl an Fahrzeugmodellen,
mehr Einzelteile als früher sowie
kürzere Ankündigungsfristen bergen
große Herausforderungen in der
Fahrzeugproduktion. Störungen
im Prozess erhöhen die Komplexi-
tät zusätzlich und verlangen mehr
Flexibilität.