07/16 personalmagazin
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ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Karrierepfade neu denken
ihren Schwerpunkt zur Anwerbung neuer Mitarbeiter auf die
Entwicklung effektiver Rekrutierungsprozesse, vernachlässi-
gen aber den Aufbau eines vergleichbaren internen Prozesses.
Um ihre Mitarbeiter zu binden, führen die besten Führungs-
kräfte proaktive Gespräche mit ihren Angestellten über deren
nächste Ziele, anstatt darauf zu warten, dass die Mitarbeiter
auf sie zukommen oder ihre Arbeitsstelle ohne Vorwarnung
wechseln. CEB hat analysiert, wann die Wechselbereitschaft
am höchsten ist. Denn dann ist ein Karrieregespräch dringend
notwendig. Wichtige Eckpunkte sind hier die Verweildauer in
einer Position, aber auch Geburtstage des Mitarbeiters, sowie
Jahrgangstreffen, an denen man mit den Werdegängen der
ehemaligen Kommilitonen in Berührung kommt.
3. Die Mitarbeiter motivieren durch eine transparentere
Kommunikation
Die besten Unternehmen wissen, dass ihre Mitarbeiter stets
die Situation im eigenen Unternehmen mit externen Möglich-
keiten vergleichen – was sie lernen, wie sie sich entwickeln
und wie viel sie verdienen können.
Statt dies zu übergehen, teilen führende Unternehmen
Benchmarks mit ihren Mitarbeitern. Zwar scheint diese Vor-
gehensweise riskant. CEB-Analysen haben aber ergeben, dass
Mitarbeiter von Unternehmen, die einen offenen und ehrlichen
Dialog mit ihrer Belegschaft führen, loyaler und weniger ge-
neigt sind, den Arbeitgeber zu wechseln.
Die Arbeitnehmer fordern heute von ihren Arbeitgebern
Chancen, Entwicklungsmöglichkeiten und Transparenz. Jene,
die dies nicht finden, verlassen das Unternehmen. Indem Un-
ternehmen mehr Erfahrungs- und Entwicklungsmöglichkeiten
bieten sowie proaktive Mitarbeitergespräche initiieren, erhöht
sich die Mitarbeiterbindung.
H
äufig konzentriert sich die berufliche Laufbahn auf
das Erklimmen der Karriereleiter. Da Unternehmen
Hierarchieebenen gestrichen haben, um Kosten zu
senken, kommt es für den durchschnittlichen Ar-
beitnehmer aktuell nur noch alle sechs Jahre zu einer bedeu-
tenden Beförderung.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass le-
diglich 30 Prozent der Arbeitnehmer mit der Entwicklung ihrer
beruflichen Laufbahn zufrieden sind. CEB-Daten belegen, dass
ein Mangel an Aufstiegsmöglichkeiten der häufigste Grund für
das Ausscheiden von Mitarbeitern ist. Unternehmen, die trotz
mangelnder Beförderungsmöglichkeiten erfolgreich attraktive
Karrierepfade konzipieren und kommunizieren, berücksichti-
gen folgende drei Dinge.
1. Erfahrungen bieten, nicht nur Positionen
CEB-Daten über Millennials deuten darauf hin, dass sie pla-
nen, im Laufe ihrer Karriere bei 13 verschiedenen Unterneh-
men tätig zu werden. Dabei möchten Millennials nicht zwin-
gend häufig ihre Arbeitsstelle wechseln; vielmehr möchten sie
viele verschiedene Erfahrungen sammeln. Ein Unternehmen,
das genau dies bietet, ist beispielsweise National Grid. Durch
die Implementierung von Karrierelandkarten wird dort eine
hohe Transparenz über Jobanforderungen hergestellt. Zudem
wird gezeigt, in welchen Positionen notwendige Erfahrungen
für den nächsten Karriereschritt gesammelt werden können.
2. Mit Arbeitnehmern sprechen, bevor diese über die
nächsten Schritte nachdenken
Wenn Arbeitnehmer über Karrierealternativen nachdenken,
schauen sie sich oft zunächst außerhalb des eigenen Unter-
nehmens um. 66 Prozent geben an, dass es so einfacher sei,
einen neuen Job zu finden. Die meisten Unternehmen legen
GASTKOMMENTAR
ANDRÉ FORTANGE
verantwortet als Managing Director das
Gesamtgeschäft von CEB in der DACH-Region sowie das EMEA
HR-Consulting-Geschäft.
TIPPS.
Auch wenn Sie nicht befördern können, können Sie Mitarbeiter binden – indem
Sie Transparenz schaffen, Erfahrungen ermöglichen und Entwicklungswege aufzeigen.
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