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HR-Management
personalmagazin 12.18
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Neben dem Produktportfolio sind die weiteren Teilbereiche:
Beratung, Vertragsgestaltung sowie Service & Verwaltung. Ein
Versicherer kann sich keine großen Schwächen erlauben, nur wer
in allen Teilbereichen eine gewisse Kompetenz aufweist, kann
eine gute Gesamtbenotung erhalten. Es ist zu beobachten, dass
sich die Anbieter nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen – selbst
die Spitzenreiter des Ratings 2016 erweitern ihre Kompeten-
zen und vergrößern das bereits flexible Angebot. Im Bereich
Produktportfolio, in dem die Anbieter ohnehin sehr stark auf-
gestellt sind, zeigen sich Weiterentwicklungen – von der noch
individuelleren Zusammenstellung des Produktportfolios bis
hin zu einem größeren Leistungsspektrum innerhalb einzelner
Leistungsbausteine, beispielsweise „Zahnzusatz“. Auch aus tech-
nischer Sicht, bei den unterstützenden Softwaremaßnahmen,
zeigt der Trend nach oben.
Beratung: Oft nur durchschnittlich,
insbesondere bei arbeitsrechtlichen Aspekten
Das gute Ergebnis im ersten Teilbereich hat sich seit 2016 noch
leicht gebessert. Das IVFP begutachtet hier die Beratungsleistung
der Versicherer bei der Implementierung einer bKV. Dabei wurde
untersucht, wie die Unterstützung von der Ansprache des Arbeit-
gebers bis hin zum Abschluss und zur Umsetzung der bKV sowie
der nachfolgenden dauerhaften Betreuung aussieht. Sämtliche
bKV-Berater durchlaufen spezielle Fachschulungen. Erfreulich
auch, dass über 80 Prozent der Anbieter ihren Vermittlern Check-
listen und Dokumentationsunterlagen an die Hand geben. So
kann nichts vergessen werden. Der im Rating 2016 geforderte
Nachbesserungsbedarf im Bereich der arbeitsrechtlichen Infor-
mationspflichten – auszugsweise genannt die arbeitsrechtlichen
Grundlagen einer bKV, das AGG sowie ein gegebenenfalls vor-
handener Betriebsrat – ist nur teilweise erfolgt. Waren es 2016
noch knapp ein Viertel der Anbieter, die die maximal mögliche
Punktzahl erreichten, sind es heute 30 Prozent.
Der Aspekt der Ausfallzeiten von Mitarbeitern im Verhältnis
zu den Ausfallkosten des Arbeitgebers wird weiterhin von zu
vielen Anbietern vernachlässigt: Aktuell bieten über 30 Prozent
keine unterstützenden Informationen, wenn es darum geht, den
Arbeitgebern aufzeigen, wie sich die bKV auf die Personalaus-
fallkosten auswirken kann. Insgesamt zeigt sich, dass Beratung
durchschnittlich ausfällt. Die Anbieter, die im Teilbereich Be-
ratung ammeisten überzeugten, sehen Sie in der Tabelle rechts.
Vertragsgestaltung: Überraschungen bei
Wartezeiten und Gesundheitsprüfungen
Die bKV ist ein komplexes Produkt – umso wichtiger ist, dass
Anbieter bei der Vertragsgestaltung entsprechend kompetent
sind, um Arbeitgebern ein individuelles Angebot unterbreiten
zu können. Hier ist als ein für Mitarbeiter oftmals sehr wichtiger
Punkt die Absicherung von Familienangehörigen zu nennen.
Dies bieten auch alle Anbieter an – teils jedoch mit Ausschlüssen,
Wartezeiten oder Gesundheitsprüfung. Für Arbeitgeber spielt die
Beitragsstabilität eine ganz wesentliche Rolle. Auch hier schnei-
den die Anbieter durchwegs sehr gut ab. Eine Nachbesserung
bei der Absicherungsmöglichkeit eines Stationärtarifs bei einer
obligatorischen bKV ist seit 2016 erfolgt – ursprünglich bedurfte
es in knapp 50 Prozent der Fälle mindestens 25 Mitarbeiter, 2018
sind es nur noch 15 Prozent. Wichtig ist auch der Umgang mit
Vorerkrankungen, laufenden Behandlungen und bereits angera-
tenen Behandlungen. Circa zwei Drittel der Anbieter haben hier
große Einschränkungen beziehungsweise Ausschlüsse. Dafür
überzeugen die meisten Anbieter, wenn es um Vertragsgestal-
tung bei Minijobbern und Auszubildenden geht.
Service und Verwaltung: Versichertenkarten
sind Usus, digitale Unterstützung noch nicht
Zur betrieblichen Krankenversicherung wird es immer wieder
Fragen geben – die Beteiligten gehen in der Regel eine lang-
fristige Versorgungsverpflichtung ein. Deshalb ist ein von An-
fang an serviceorientierter, kundenfreundlicher und auf die
individuellen Bedürfnisse des Einzelnen ausgerichteter An-
bieter ein wichtiger Aspekt. Fast alle Anbieter punkten bei der
Frage zu speziell eingerichteten Intranetseiten. Das Angebot
für eine eigens entwickelte Servicesoftware zur Rechnungsein-
reichung hat sich um 10 Prozent auf knapp 85 Prozent erhöht.
Auch spielen die Fragen nach der Implementierung einer bKV
für Arbeitgeber eine wichtige Rolle – gibt es vielleicht ein Kun-
Beste bKV-Kompetenz – die Sieger
Die folgenden Anbieter haben das IVFP-Rating mit der Best-
note „exzellent“ (fünf Sterne) oder mit „sehr gut“ bestanden.
Anbieter
Hallesche Krankenversicherung a. G.
DKV Deutsche Krankenversicherung AG
Axa Krankenversicherung AG
Allianz Private Krankenversicherungs-AG
Gothaer Krankenversicherung AG
Bayerische Beamtenkrankenkasse AG
R+V Krankenversicherung AG
Württembergische Krankenversicherung AG
Süddeutsche Krankenversicherung a. G.
Central Krankenversicherung AG
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