personalmagazin 5/2016 - page 69

05/16 personalmagazin
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gestaltung der Produktion in der Studie
„Produktionsarbeit der Zukunft - Indus-
trie 4.0“ beschäftigt. Die Quintessenz der
Studie ist: Es wird ein Mehr an Automa-
tisierung geben, aber keine menschen-
leere Fabrik. Und die Produktion wird
von einer neuen Flexibilität geprägt.
In diesem Kontext beschäftigen wir
uns beispielsweise mit folgenden Fra-
gestellungen für die betriebliche Praxis:
Welche Folgen hat das für die Menschen,
die in der Produktion tätig sind? Wie
kann diese Flexibilisierung geschaf-
fen werden? Wie sehen die künftigen
Arbeitswelten aus? Kann Industrie 4.0
eine Antwort auf den Fachkräftemangel
und den demografischen Wandel geben?
„Industrie 4.0 Human“
Wir bei GFOS glauben, dass eine kla-
re Vision und aktive Gestaltung der
„humanen“ Seite der Industrie 4.0 not-
wendig ist, bei der die Interessen von
Unternehmen und Arbeitnehmern so
abgestimmt werden, dass Mitarbeiter
zum Erfolgsgaranten für Industrie 4.0
werden und zugleich vom Wandel pro-
fitieren. Wir sprechen deshalb von „In-
dustrie 4.0 Human“. Ein Ziel muss die
Synchronisation der Interessen von Un-
ternehmen und Mitarbeitern sein. Denn
auch im Umfeld von Industrie 4.0 wird
der Mensch die wichtigste Instanz blei-
ben. Schließlich bringen qualifizierte
Mitarbeiter ihre langjährige Erfahrung
sowie ihre Kreativität und Flexibilität in
die Prozesse ein.
Die richtigen Technologien
Die technologischen Anforderungen
sind komplexer denn je. Wo früher eine
einfache Schichtstärkenplanung ausge-
reicht hat, müssen bei der Einsatzpla-
nung heutzutage flexible Arbeitszeiten
und Qualifikationen der Mitarbeiter
und vieles mehr berücksichtigt werden.
Workforce Management Systeme mit
integrierter
Personaleinsatzplanung,
mobilen Modulen und Qualifikations-
management sind für die Umsetzung
dieser neuen Anforderungen essenzi-
ell. Nur so kann das Management eine
einfache, exakte, transparente Einsatz-
planung gewährleisten, sodass Mitar-
beiter mit den richtigen Skills stets zur
richtigen Zeit am richtigen Arbeitsplatz
sind und auch die Mitarbeiter selbst von
dieser Flexibilität profitieren.
Gerade in Produktionsstätten werden
wegen der unterschiedlichen Produkti-
onsprozesse, Besetzungsanforderungen
und Arbeitsbereiche vielfältige Schicht-
modelle eingesetzt. Schichtplaner
müssen dabei zahlreiche Aspekte
berücksichtigen: Veränderungen zu
verschiedenen Betriebszeiten, Jahres-
arbeitszeitmodelle und Kosten von Pro-
duktion und Projekten. Nur mithilfe
einer Personaleinsatzplanung können
Mitarbeiter im gewünschten Planungs-
horizont bestimmten Arbeitsplätzen, Ko-
stenstellen oder Abteilungen innerhalb
eines definierten Schichtzyklus zugeord-
net werden. Eine Planungsübersicht gibt
darüber Auskunft, welche Mitarbeiter
die passende Qualifikation haben und
gemäß Schichtmodell und Arbeitszeit-
definition einsetzbar sind. Schließlich
müssen Gesetze und andere Regelungen
automatisch berücksichtigt werden.
Auch die Themen Mitarbeitermotiva-
tion und -bindung gewinnen vor diesem
Hintergrund immer mehr an Bedeutung.
Denn nur, wer die individuellen Bedürf-
nisse seiner Mitarbeiter berücksichtigt,
kann diese zufriedenstellen und somit
langfristig an sich binden. Tools wie
Wunschbücher und Diensttauschbörsen
können dabei unterstützen.
Zukünftige Entwicklung
Auch in den nächsten Jahren wird sich
der Trend fortsetzen, dass einfachere
Tätigkeiten zunehmend wegfallen und
der Bedarf an qualifizierten Fachkräften
mit vielfältigen Qualifikationen weiter
steigt. Die Zeitwirtschaft wird hierbei
eine Art „notwendiges Übel“ bleiben,
um gesetzliche Anforderungen zum Bei-
spiel rund um den Mindestlohn zu er-
füllen und entsprechende Daten für den
Lohn bereitzustellen. Die Motivation
und die Zufriedenheit werden noch stär-
ker zum Schlüsselfaktor für unterneh-
merischen Erfolg, weshalb eine gute,
transparente, bedarfsoptimierte und ge-
rechte Planung unerlässlich sein wird.
Darüber hinaus werden Planungen und
Leistungszulagen verstärkt ergebnisori-
entiert erfolgen.
Das qualifizierte Personal wird künf-
tig noch mehr Einfluss auf die Leistungs-
fähigkeit und die Produktivität eines
Unternehmens haben. Flexible Arbeits-
einsätze, die sich an den Bedarfen des
Unternehmens, aber auch den Bedürf-
nissen der Arbeitnehmer ausrichten,
werden immer stärker in der Produktion
Einzug halten. Fixe Schichtmodelle da-
gegen werden den Anforderungen der
Unternehmen nach mehr Flexibilität,
aber auch den Wünschen der Mitarbei-
ter nach einer ausgewogenen Work-Life-
Balance immer seltener gerecht. Eine
flexible, leistungsstarke, nach beliebigen
Parametern ausgerichtete Personalein-
satzplanung sollte in Zukunft in keinem
wettbewerbsorientierten Unternehmen
fehlen.
GUNDA CASSENS-RÖHRIG
ist Geschäftsführerin der
GFOS mbH mit Sitz in Essen.
SERIE
• Ausgabe 05/2016: Die humane Gestaltung von Industrie 4.0
• Ausgabe 06/2016: Entwicklungen in Zeit und Zutritt
• Ausgabe 07/2016: Trends in der Personaleinsatzplanung
In Zusammenarbeit mit
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