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CAFM IN DER IT-LANDSCHAFT
sieht es ähnlich: „Die CAFM-Anbieter
befinden sich seit Jahren in einem stets
zunehmenden Sog von technischen und
inhaltlichen Anforderungen, denen kaum
noch wirtschaftlich entsprochen werden
kann. Eine zentrale Rolle für alle Themen
imRE und FMwürde diesen Prozess noch
weiter beschleunigen. Seit 20 Jahren wird
versucht, monolithische CAFM-Alles-
könner zu entwickeln. Im Falle von SAP
hat das für ERP ja geklappt. Diesen Er-
folg konnte jedoch kein CAFM-Hersteller
wiederholen.…Der wirtschaftliche Erfolg
eines CAFM-Herstellers würde sich stei-
gern lassen, wenn er sich auf wenige The-
men konzentrieren könnte. Es wird daher
kaum im Interesse der CAFM-Anbieter
liegen, alle Themen rund um das Thema
RE und FM zu übernehmen. Der CAFM-
Markt sollte sich eher auf offene und
standardisierte Modelle, Schnittstellen,
Integration, Services und kommunizie-
rende Systeme konzentrieren, als die Frage
nach der ‚führenden‘ Software zu stellen
und damit ja auch gleichzeitig festlegen zu
wollen, welche Software zukünftig ‚nicht
führend‘ ist.“
FAZIT
Festzuhalten bleibt: CAFM/IWMS
kann die Rolle einer zentralen Informa-
tionsplattform durchaus einnehmen. Die
technologischen Voraussetzungen hierfür
erfüllen viele moderne CAFM/IWM-Sys-
teme bereits heute. Ob eine solche Infor-
mationszentrale und zentrale Prozesssteu-
erungüberhaupt benötigtwirdundob eine
entsprechende Entwicklung wirtschaftlich
wäre, darf eher bezweifelt werden. Auch
werden es die „Alleskönner“ schwer ha-
ben, sich im Wettbewerb mit den „Spe-
zialisten“ stets durchzusetzen. Wichtiger
ist die Fähigkeit von CAFM/IWM-Sys-
temen, über geeignete Schnittstellen und
Technologien mit anderen IT-Systemen
und Plattformen kommunizieren und
kollaborieren zu können und die norma-
lerweise auftretenden Redundanzen und
Fehlerquellen zu überwinden und so eine
Informationsgrundlage für verlässliche
Entscheidungen imRE und FM zu bieten.
Dieses Potenzial besitzen die Systeme.
«
Prof. Dr. habil. Michael May, Hochschule für Technik
und Wirtschaft (HTW) Berlin
Zweifler
„CAFM/IWMS wird dabei das ,Experten-
System‘ für verschiedene FM-Prozesse sein
wie Ticketing, Auftragswesen und Instand-
haltungsplanung, aber nicht die Rolle des
‚großen‘ Info-Hubs übernehmen.“
Thomes Bender,
Drees & Sommer
„… wenn wir es mittelfristig nicht schaffen,
CAFM aus der Nische zu heben und breiter
aufzustellen (nicht nur aus Prozess-Sicht),
dann können durchaus andere Tools diese
Rolle mit übernehmen. Ich denke da u.a. in
Richtung GIS, BIM und auch ERP.“
Nino Turianskyj,
Keßler Real Estate Solutions GmbH
„Ich sehe in absehbarer Zeit keine Chance, ein
führendes System im Immobilienmanagement
zu definieren. Der Bedarf an einer zentralen
Informationsquelle (Information Hub) ist
freilich groß. … Ich kann mir vorstellen, dass
dies aus dem Bereich der Daten-Analyse-Tools
aufgegriffen wird.“
Marco Opic,
CBRE PREUSS VALTEQ GmbH
„Das eine CAFM-Tool, welches es
allen Nutzern Recht machen und alle
Anforderungen erfüllen kann, wird
es nicht geben.“
Reiko Hinke,
BASF SE
„Der wirtschaftliche Erfolg eines CAFM-Herstel-
lers würde sich steigern lassen, wenn er sich
auf wenige Themen konzentrieren könnte.
Der CAFM-Markt sollte sich eher auf offene und
standardisierte Modelle, Schnittstellen, Integra-
tion, Services und kommunizierende Systeme
konzentrieren, als die Frage nach der ‚führen-
den‘ Software zu stellen.“
Dr. Stefan Koch,
Axentris Informationssysteme GmbH
Foto: Axentris Informationssysteme GmbH