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BIG DATA – SMART SERVICES
Geschäftsmodelle im Bereich der digi-
talen smarten Hausverwaltung werden
ganzen Branchenzweigen zusetzen: näm-
lich jenen der Property-Management-
Unternehmen, natürlich den Hausver-
waltungen selbst, aber auch den Facility-
Management-Dienstleistern. In diesen
Bereichen ist durch digitale Lösungen
Disruption zu erwarten. In zehn Jah-
ren wird es Property-Management- und
Facility-Management-Unternehmen in
der bekannten Form nicht mehr geben.
Deren Aufgaben werden cyberphysische
Plattformen übernehmen. Die von Sys-
temen solcher Art bereitgestellten Daten
können in Cloud-Zentren hochautomati-
siert verarbeitet werden. Sie werden mit
intelligenten Diensten auf der Basis von
Multi-Channel-Sensoren und Funksyste-
men („Smart Services“) arbeiten.
Denn das Ziel ist es, die Kosten der
Gebäudebewirtschaftung durch cyber-
physische Systeme massiv zu reduzieren.
Die Prozesse sollen effizienter und effek-
tiver gestaltet werden. Die Mieter sollen
zufriedener und neue Wertschöpfungen
ermöglicht werden. Gerade in letzterem
Punkt ist das Potenzial groß, schließlich
machen 80Prozent der Lebenszyklus-Kos-
ten einer Gewerbe- oder Wohnimmobilie
die Bewirtschaftung und die Nutzung aus.
Nur 20 Prozent der Kosten entfallen auf
die Planung und den Bau der Gebäude.
Der Berufsstand des Maklers wird
bereits zunehmend durch neue digitale
Geschäftsmodelle gefährdet. So gibt es
bereits einige spannende Start-ups auf
dem Markt, die darauf zielen, digital und
möglichst effizient den richtigen Mieter
mit der Wunschwohnung und dem op-
timalenVermieter zusammenzubringen.
In Kombination mit Augmented-Reality-
basierten Produkt-Service-Systemen wird
angestrebt, einen ganzen Berufsstand zu
digitalisieren.
Die cyberphysischen Systeme der
Hausverwaltung 4.0 arbeiten auf der Ba-
sis von hinterlegten Leistungsverzeichnis-
sen. Sie steuern die externen Dienstleister
direkt. Diese Externen werden mit Hilfe
von Smart Services optimiert agieren. Das
Qualitätsmanagement wird durch ein Be-
wertungssystem der Mieter zu einem we-
sentlichen Teil übernommen. Diese Lö-
sungen umfassen auch Universal Home
& Building Control Systems und User
Interfaces. Konkret geht es um die Ver-
netzung von Fenstern, Türen, Fahrstüh-
len, Heizung, Klimaanlagen und anderen
gebäudetechnischen Elementen. Dabei ist
das Ziel, dass diese via Apps gesteuert wer-
den können. Entscheidend dafür ist die
Machine-to-Machine-Kommunikation
(M2M) etwa auf der Basis von Wetter-
daten oder der Anzahl der im Gebäude
befindlichen Personen. Heizungen passen
dann ihre Leistung automatisch der Au-
ßentemperatur an. Staub- undVerschmut-
zungssensoren werden, wenn die Reini-
gung der Fenster und Böden erforderlich
ist, automatisch Reinigungsroboter star-
ten oder den Reinigungsservice bestellen.
Klima- und Lüftungs- sowie Heizungsan-
lagen werden selbst ihrenWartungsdienst
beauftragen und durch M2M die
»
Start-ups
wollen mit agiler Hoch-
geschwindigkeit und innovativen
digitalen Geschäftsmodellen die
Branche durcheinanderwirbeln.
»
Lösungen zum verbesserten
Zugang
zu Immobilienkapitalanlagen
erhöhen deren Marktpotenzial.
»
Der
Berufsstand des Maklers
wird
bereits zunehmend
gefährdet
.
»
Die
Hausverwaltung 4.0
umfasst
auch Home & Building Control Sys-
tems und User Interfaces.
»
Ein Großteil dieser Systeme wird
selbstlernend sein.
»
Die systematische Nutzung der
Gebäude- und Infrastruktur-Big-
Data wird
neue Wertschöpfungen
ermöglichen.
SUMMARY
Revolution in der
Immobilienbranche
Fotos: Idey/fotolia
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