wirtschaft + weiterbildung
06_2016
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Arbeitsprozesse nicht automatisch die
Reflexionsschleifen an, die es braucht,
um schnell und effektiv aus Fehlern zu
lernen. Und zum anderen fördert unsere
Unternehmens-, Arbeits- und Führungs-
kultur leider nicht immer, dass wir unsere
Lernerfahrungen auch mit anderen teilen.
Angenommen, das Social Workplace
Learning setzt sich durch: Sehen Sie eine
gangbare berufliche Alternative für
klassische Trainer darin, dass sie zu
Lernbegleitern oder Moderatoren von
Lern-Foren im Internet werden?
Robes:
Klingt fast nach Fangfrage. Viel-
leicht funktioniert eine Antwort auf die-
sem Weg: Ich bin davon überzeugt, dass
sich Trainer auf die Anforderung, ein We-
binar zu halten, ein Forum zu betreuen,
eine Lern-Community zu begleiten ein-
stellen müssen. Also gilt es, sich lieber
heute als morgen mit diesen Entwicklun-
gen zu beschäftigen.
Wenn es denn sein muss: Wo können
Trainer die entsprechenden Social-
Learning-Fähigkeiten lernen?
Robes:
Für Trainer als vorbildliche und
kompetente Selbstlerner (!) bietet na-
türlich das Netz eine Fülle von Möglich-
keiten und Einstiegspunkten. Manchmal
kann es schon das Xing- oder Linkedin-
Profil sein, das zu einem Webinar oder
einer Fachcommunity im Netz führt. Ich
vermute, dass viele Trainer die entspre-
chenden Plattformen und Tools kennen,
sie aber nicht für die eigene Weiterbil-
dung oder die eigene Profilbildung nut-
zen. Und wer einen Schritt weiter geht,
nimmt einfach an einem Online-Kurs wie
den im letzten Jahr durchgeführten „Cor-
porate Learning 2.0“-MOOC teil und be-
obachtet, was passiert und wo Anknüp-
fungspunkte für die eigene Arbeit und die
eigenen Angebote liegen.
Welche ausländischen Vordenker halten
Sie beim Social Learning für vorbildlich?
Robes:
Eine gute Adresse ist das alte
Netzwerk der Internet Time Alliance –
vor allem Jane Hart, Harold Jarche und
Charles Jennings. Jane Hart stößt auf
ihrem Blog „Learning in the Modern So-
cial Workplace“ immer wieder Prozesse
an, verbreitet Ideen und versucht, die
Veränderungen für Learning Professionals
auf den Punkt zu bringen. Harold Jarche
ist Spezialist für Fragen des „Persönlichen
Wissensmanagements“ und Charles Jen-
nings ist so etwas wie der Fachmann für
alles, was mit der 70:20:10-Formel zu tun
hat.
Interview: Petra Folkersma
Gabal feiert Anfang Juni 40. Geburtstag
Zu den Rednern, die auf dem Event auftreten, gehören
unter anderem:
·
Dr. Jochen Robes (
):
„MOOCs,
Flipped, Social, Gamification: Wie sieht die Zukunft des
Lernens aus? Erfahrungen aus dem Corporate Learning
2.0 MOOC.“
·
Dr. Sylvia Löhken (
:
„Lernen ist
Persönlichkeitssache! So erreichen Sie Intros und Extros.“
·
Dr. Carl Naughton
):
“Neugier-ich!
Lust auf Neues und Veränderung: Neugier hat nachhal-
tige Nebenwirkungen. Unternehmen mit Neugierigen sind
erfolgreicher. Berufliche Neugier kann man auch gezielt
erzeugen.“
·
Gert Schilling
):
„Put a little magic in
your life! Didaktische Zauberkunst.“
·
Dr. Pero Mic´ic´
:
„Wecke den Zukunftsmanager in dir!“
·
Anitra Eggler (
:
„Vom Handy ver-
sklavt, von E-Mails getrieben? Die Digital-Therapie für
mehr Arbeitsspaß, Erfolg und Lebenszeit.“
·
Prof. Dr. Lothar Seiwert (
:
„Zeit
für die richtige Strategie – Fokussierung auf das Wesent-
liche.“
Event.
Das Weiterbildner-Netzwerk Gabal e.V. feiert mit seinen „Jubiläums-Impulstagen“, die am
4. und 5. Juni 2016 stattfinden, seinen 40. Geburtstag. Veranstaltungsort ist das Lufthansa
Training & Conference Center in Seeheim-Jugenheim in der Nähe von Darmstadt.
Tagungsort.
Die
Gabal-Commu-
nity trifft sich
im Odenwald
und kann sich
am Blick über
das Rheintal
erfreuen.
·
Dr. Alexander Häfner
(seit 2012 Leiter Personalentwick-
lung bei der Würth Industrie Service GmbH & Co. KG und
seit 2006 Führungskräfteausbilder): „Müssen gute Füh-
rungskräfte heute Psychologen sein?“
·
Markus Hofmann (
:
„Denken Sie
neu! Mentales Überlebenstraining in der digitalen Welt.“
Eine ausführliche Darstellung aller (!) Referenten und
eine kurze Inhaltsangabe ihrer geplanten Vorträge findet
Foto: Lufthansa