personalmagazin 12/2018 - page 23

Workforce Management
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den Mitarbeitern eingeholt. Dies ist zwar für die Unternehmen
eine auf den ersten Blick „kostenfreie“ Lösung, sie hat aber ein
paar entscheidende Nachteile:
• „Freiwillige“ sind nicht immer wirklich freiwillig zum Einsatz
bereit. Vielmehr wird dies oft mit Druck, Manipulation oder
fragwürdigen Tauschgeschäften durch Vorgesetzte erreicht.
Das kann die Führungsbeziehung nachhaltig schädigen.
• Es sind immer dieselben Freiwilligen, die aber keinen Vorteil
gegenüber denjenigen haben, die sich zurücklehnen. Auf diese
Weise werden langfristig gerade die Leistungsträger frustriert.
• Es ist riskant, ein Leistungsversprechen gegenüber Kunden
nur durch Freiwilligkeit erfüllen zu können. Was passiert,
wenn die Freiwilligkeit nicht mehr beziehungsweise nicht im
ausreichenden Maß gegeben ist?
Daher sollten flexible Arbeitszeitmodelle angeboten werden,
die speziell auf den Flexibilitätsbedarf des Unternehmens ab-
gestimmt sind. Werden dadurch Leerzeiten und Überstunden
reduziert, bei gleichzeitig verbesserter Service-Qualität oder
Termintreue, werden Spielräume geschaffen, von denen auch die
Mitarbeiter profitieren können. Schließlich ermöglichen sie diese
positiven wirtschaftlichen Effekte, indem sie dem Unternehmen
die benötigte Flexibilität zur Verfügung stellen. Die Planung der-
artiger Modelle erfordert mehr Planungsaufwand als die Nutzung
eines starren, sich stets wiederholenden Schichtsystems. Heute
bereits am Markt verfügbare Workforce-Management-Systeme
können die Planungsprozesse aber stark unterstützen und hand-
habbar machen. Zudem gilt es zu sehen: Mehr Aufwand bei einer
kleinen Anzahl von Einsatzplanern ist gut investierte Zeit, wenn
im Ergebnis die Arbeitszeit einer großen Anzahl von Mitarbei-
tern bedarfsgerechter geplant und damit effektiver genutzt wird.
Gesellschaft und Kunden müssen akzeptieren,
dass ein besonderer Service seinen Preis hat
Gerade wurde im Versandhandel in den Metropolen die Same-Day-Lieferung eingeführt. Damit dürfte einhergehen, dass sehr
unterschiedliche Bestellvolumina an einem Tag abgearbeitet
werden müssen, was wiederum dazu führt, dass die davon be-
Sondereinsatz
Ob im Hambacher Forst, bei Fuß-
ballspielen oder beim G20-Gipfel:
Polizeikräfte sind oft auch außer der
Reihe gefordert. Im Juli 2017 beim
G20-Gipfel in Hamburg waren etwa
15.000 Polizisten, 4.000 Bundes-
und 200 Kommunikationspolizisten
auf der Straße im Einsatz.
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