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07/16 personalmagazin
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an
gütungselemente abgelöst. Vorstände
schauen damit vermehrt auf die lang-
fristige Entwicklung ihrer Unternehmen
und nicht nur auf das Jahresergebnis.“,
erklärt die Vergütungsexpertin.
Die Angaben der Dax-Unternehmen zu
denVergütungen ihrerVorstände stützen
sich auf die durch den Deutschen Corpo-
rate Governance Kodex (DCGK) für den
Vergütungsausweis entwickelte Zufluss-
tabelle. Diese soll alle im Geschäftsjahr
dem Vorstandsmitglied zugeflossenen
Vergütungen, also auch Zuflüsse aus
mehrjährigen variablen Vergütungen,
ausweisen und so für mehr Transparenz
und Kontrollmöglichkeiten sorgen. Wie
bereits im Vorjahr kommen mit Ausnah-
me von Merck und BMW alle Dax-Unter-
nehmen dieser DCGK-Empfehlung nach
(weitere Einzelheiten zum DCGK finden
Sie in unserer Vergütungsübersicht der
Personalvorstände 2014 in Personalma-
gazin 8/2015).
Das Spitzengehalt in der Personaler-
welt: 7,58 Millionen Euro
Doch Transparenz bedeutet nicht
Gleichheit: In den Bezügen der Perso-
nalvorstände zeigen sich große Unter-
schiede: Der Spitzenverdiener in der
Personalerwelt Dr. Jürgen Götz, Ar-
beitsdirektor bei Fresenius, verdiente
im letzten Geschäftsjahr über 7,58
Millionen Euro. Exakt 6,854 Millionen
Euro mehr als sein Kollege Zhengrong
Liu, Arbeitsdirektor bei Beiersdorf. Die
weiteren Top-Verdiener unter den Perso-
nalvorständen: Dr. Kai Beckmann, Chief
Administration Officer bei Merck (5,98
Millionen Euro), Wilfried Porth, Arbeits-
direktor bei Daimler (5,54 Millionen
Euro) und die Arbeitsdirektorin bei
BMW Milagros Caiña Carreiro-Andree
(4,32 Millionen Euro).
Am unteren Ende der Gehaltsliste der
Personalvorstände finden sich neben Liu
die Personalchefin der Deutschen Post
Melanie Kreis (928.000 Euro) und Frank
Annuscheit, Chief Operation Officer Hu-
man Resources bei der Commerzbank
(1,33 Millionen Euro).
Diese Unterschiede lägen, so Siep-
mann, zum einen in der generellen Ge-
haltsstruktur des Unternehmens, zum
anderen aber auch in personenindividu-
ellen Besonderheiten wie beispielsweise
einer individuell herausgehobenen Po-
sition im Vorstand, einer langjährigen
Vorstandszugehörigkeit oder – im entge-
gengesetzten Fall – einer Erstbestellung
mit reduzierter Eingangsstufe.
Auch die unterschiedlichen Ressortzu-
schnitte begründen Unterschiede in der
Vergütung, erklärt Nina Grochowitzki,
Manager bei HKP Group. In 24 der 30
Dax-Unternehmen liegt, so ihre Analyse,
die Verantwortung für das Personal-Res-
sort bei einem Ordentlichen Vorstands-
mitglied. Bei Allianz, Eon, Heidelberg
Cement, Infineon, SAP und Vonovia hin-
gegen liegt die Personal-Verantwortung
beim Vorstandsvorsitzenden, meist mit
einer in der Regel entsprechend höheren
Vergütung.
Nur sechs Unternehmen haben eine
Vorstandsposition, die allein für das Per-
sonal-Ressort verantwortlich ist: BMW,
Continental, Deutsche Post, Deutsche
Telekom, Siemens und Volkswagen.
Im überwiegenden Teil der Unterneh-
men haben die ordentlichen Vorstands-
mitglieder mit Verantwortung für das
Personal-Ressort zusätzliche Aufga-
bengebiete. In drei Fällen, nämlich bei
Adidas, der Deutschen Börse und Linde
ist der Finanzvorstand gleichzeitig Per-
sonalvorstand, bei der Deutschen Bank,
der Deutschen Lufthansa und Fresenius
bestehen kombinierte Verantwortlich-
keiten für die Bereiche Recht und Per-
sonal.
COMMERZBANK AG
Nur vergleichsweise niedrig bezahlt: Frank Annuscheit (Commerzbank), Melanie Kreis (Deutsche Post) und Zhengrong Liu (Beiersdorf).
© DEUTSCHE POST DHL GROUP
© BEIERSDORF AG
728.000 €
928.459 €
1.326.000 €
Die Übersicht „Vergütung ganzjährig tätiger
Vorstände“ finden Sie auf der folgenden Seite.