CONTROLLER_MAGAZIN_04/2016 - page 10

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Vollständigkeit der Softwarelösung
Die eingesetzte Planungslösung sollte vollstän-
dig sein. Das bedeutet zum einen, dass
der ge-
samte Prozess über alle Planungseinheiten
(z. B. Geschäftsbereiche) hinweg mit einem
Planungswerkzeug unterstützt
werden kann
(dazu siehe auch Abschnitt Prozess der Ma-
nagement-Planung) und die Software in die
Systemlandschaft des Unternehmens integriert
wird. Dadurch können Schnittstellen und Pro-
zessbrüche verhindert werden. Zum anderen
heißt es aber auch, dass sämtliche
Potenziale
moderner Planungssoftware
von den Usern
genutzt werden sollen
.
Dies erfordert eine
sorgfältige Dokumentation und Schulun-
gen
sowie die Freigabe von Funktionalitäten
wie z. B. Splashing für die Beteiligten.
Integration verschiedener
Performance-Management-Prozesse
Im Sinne einer integrierten Softwareunterstüt-
zung gilt es, verschiedene Performance-Ma-
nagement-Prozesse systematisch zu integrieren
und abzustimmen. Gerade die
Integration der
Planung mit Berichtswesen/Analyse
ist da-
bei essenziell, um einerseits (Teil-)Ergebnisse
der Management-Planung berichten sowie an-
dererseits Abweichungen zwischen der erarbei-
teten Planung und den Zielvorgaben des Ma-
nagements analysieren zu können. Darüber hin-
aus erfordern gerade Ergebnisplanungen auf
Konzernebene (Konzern-Bilanz, GuV, Cashflow/
Liquidität), um betriebswirtschaftlich korrekt zu
sein, eine Konsolidierung der Daten der Einzel-
gesellschaften. Nicht zuletzt hierdurch ist oft-
mals auch Funktionalität für die Finanzkonsoli-
dierung in der Planung gefordert, um bspw. eine
geforderte Legalsicht ermöglichen zu können.
Change Management
Durch die Einführung der Management-Pla-
nung verändert sich das Rollenverständnis der
betreffenden Abteilungen und Personen we-
sentlich. Dies erfordert ein Umdenken in Rich-
tung einer
konsequenten Maßnahmenori-
entierung
und einen
bewussten Verzicht
auf Details
zugunsten validierter Manage-
menteinschätzungen als Vorgaben. Erfolgrei-
ternehmens orientiert
sein und zudem die Er-
wartungen der Stakeholder sowie solide Annah-
men zu
Wettbewerbs- und Marktentwick-
lungen
beinhalten. Letztere bilden zentrale
Parameter systematischer Simulationen und
Szenarienanalysen, um zu einem belastbaren
Ergebnis zu gelangen. Dieses fördert die Akzep-
tanz der Ziele, welche dann mit hoher Verbind-
lichkeit weiter berücksichtigt werden sollten.
Anwenderfreundliches Planungswerkzeug
Viele Unternehmen kommen aus der „alten
Welt“, in der überwiegend Controller mit selbst­
erstellten Excel-Lösungen für die Aufbereitung
der Daten im Rahmen der Planung verantwort-
lich waren. Im Zuge der Umstellung auf eine Ma-
nagement-Planung besteht das verantwortliche
Planungsteam nun aber aus Controllern und
Managern, die gleichermaßen mit einer moder-
nen Planungslösung arbeiten sollten. Deshalb ist
es wichtig, dass das
eingesetzte Planungs-
werkzeug benutzerfreundlich und intuitiv
ist. Die Einschränkung verfügbarer Planungs-
funktionen entsprechend der Anwenderrolle und
unter Berücksichtigung der Berechtigungsstruk-
turen sowie unterstützende Assistenten verein-
fachen die Nutzung im Fachbereich.
ren, bieten häufig auch
integrierte Pla-
nungs- und Finanzkonsolidierungslösun-
gen
an. Ein hohes Maß an
Benutzerfreund-
lichkeit und Bedienkomfort schafft dabei
Akzeptanz
und ermöglicht schnelle Reaktio-
nen im Planungsprozess, da über einen ent-
sprechenden
Self-Service-Ansatz
im Fach-
bereich unnötige Zeitverluste aufgrund von IT-
zentrierten Ansätzen vermieden werden und
auch die IT somit entlastet wird.
Fazit und Erfolgsfaktoren für die
Umsetzung einer IT-gestützten
Management-Planung
Sowohl aus zahlreichen Projekterfahrungen als
auch aus empirischer Forschungsarbeit zum
Thema Planung lassen sich einige wesentliche
Faktoren für das Gelingen eines Paradigmen-
wechsels hin zu einer IT-gestützten Manage-
ment-Planung identifizieren.
Nachvollziehbare und verbindliche Ziele
Die in Phase I und II der Management-Planung
erarbeiteten Leitplanken und Zielvorgaben soll-
ten klar
an den strategischen Zielen des Un-
Autoren
Dipl.-Kfm. Andreas Rauh
betreut als Principal bei CTcon Management Consultants Pro-
jekte zu den Themen Unternehmenssteuerung und Perfor-
mance Management. Zudem ist er Leiter des Competence
Center „Planung & Forecasting“.
E-Mail:
Dr. Christian Fuchs
ist Head of Research Business Intelligence (BI) & Data Manage-
ment bei BARC. Seine Spezialgebiete sind entscheidungsun-
terstützende Informationssysteme mit besonderem Schwer-
punkt auf Planungs-, Finanzkonsolidierungs- und BI-Werkzeu-
gen. Er begleitet Unternehmen im Software-Auswahlprozess
und der Einführungsphase.
E-Mail:
Dipl.-Kffr. Leonie Bunnenberg
verantwortet als Projektleiterin bei CTcon Management Con-
sultants Projekte zum Thema Unternehmenssteuerung und ist
Leiterin des Competence Center „Business Intelligence“.
E-Mail:
Management-Planung
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