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SOFTWAREGUIDE
REAL ESTATE
2018
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SMART BUILDING
Allerdings scheuen die meisten Woh-
nungsunternehmen eigene Investitionen.
Acht von zehn wollen in diesem Bereich
mit externen Partnern zusammenarbei-
ten. Die Bereitschaft, selbst zu investie-
ren, beschränkt sich auf geringinvestive
Maßnahmen mit bis zu 20 Euro pro Qua-
dratmeter. „Die Investitionskosten haben
ihren Schrecken längst verloren. Unter-
halb existierender Gebäudesystemtech-
nik-Lösungen, die ihre Domäne nach wie
vor im Zweckbau-Bereich haben, bietet
der Markt inzwischen preislich attraktive
Systeme an“, sagt Adalbert M. Neumann,
Vorsitzender der Geschäftsführung der
Busch-Jaeger Elektro. Die befragtenWoh-
nungsgesellschaften erwarten, dass in den
kommenden Jahren bis zu 20 Prozent der
Mieter smarte und bis zu 30 Prozent alters-
gerechteWohnungen nachfragen werden.
L O G I S T I K
Wachsender
E-Commerce und neue
Technologien verändern
die Bauweise von Logistik
immobilien. Das ist ein Ergebnis der
zweiten Ausgabe der Studie „Logistik
und Immobilien“ von Bulwiengesa, Berlin
Hyp, Bremer, Goodman und Savills. Der
Trend zu multifunktionalen Logistikim-
mobilien verstärkt die Digitalisierung und
Automatisierung weiter. Nach dem Mot-
to „Viel hilft viel“ werden tausende Steu-
erungs- und Messgeräte verbaut. Nur so
kann der Energieverbrauch differenziert
gemessen und nach Nutzern abgerechnet
werden. Ein weiteres wichtiges Feld ist die
Reale Estate Institute Ansicht nicht effi-
zient. Zunehmend nutzen Mitarbeiter die
Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.
Bürogebäude stehen mehr als 50 Prozent
des Tages leer – und das in den besten La-
gen der Stadt. An diesen Stellen wird die
Immobilienwirtschaft flexible Lösungen
finden müssen.
WOHNEN
Im Geschosswoh-
nungsbau, traditionell der
schwächste Bereich für Ge-
bäudeautomation, sorgt der
demografische Wandel für den Einsatz
vonGA. Einer Studie des Bundesverbands
deutscher Wohnungs- und Immobilien-
unternehmen GdW, des Beratungsunter-
nehmens mm1 und der Smart-Home-
Initiative Deutschland zufolge wollen
bis Ende 2017 40 Prozent der GdW-Mit-
glieder Smart-Home- oder AAL-Tech-
nologien (Ambient Assistant Living) in
ihren Liegenschaften einsetzen. AAL er-
möglicht durch Assistenzsysteme älteren
Menschen, so lange wie möglich selbstbe-
stimmt in ihren Wohnungen zu bleiben.
Als wichtigstes Einsatzfeld der Zukunft
für Smart Home und AAL sehen die Woh-
nungswirtschaftler neben Rauchmeldern
den Bereich Energiemanagement. Mittel-
fristig werden das Messen, Analysieren,
Visualisieren und Abrechnen von Ener-
gieverbräuchen sowie die automatisierte
Steuerung der Heizung die Entwicklung
vorantreiben. Ebenso wichtig ist auch die
ÜberwachungundSteuerungdesRaumkli-
mas, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Fotos: ConceptCafe/shutterstock.com
Der wichtigste Baustein
der Smart City
Erst durch Daten, die im Gebäude anfallen, entsteht im Zusammenspiel mit denjenigen
aus dem Quartier und der Infrastruktur die intelligente Stadt. Was leistet smarte Gebäude-
ausrüstung hierfür? Der aktuelle Stand in unterschiedlichen Immobilien-Nutzungsarten.
I
n den Nutzungs-Arten unterscheiden
sich die Aufgaben der Gebäudeaus-
rüstung (GA) teilweise erheblich.
Treiber der Entwicklung ist noch immer
der Nichtwohnbereich. Denn in den Be-
reichen Office, Retail, Logistik und Hotel
spart bereits das Drehen an einemkleinen
Effizienzschräubchen in der Summe viel
Geld. Im Geschosswohnungsbau hinge-
gen fristet die Gebäudeautomation noch
immer ein Schattendasein. Hier verspre-
chen so genannte Ambient-Assistant-
Living-Lösungen und Smart Home einen
Fortschritt. Davon abgesehen rüstet die
Wohnungswirtschaftnur sporadisch ihren
Bestand nach. Und so sind es vor allem
die neu gebauten Luxusimmobilien in den
Metropolen, die vermehrt GA einsetzen.
BÜRO
Bei den Büroimmobi-
lien spielen die Betriebsko-
sten eine große Rolle. Nach
einer Untersuchung der
Deutschen Energie-Agentur (dena) ha-
ben Büro- undVerwaltungsgebäude einen
Anteil von etwa 20 Prozent am Wärme-
verbrauch aller so genannten Nichtwohn-
gebäude. Sie sind damit für den größten
Wärmeverbrauch im Nichtwohnbereich
verantwortlich. Etwa die Hälfte der Büro-
immobilien wurde vor 1978 gebaut. Für
diese Gebäude bieten verschiedene Her-
steller Lösungen zum Nachrüsten an, die
dank der drahtlosen und offenen System-
technik leicht installiert werden können.
Die derzeitige Nutzung von Büroimmo-
bilien ist laut Viktor Weber vom Future