Immobilienwirtschaft 10/2016 - page 58

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EXPO REAL
2016
I
IMMOBILIENFINANZIERUNG
ren Bauprojekte am Standort werden für
zusätzlichen Flächenwettbewerb sorgen?
Das sind nur einige der Kernfragen, die es
zu beantworten gilt. Tendenziell sind Inve-
storen bei Fragen nach der Vorvermietung
etwas offener geworden, wenn sich eine
besonders positive Marktentwicklung für
den Teilstandort vorhersagen lässt.
Generell sollte es beim Forward Fun-
ding eine klare Aufgabenteilung zwischen
Investmentmanager und Projektentwick-
ler geben. Dabei gilt der Grundsatz: Die
Risiken sollten immer bei dem liegen, der
sie am besten managen kann. Das heißt
konkret: Vier Kernbereiche sollten un-
bedingt im Verantwortungsbereich des
Entwicklers bleiben. Dazu zählen zum
einen alle behördlichen Genehmigungs-
themen, bevor ein Projekt überhaupt
I
mmobilien gelten als ein sicherer Ha-
fen für Anleger. Allerdings kann der
Markt für Gewerbeimmobilien nicht
die gesamte verfügbare Liquidität aufneh-
men. Core-Objekte werden knapper, der
Wettbewerb um sie steigt und die Margen
werden enger. Vor diesem Hintergrund
hat die Attraktivität von Forward Deals
zugenommen. Union Investment hat sich
beispielsweise in den vergangenen Jahren
rund ein Drittel ihrer Ankäufe im Status
der Projektentwicklung gesichert.
Erste Präferenz eines Investors ist
in der Regel der Forward Purchase, der
Ankauf eines Projekts, der meist vor Bau-
beginn erfolgt und dessen Abnahme und
Zahlung zumZeitpunkt der Fertigstellung
fällig ist. Lässt sich das Risiko vernünftig
kalkulieren und sind weitere wichtige
Bedingungen erfüllt, ist aber auch ein
Forward Funding möglich. Der Investor
kauft sich dabei sehr früh in die Projekt-
entwicklung ein, erwirbt das zu bebau-
ende Grundstück und zahlt die Raten je
nach Baufortschritt. An Core-Standorten
haben sich in den letzten Jahren immer
mehr Marktteilnehmer für diese Variante
entschieden, um den sehr viel höheren
Wettbewerb nach Fertigstellung der Im-
mobilie zu vermeiden. Erfahrungsgemäß
nimmt beim Forward Funding die Zahl
der Wettbewerber deutlich ab.
GRÜNDLICHES RISIKOMANAGEMENT
Auf
der Seite des Investmentmanagers sollte
ein gründliches Risikomanagement die
Chancen und Grenzen des Forward Fun-
dings festlegen. Neben dem Verhältnis
zum Entwickler, der über eine erstklas-
sige Reputation in der Abwicklung ver-
gleichbarer Projekte und finanzielle Soli-
dität verfügen sollte, müssen deshalb viele
weitere Faktoren in die Risikoanalyse ein-
fließen. Wie hoch ist die Vorvermietung?
WelcheMieter gibt es schon?Welcher Flä-
chenbedarf lässt sichmittelfristig für einen
Teilmarkt prognostizieren? Welche weite-
Forward Funding – eine Alternative?
Forward Funding hat sich in
den letzten Jahren als eine
Möglichkeit etabliert, in Zeiten
historisch niedriger Rendi-
ten und entsprechend hoher
Nachfrage nach Immobilien
mit interessanten Anlage-
objekten noch akzeptablen
Gewinn zu erwirtschaften.
Fotos: Union Investment Real Estate GmbH
Mittwoch, 5.Oktober 2016;
15:00 – 15:50 Uhr
Expo Real Forum, Halle A2, Stand 540
Neue Partnerschaften: Projektent-
wickler, Investoren & Co.
Akteure
aus unterschiedlichen Bereichen finden
zueinander. So entstehen zum Beispiel
„forward purchase agreements“.
EXPO-DISKUSSION
Das Holiday Inn in Frankfurt (oben)
und das Crowne Plaza Amsterdam
(unten) sind zwei Projekte, bei
denen Union Investment Real Estate
Forward Funding eingesetzt hat.
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