Immobilienwirtschaft 3/2015 - page 50

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Immobilienmanagement
i
Leerstandsmanagement
und endlose Wartezeiten an der Service-
Hotline. Große Immobiliengesellschaften
haben es in der Regel mit einer Vielzahl
von Lieferverträgen, Tarifen und An-
sprechpartnern bei unterschiedlichen
Energieversorgern zu tun. All das bindet
Ressourcen und erzeugt eine Prozess- und
Wiedervorlagekette, die sich je nach Fall
über einige Wochen oder gar Monate
hinziehen kann. Und kümmert sich ein
neuer Mieter nicht sofort um seine Ener-
gieversorgung, ist weiterer Ärger für den
Eigentümer vorprogrammiert.
Wodurch entstehen diese Probleme?
Ganz einfach: Zumeist erfährt der Ener-
gieversorger erst durch Leeranlagenre-
cherchen, die er regelmäßig durchführt,
dass irgendwo ein Mieter ausgezogen ist
und die entsprechende Wohnung leer
steht. In diesem Fall wird der Eigentümer,
also das zuständige Wohnungsunterneh-
men, als neuer Rechnungsempfänger er-
mittelt. Diesemwerden dann automatisch
Abschlagszahlungen auf Basis des Grund-
versorgungstarifs in Rechnung gestellt, die
I
n Deutschland stehen immer mehr
Wohnungen leer. Diese Problematik be-
trifftnicht nur ländliche Regionen, auch
Städte sind nach neuesten Ergebnissen des
Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft
zunehmend von Leerständen betroffen.
Erschreckend ist die Prognose des Bun-
desinstituts für Bau-, Stadt- und Raum-
forschung (BBSR): Demnach können bis
2030 bis zu 4,6MillionenWohnungen leer
stehen. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Neben dem demografischen Wandel und
dem dadurch bedingten Bevölkerungs-
rückgang bereiten aufwändige Sanie-
rungen und der bedarfsgerechte Neubau
Stadtplanern, Investoren und Eigentü-
mern Kopfschmerzen.
Ein grosser Aufwand
Sobald eine Woh-
nung leer steht, beginnen die Probleme
für die Wohnungsunternehmen. So muss
unter anderem die Energieversorgung
für den Leerstandszeitraum sichergestellt
werden. Dies verursacht zumeist Schrift-
verkehr mit mehreren Grundversorgern
Viel Musik drin – auch ohne Mieter
Leerstehende Wohnungen
bereiten ihren Eigentümern
erhebliches Kopfzerbrechen:
Mieteinnahmen bleiben aus,
viele Ausgaben laufen weiter.
Wie können sie die anfallen-
den Kosten im Griff behalten?
Lösungsvorschläge für Woh-
nungsunternehmen.
Elektronischer Datenaustausch
zwischen Wohnungsunterneh-
men und Energieversorger bildet
die Basis für ein professionelles
Leerstandsmanagement.
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